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Schulaustretenden-Umfrage 2016 Chancen auf eine Anschlusslösung nach der Schule sind weiterhin gut

30. Juni 2016 – Medienmitteilung; Erziehungsdirektion

Im Juni 2016 sind mehr Jugendliche als im Vorjahr noch auf der Suche nach einer Lehrstelle. Dies zeigt die jährliche Umfrage der BIZ Berufsberatungs- und Informationszentren des Kantons Bern bei Volksschulen und Brückenangeboten im deutschsprachigen Kantonsteil. Gleichzeitig suchen viele Unternehmen noch nach Lernenden.

In der Umfrage wurden rund 9500 Schülerinnen und Schüler, die im Sommer die obligatorische Schulzeit oder ein Brückenangebot beenden, erfasst. Bei einer Rücklaufquote von über 90 % ist die Aussagekraft sehr hoch.

Gut 400 Jugendliche, die im Sommer die obligatorische Schulzeit beenden, waren am Stichtag noch auf der Suche nach einer Lehrstelle oder unentschlossen; damit ist deren Anteil gegenüber dem Vorjahr von 2,6 % auf 5,4 % gestiegen. Gleichzeitig waren am Stichtag der Umfrage noch rund 1600 Lehrstellen offen, mehr als je zuvor. Die Chancen der Lehrstellensuchenden sind also nach wie vor sehr gut. Offene Lehrstellen gibt es gemäss dem Lehrstellenportal (www.erz.be.ch/lehrstellen) vor allem in handwerklichen und technischen Berufen, im Detailhandel und in der Gastronomie. Die Palette der offenen Lehrstellen ist sehr breit.

Es gehört zu den bildungspolitischen Zielen des Kantons Bern, den Direkteinstieg in eine Berufslehre oder eine Mittelschule zu fördern. Deshalb ist es erfreulich, dass der Anteil der Jugendlichen, die nach dem 9. Schuljahr direkt in eine Lehre (EFZ oder EBA) einsteigen werden, mit 49,9 % gegenüber dem Vorjahr (48,8 %) weiter gestiegen ist. Dass dieses Jahr mehr Jugendliche noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, dürfte nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen sein, dass die Jugendlichen durch die Lehrkräfte und die Berufsberatung ermutigt werden, sich weiterhin um eine Lehrstelle zu bemühen.

Bleibt die Suche trotz aller Anstrengungen erfolglos, klärt die kantonale Triagestelle der BIZ Berufsberatungs- und Informationszentren mit den betroffenen Jugendlichen ab, welches kantonale Brückenangebot am meisten Sinn macht, und meldet sie direkt für die entsprechende Zwischenlösung an. So kann gewährleistet werden, dass allen motivierten Jugendlichen die Chance auf einen Berufsabschluss erhalten bleibt.

Um kurzfristig noch eine Lehrstelle zu finden, bedarf es einer gewissen Flexibilität bei der Berufswahl. Tatsächlich fassen viele Jugendliche nur sehr wenige Berufe ins Auge. Dies spiegelt sich beispielsweise darin, dass die vier von Mädchen am häufigsten gewählten Berufe über 70 % aller Lehrverträge bei den Mädchen ausmachen. Natürlich muss der gewählte Beruf den persönlichen Interessen und Fähigkeiten entsprechen. Dennoch lohnt es sich, das Suchfeld etwas auszudehnen. In diesem Fall empfiehlt sich eine genauere Interessens- und Eignungsabklärung in einem der BIZ Berufsberatungs- und Informationszentren. Zu empfehlen ist zudem ein Besuch von www.berufsberatung.ch, dem offiziellen schweizerischen Portal der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, wo ausführliche Dokumentationen zu den weit über 200 Berufen zu finden sind, die es in der Schweiz gibt. Dieses Portal erscheint seit Mai in neuem, besonders benutzerfreundlichen Look.

Knapp 20 % der Jugendlichen absolvieren nach dem 9. Schuljahr das Gymnasium; dies sind etwas weniger als im Vorjahr. Längerfristig ist der Anteil derer, die eine Maturitätsschule besuchen, aber in etwa konstant.

Weiterhin gesunken ist der Anteil der Jugendlichen, die nach dem 9. Schuljahr ein berufsvorbereitendes Schuljahr (BVS) einlegen (11 % gegenüber 11,9 % im Vorjahr). Mit 1,1 % praktisch gleich geblieben ist der Anteil der Jugendlichen, die sich für eine Vorlehre entschieden haben. Gerade für Jugendliche, die nach der obligatorischen Schulzeit vor allem praktische Erfahrungen sammeln möchten, ist die Vorlehre eine sehr empfehlenswerte Zwischenlösung; sie bietet schulisch schwächeren Jugendlichen die Chance, sich bei praktischen Tätigkeiten zu beweisen, und nicht selten gelingt es, anschliessend im gleichen Lehrbetrieb eine Lehrstelle zu finden.

Die detaillierten Auswertungen mit den wichtigsten Ergebnissen der Schulaustretendenumfrage 2016 sind unter www.be.ch/biz-statistiken einsehbar.

Hinweis

Massnahmen des Kantons zur Förderung von Anschlusslösungen

Die folgenden Schritte unterstützen den Übertritt in eine Anschlusslösung:

Berufswahlvorbereitungskonzept: Für eine nachhaltige Berufswahlvorbereitung braucht es eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen, Eltern und Berufsberatung. Dazu gehört auch eine verstärkte Präsenz der Berufsberatung in den Schulhäusern, die den Lehrpersonen helfen soll, Jugendliche mit Schwierigkeiten in der Berufswahl frühzeitig zu erkennen und gezielt zu unterstützen. www.be.ch/biz-berufswahlvorbereitung

Berufsberatung: Jugendliche ohne Anschlusslösung können mit den BIZ Kontakt aufnehmen und sich bezüglich möglicher Lösungen beraten und unterstützen lassen. www.be.ch/biz-start

Case Management Berufsbildung: In allen Regionen des Kantons unterstützen Case-Managerinnen und -Manager Jugendliche mit vielfältigen Schwierigkeiten auf ihrem Weg ins Berufsleben – wo nötig von der Berufswahl über die Ausbildung bis zum Eintritt ins Erwerbsleben. www.be.ch/biz-casemanagement

Triagestelle: Jugendliche, die kurz vor Abschluss der obligatorischen Schulzeit noch über keine Anschlusslösung verfügen, können bei der neu geschaffenen Triagestelle angemeldet werden, die gemeinsam mit den Jugendlichen kurzfristig nach einer möglichst optimalen Anschlusslösung sucht. www.erz.be.ch/triagestelle

Mediendokumentation

Jugendliche ohne Anschlusslösung 2006 - 2016 (inkl. Brückenangebote) (PDF, 54 KB, 1 Seite)
Erfasst sind Jugendliche, die noch unentschlossen oder auf der Suche nach einer Lehrstelle sind oder eine Arbeitsstelle antreten, ohne eine weitere Ausbildung zu planen. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil steigend, gleichzeitig sind mehr Lehrstellen offen denn je. 

Lehrvertrag nach 9. Schuljahr 2009 bis 2016 (PDF, 47 KB, 1 Seite)
Mit 49,9 % ist gemäss der Umfrage der Anteil Jugendlicher, die nach dem 9. Schuljahr eine Berufslehre beginnen werden, höher als je zuvor. Dies entspricht dem bildungspolitischen Ziel des Kantons Bern, den Direkteinstieg in eine Ausbildung auf Sekundarstufe II zu fördern.

Eintritt in ein berufsvorbereitendes Schuljahr BVS nach 9. Schuljahr 2009 bis 2016 (PDF, 47 KB, 1 Seite)
Der Anteil der Jugendlichen, die nach dem 9. Schuljahr ein berufsvorbereitendes Schuljahr absolvieren, ist weiter gesunken. Auch dies entspricht dem bildungspolitischen Ziel der Förderung des Direkteinstiegs.

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