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Gymnasialer Unterricht im 9. Schuljahr Weitere Gespräche mit Schulleitungen und Sozialpartnern

17. Februar 2012 – Medienmitteilung; Erziehungsdirektion

Die Erziehungsdirektion hat den gymnasialen Unterricht am 9. Schuljahr umfassend überprüft. Dabei zeigte sich, dass eine Mehrheit der befragten Schulleitungen eine Verbesserung der bestehenden Situation wünscht. Da die vorgeschlagenen Varianten bedeutende Veränderungen mit sich bringen, will der Erziehungsdirektor mögliche Lösungen in direkten Gesprächen mit den betroffenen Schulen und mit Partnern aus dem Bildungswesen vertieft diskutieren. Ein Entscheid ist gegen Ende Jahr zu erwarten.

Derzeit kennt der Kanton Bern mehrere Organisationsmodelle für das erste Jahr des gymnasialen Bildungsgangs. Im deutschsprachigen Kantonsteil findet das 9. Schuljahr des gymnasialen Unterrichts (GU9) je nach Wohnsitzgemeinde an einer Volksschule in der Gemeinde oder in der Quarta eines Gymnasiums statt. Im französischen Kantonsteil gibt es auf der Sekundarstufe I (7., 8. und 9. Schuljahr) drei verschiedene Leistungsniveaus.

Im Hinblick auf eine Optimierung des GU9 gab die Erziehungsdirektion eine Evaluation in Auftrag. Diese sollte einen mehrheitsfähigen und finanziell realisierbaren Beschluss zur künftigen Gestaltung des gymnasialen Unterrichtes im 9. Schuljahr vorbereiten. Im Rahmen dieser Evaluation wurden Gruppendiskussionen mit Schulleitungen der Sekundarstufe I, Rektorinnen und Rektoren der Gymnasien, Gemeindebehörden, Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schülern geführt. Eine wichtige Erkenntnis aus den Gesprächen mit den Schulleitungen ist, dass sich die Befragten zwar mit der heutigen Situation und den bestehenden Herausforderungen arrangiert haben, doch ist dieser Status quo für die meisten Befragten nicht befriedigend.

Bei der Evaluation standen die Überprüfung vorhandener Optionen und das Erarbeiten neuer Lösungsansätze im Vordergrund. Zusätzlich zum Weiterführen des Status quo und einer Quarta-Lösung, bei der das erste Jahr des gymnasialen Bildungsgangs nur an einem Gymnasium stattfinden würde, wurde in mehreren Gruppendiskussionen die Variante 9/4 vorgeschlagen. Diese sähe vor, dass alle Schülerinnen und Schüler neun Schuljahre an der Volksschule absolvieren, bevor ein vierjähriger gymnasialer Bildungsgang folgt. Die Variante 9/4 würde die Ausbildungszeit bis zur Maturität um ein Jahr auf 13 Jahre erhöhen.

Ein Bericht mit den Ergebnissen aus den Gruppendiskussionen und einer Kostenanalyse, welche die finanziellen Folgen aller Varianten für den Kanton und die Gemeinden aufzeigt, liegt inzwischen vor. Die Erziehungsdirektion will mögliche Gestaltungsformen mit besonderer Sorgfalt prüfen, da eine Realisierung des einen oder andern Modells weitreichende Auswirkungen auf die Schulen hat. Die Analyse soll dem Erziehungsdirektor die notwendigen Grundlagen liefern, um einen breit abgestützten Entscheid zu treffen. Als Entscheid sind verschiedene Varianten möglich, auch ein Beibehalten des Status quo.

Um die Akzeptanz der verschiedenen Varianten und deren Chancen und Risiken in Erfahrung zu bringen, will der Erziehungsdirektor im Frühling 2012 persönliche Hearings mit Vertretungen der Schulen, den Lehrerinnen und Lehrern Bern (LEBE) und weiteren Partnern durchführen. Anschliessend wird die Thematik voraussichtlich gegen Ende 2012 im Regierungsrat diskutiert. Eine Neugestaltung des GU9 würde je nach Wahl der Variante einen ordentlichen Gesetzgebungsprozess erfordern, welcher sicher auch Übergangsfristen vorsehen würde. Es ist daher nicht vor 2017 mit einer allfälligen Änderung in dieser Frage zu rechnen.

 

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