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Familienergänzende Kinderbetreuung Gemeinden können ab 2019 Betreuungsgutscheine einführen

23. Juni 2016 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Für die Betreuung von Kindern in Tagesstätten oder bei Tagesfamilien sollen alle Gemeinden Gutscheine ausstellen können. Der Kanton wird die Betreuungsgutscheine mitfinanzieren. Diesen Grundsatzentscheid hat der Regierungsrat des Kantons Bern auf Grund der Auswertung eines Pilotprojekts in der Stadt Bern gefällt. Die Abgabe von Gutscheinen für die familienexterne Kinderbetreuung soll ab dem Jahr 2019 möglich sein.

Im Mai 2011 haben die Stimmberechtigten der Stadt Bern entschieden, Betreuungsgutscheine für die familienergänzende Kinderbetreuung einzuführen. Der Regierungsrat des Kantons Bern hat daraufhin beschlossen, das neue Finanzierungssystem als Pilotprojekt mitzufinanzieren und die Erfahrungen von externen Experten auswerten zu lassen. Damit wollte er die Grundlage für den Entscheid erhalten, wie Betreuungsgutscheine idealerweise auf kantonaler Ebene eingeführt werden könnten. Nach der Auswertung der Ergebnisse des nun vorliegenden Expertenberichts hat der Regierungsrat über das weitere Vorgehen entschieden.

Freiwillige Beteiligung der Gemeinden, möglichst kostenneutrale Umsetzung

Nachdem der Regierungsrat die verschiedenen Finanzierungsvarianten des Expertenberichts geprüft hat, will er das Gutscheinsystem als einziges einheitliches System weiterverfolgen. Die Gemeinden entscheiden, ob sie sich am neuen Finanzierungssystem beteiligen wollen. Der Kanton finanziert alle von den Gemeinden ausgestellten Gutscheine mit. Der Systemwechsel soll möglichst kostenneutral erfolgen. Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion prüft verschiedene Massnahmen bezüglich der Kostensteuerung.

Neue Regelung ab 2019

Der Regierungsrat hat die Gesundheits- und Fürsorgedirektion beauftragt, die Detailregelungen und die entsprechenden Anpassungen in der Verordnung über die Angebote der sozialen Integration (ASIV) vorzubereiten. Für die nun vorgeschlagene Variante genügt eine Verordnungsrevision. Diese wird nun vorbereitet mit dem Ziel, diese auf den 1. Januar 2019 in Kraft setzen können. Sobald die Details der Umsetzung klar sind, sollen die Gemeinden ausführlich und frühzeitig über die Neuerung informiert werden, damit ihnen genügend Zeit für die Vorbereitung der Umstellung bleibt.

Heute finanziert der Kanton die Elterntarife indirekt mit. Er bewilligt auf Gesuch der Gemeinden eine limitierte Anzahl Betreuungsplätze in Tagesstätten und Betreuungsstunden bei Tageseltern. Die Gemeinden können diese Plätze und Stunden über den Lastenausgleich abrechnen, den die Gesamtheit der Gemeinden und der Kanton je zur Hälfte finanzieren. Für die rund 3‘700 subventionierten Plätze in Kindertagesstätten und 1,9 Millionen Betreuungsstunden bei Tagesfamilien stehen in diesem Jahr 61 Millionen Franken zur Verfügung.

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