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Projekt «Bildung und Technik» Interesse an technischen Berufen wecken

12. Oktober 2012 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Der Industrie fehlt es an Nachwuchsfachkräften in den technischen Berufen. Mit dem gemeinsam von der Erziehungs- und der Volkswirtschaftsdirektion lancierten Projekt «Bildung und Technik» will der Kanton Bern das Interesse der Kinder und Jugendlichen an mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Berufen wecken. Geplant sind ab Anfang 2013 Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen, bessere Integration entsprechender Inhalte in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sowie gezielte Angebote an der Volksschule und an den Gymnasien.

Die Wirtschaft in der Schweiz kann den wachsenden Bedarf an Fachkräften im MINT-Bereich  nicht mehr decken (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Bereits bei den Lehrstellen übersteigt das Angebot die Nachfrage. Mit dem gemeinsamen Projekt «Bildung und Technik» wollen die Erziehungs- und die Volkswirtschaftsdirektion einen Beitrag zur Entschärfung des MINT-Fachkräftemangels leisten. Denn für den Kanton Bern als grössten Industriestandort des Landes sind diese Berufe von besonderer Bedeutung.

Praxisorientierte Wissensvermittlung

Ziel des Projekts sei es, das Interesse der Kinder und Jugendlichen an den MINT-Berufen zu steigern, stellte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver an einer Medienkonferenz in Steffisburg fest. Im Vordergrund stehe dabei eine praxisorientierte, stufen- und geschlechtergerechte Wissensvermittlung. Das Projekt ist daraus ausgerichtet, die bereits bestehenden guten Ansätze in der Schule zu stärken und zu fördern. Die Teilnahme daran ist für die Lehrpersonen jedoch freiwillig. «Entscheidend ist, dass Kinder und Jugendliche selber aktiv werden können, etwas begreifen, entdeckend lernen», betonte der Erziehungsdirektor. Regierungspräsident und Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher zeigte sich überzeugt, dass es «vor allem Vorurteile sind, die hemmend wirken. Viele Jugendliche interessieren sich für Energie und Umwelt und ergreifen trotzdem keinen MINT-Beruf».

Grosses Potenzial bei jungen Frauen

Beginnen soll die Sensibilisierung auf die MINT-Berufe bereits in der Volksschule. Ein grosses Potenzial ortet der Kanton bei den jungen Frauen und Mädchen. Denn von den jährlich 20‘000 Lehrstellen in technischen Berufen werden heute in der Schweiz gerade mal 1000 von jungen Frauen besetzt. Konkret soll der naturwissenschaftlich-technische Unterricht im Rahmen der so genannten «SWiSE-Weiterbildungsmodule» für Lehrpersonen weiterentwickelt werden. Weiter will der Kanton Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen fördern. Die jungen Leute sollen Gelegenheit bekommen, Partnerbetriebe zu besuchen und MINT-Berufe in Gesprächen mit Mitarbeitenden und Lernenden praxisnah kennenzulernen. Sie erfahren aufgrund dieser Begegnungen, welche Anforderungen in den Betrieben an die einzelnen Lernenden gestellt werden. Auf diese Weise können Schülerinnen und Schüler ihre Berufswahlpräferenzen überprüfen und allenfalls erweitern.
Die Unternehmen sollen ihrerseits einen Einblick in den Schulalltag erhalten und ihr Tätigkeitsfeld den Schülerinnen und Schülern schmackhaft machen können.

Spezifische MINT-Angebote an Gymnasien

Auf der Sekundarstufe II stehen die Gymnasien im Vordergrund. Drei Pilot-Gymnasien erarbeiten Projekte zur Stärkung der MINT-Kultur. Dies können spezifische Unterrichtseinheiten oder MINT-Angebote im Freifachbereich oder gezielte Angebote für Schülerinnen sein. So will das Gymnasium Köniz Lerbermatt ab Sommer 2013 eine spezifische MINT-Klasse führen, in der die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit erhalten, in zwei zusätzlichen Lektionen pro Woche die Faszination Naturwissenschaft in Projekten und Praktika hautnah zu erleben.

Praktika für Lehrpersonen

Auch in die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen werden die MINT-Inhalte vermehrt einfliessen. So sollen die MINT-spezifischen «SWiSE-Weiterbildungsmodule» ab 2014 fest in das Angebot der Pädagogischen Hochschule Bern integriert werden. Zudem will die Hochschule den Lehrpersonen einwöchige Kurzpraktika in Betrieben vermitteln.

Beginn Anfang 2013

Gestartet wird das Projekt «Bildung und Technik» am 1. Januar 2013. Ende 2015 wird es mit einem Bericht abgeschlossen. Die Massnahmen und Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen sollen ausgewertet werden. Angestrebt wird, diese Massnahmen nach 2015 weiterzuführen.

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