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Konsultationsverfahren zur Bildungsstrategie 2016 Unterricht weiterentwickeln und Freiräume nutzen

23. Januar 2015 – Medienmitteilung; Erziehungsdirektion

Mit der Bildungsstrategie 2016 will die Erziehungsdirektion die Neuerungen der letzten Jahre festigen und das Berner Bildungssystem beruhigen. Im Zentrum steht die Unterrichtsentwicklung vor Ort. In einem Pädagogischen Dialog sollen sich Schulen und Lehrpersonen über ihren Unterricht austauschen, sich aktiv an dessen Weiterentwicklung beteiligen und dafür vorhandene Freiräume nutzen. Um die hohe Qualität des Berner Bildungswesens zu sichern, will die Bildungsstrategie 2016 gute Anstellungs-, Arbeits- und Rahmenbedingungen sicherstellen. Die Konsultation zur Bildungsstrategie 2016 dauert bis am 24. April 2015.

Im Jahr 2009 legte der Regierungsrat dem Grossen Rat die letzte Bildungsstrategie für den Kanton Bern vor. Sie diente in den vergangenen Jahren als Standortbestimmung und Wegweiser in der Bildungspolitik. Die Mehrheit der darin beschriebenen Projekte ist abgeschlossen oder wird derzeit umgesetzt. Die Bildungsstrategie 2016 beschränkt sich auf drei Schwerpunkte:

  • Im Rahmen eines Pädagogischen Dialogs sollen die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitenden aktiv zur Weiterentwicklung des Unterrichts und der Schule beitragen und Freiräume nutzen können.
  • Es sollen gute Anstellungs- und Arbeitsbedingungen geschaffen werden, mit einer zeitgemässen Entlöhnung, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und wo nötig auch mit Entlastungsmassnahmen für Lehrkräfte in besonders belastenden Situationen.
  • Um stabile Rahmenbedingungen zu gewährleisten, wird bewusst Zurückhaltung bei Reformprojekten und Strukturveränderungen geübt. Zudem strebt die Bildungsstrategie 2016 auch finanzielle Stabilität an.

Den Unterricht in einem Pädagogischen Dialog weiterentwickeln

Die Erziehungsdirektion will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Lehrpersonen und Schulen ihre Zeit und Kraft vorrangig in die Planung und Vorbereitung ihres Unterrichts investieren können. An der Volksschule bietet die Einführung des Lehrplans 21 dafür einen zusätzlichen Anlass. Deshalb setzt die Bildungsstrategie 2016 einen Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung des Unterrichts vor Ort. In einem Pädagogischen Dialog sollen Lehrpersonen und Schulleitende, aber auch Fachleute der Pädagogischen Hochschulen ihr bewährtes Wissen aus dem Alltag austauschen, gemeinsam reflektieren und als Basis für die Weiterentwicklung ihres Unterrichts verwenden. Dafür sollen in erster Linie bestehende Gefässe und Plattformen genutzt werden. Neu werden künftig an einem jährlichen «Tag der Schule» kurze Filmporträts zu Beispielen guten Unterrichts präsentiert.

Auch bei den Mittel- und Berufsfachschulen stehen für den Pädagogischen Dialog bereits verschiedene Gefässe und Plattformen zur Verfügung. Die Lehrpersonen haben grosse Handlungsfreiheiten bei der Umsetzung der Lehrpläne. Kantonale Fachschaftstage und gesamtkantonale Treffen aller Lehrpersonen der Mittelschulen fördern den Dialog zusätzlich. Die Berner Hochschulen schliesslich leben bereits den Kerngedanken des Pädagogischen Dialogs, die Weiterentwicklung des Unterrichts durch die Bildungsinstitutionen selbst, indem sie ihre gestärkte Autonomie für hochschultypenübergreifende Kooperationen in der Hochschuldidaktik nutzen.

Gute Anstellungsbedingungen und stabile Rahmenbedingungen sicherstellen

Für eine erfolgreiche Bildung braucht es in erster Linie kompetente und motivierte Lehrerinnen und Lehrer. Gute und konkurrenzfähige Anstellungs- und Arbeitsbedingungen positionieren den Kanton Bern als attraktiven Arbeitgeber im Bildungswesen. Dazu tragen die vom Grossen Rat im Herbst 2013 beschlossenen Lohnmassnahmen wesentlich bei. Sie sichern in den kommenden Jahren einen kontinuierlichen Gehaltsaufstieg. Darüber hinaus brauchen die Lehrpersonen bedarfsorientierte Aus- und Weiterbildungsangebote sowie Entlastung dort, wo sie an Grenzen stossen.

Bildungsinstitutionen sind auf stabile Rahmenbedingungen angewiesen, damit sie sich optimal auf die Vermittlung der Bildungsinhalte fokussieren können. Deshalb sollen Strukturveränderungen zurückhaltend und unter Einbezug der Betroffenen vorgenommen werden. Nicht zuletzt sind für ein langfristig hochstehendes Bildungswesen auch eine stabile Finanzierung der Bildungsinstitutionen sowie eine bedürfnisgerechte Infrastruktur wichtig.

Konsultationsverfahren zur Bildungsstrategie 2016

Die Erziehungsdirektion führt bis am 24. April 2015 ein breit angelegtes Konsultationsverfahren zur neuen Bildungsstrategie durch. Dabei erhalten die betroffenen Kreise sowie die interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit, ihre Anliegen zur Bildungsstrategie einzubringen. Die Bildungsstrategie 2016 wird anschliessend dem Regierungsrat vorgelegt. Der Grosse Rat soll sie voraussichtlich Anfang 2016 behandeln.

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