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Informatik in der Kantonsverwaltung Regierungsrat genehmigt ICT-Strategie 2016–2020

4. Februar 2016 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Der Regierungsrat hat die ICT-Strategie 2016–2020 für die Kantonsverwaltung Bern verabschiedet. Diese schafft den Rahmen für die Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT). Die Strategie fokussiert auf die Standardisierung und Zentralisierung der ICT-Infrastruktur, damit diese anforderungsgerecht, kosteneffizient und sicher für rund 11‘000 Mitarbeitende der Kantonsverwaltung zur Verfügung steht. Neu wird ein Strategischer ICT-Ausschuss unter dem Vorsitz von Finanzdirektorin Beatrice Simon eingesetzt, der den ICT-Einsatz und die konsequente Umsetzung der Strategie koordiniert.

Gestützt auf zwei vom Grossen Rat in der Novembersession 2012 überwiesene Motionen hatte der Regierungsrat die Informatik der Kantonsverwaltung einer unabhängigen Überprüfung durch die Firma AWK Group AG unterziehen lassen. AWK  hat in ihrem Bericht vom März 2014 bestätigt, dass die Informatik in der Kantonsverwaltung insgesamt gut funktioniert. Gleichzeitig wurde geschätzt, dass die Kosten mit standardisierten Lösungen und einer stärkeren Zentralisierung längerfristig um 14 Prozent bzw. rund CHF 24 Mio. pro Jahr reduziert werden können.

Projekt IT@BE

Im September 2014 hat der Regierungsrat mit dem Projekt IT@BE die Arbeiten für die Umsetzung der 46 Empfehlungen aus dem externen Bericht in Auftrag gegeben. Das Projekt besteht aus einem übergeordneten Gesamtprojekt IT@BE sowie zwei IT@BE-Teilprojekten «Strategie und Organisation» sowie «ICT-Kostenmanagement». Als wichtigste Projektergebnisse liegen nun die ICT-Strategie 2016–2020 sowie ein Zeit- und Aktivitätenplan zur Umsetzung der ICT-Strategie vor.

ICT-Strategie 2016–2020

Die ICT-Strategie strebt in erster Linie eine Standardisierung und eine Zentralisierung der Informatik in der Kantonsverwaltung an und ersetzt das bisherige Informatikeinsatzkonzept 2007. Der in den letzten Jahren vom Regierungsrat und von der Finanzdirektion eingeschlagene Weg wird mit der neuen Strategie bestätigt. So wurden seit 2009 bereits mehrfach Ausschreibungen für standardisierte, zentral betriebene ICT-Lösungen im Bereich der von allen kantonalen Dienststellen benötigten Grundversorgung durchgeführt, die heute für die gesamte Kantonsverwaltung bereitstehen, dies z.B. in den Bereichen Netzwerk, Kommunikation, Druck- und Kopierlösungen oder Server-Plattformen. Diese Lösungen werden bisher jedoch noch nicht flächendeckend genutzt bzw. noch dezentral und wenig standardisiert betrieben. 

Mit der ICT-Strategie 2016–2020 und der konsequenten Standardisierung und Zentralisierung der ICT-Infrastruktur werden bestehende Optimierungspotenziale neu konsequent erschlossen. Damit wird sichergestellt, dass rund 11‘000 Mitarbeitende der kantonalen Verwaltung über eine anforderungsgerechte, kosteneffiziente und sichere ICT verfügen.

Neu wird ein Strategischer ICT-Ausschuss (SIA) eingesetzt, der zentral den Einsatz und die Umsetzung der Strategie im Auftrag des Regierungsrates koordiniert und diesem die Grundentscheide zur Steuerung der Informatik vorschlägt. Einsitz in diesem Gremium nehmen die Finanzdirektorin als Vorsitzende, der Leiter des Amtes für Informatik und Organisation sowie auf der obersten Kaderstufe angesiedelte Vertretungen aller Direktionen und der Staatskanzlei.

Während zukünftig die ICT-Grundversorgung zentral aus einer Hand unter der Verantwortung des KAIO erbracht wird, sind die Direktionen und Fachämter unverändert für die Fachapplikationen in ihrem Aufgaben- und Tätigkeitsbereich zuständig.

Kosteneinsparpotenzial erhärtet

Die ICT-Strategie 2016–2020 berücksichtigt die Empfehlungen aus der externen Überprüfung aus dem Jahr 2014. Das damals geschätzte Kosteneinsparpotenzial von rund CHF 24 Mio. pro Jahr wurde unterdessen erhärtet; durch das Umsetzen erster Empfehlungen konnten bereits Einsparungen bei den externen Betriebskosten von rund CHF 1,5 Mio. pro Jahr erzielt werden. Die konkrete Umsetzungsplanung wird es ermöglichen, weitere Einsparungen genau auszuweisen.

Umsetzung der ICT-Strategie bis 2020

Gemeinsam mit der ICT-Strategie 2016–2020 hat der Regierungsrat einen Zeit- und Aktivitätenplan zur Umsetzung der ICT-Strategie beschlossen. Die Umsetzung der Strategie ist bis Ende 2020 als umfassendes Programm geplant, d.h. als Bündel von 28 aufeinander abgestimmten Teilprojekten. Der SIA wird nun den Zeit- und Aktivitätenplan konkretisieren und die Teilprojekte priorisieren, so dass der Regierungsrat voraussichtlich bis im Herbst 2016 ein detailliertes Umsetzungsprogramm freigeben kann. Für diese Projektierungsphase hat der Regierungsrat einen Kredit von CHF 1 Mio. genehmigt.

Die bis ins Jahr 2020 anfallenden Kosten für das Umsetzen der ICT-Strategie inklusive Projektierungsphase werden auf rund CHF 20 Mio. geschätzt. Diese Ausgaben sollen dem Grossen Rat ab dem Jahr 2017 im Rahmen eines Kredites oder mehrerer Teilkredite zum Beschluss unterbreitet werden.

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