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Schuljahresbeginn Bedeutung von Medien und Informatik im Unterricht nimmt zu

12. August 2016 – Medienmitteilung; Erziehungsdirektion

Der Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien wird auch an den Berner Schulen immer wichtiger. Deshalb hat die Erziehungsdirektion gemeinsam mit dem Verband Bernischer Gemeinden Empfehlungen zu «Medien und Informatik» erarbeitet. Diese sollen die Schulen und Gemeinden primär bei der Organisation dieses Bereichs unterstützen und haben keinen Gesetzescharakter. Vor dem Schuljahresbeginn hat Erziehungsdirektor Bernhard Pulver die Empfehlungen vorgestellt.

Am kommenden Montag beginnt an der Volksschule inklusive der Kindergärten für 103‘000 Kinder und Jugendliche das neue Schuljahr. An seiner Medienkonferenz zum Schuljahresbeginn am Oberstufenzentrum 1 in Zollikofen stellte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver das Thema Informatik und Kommunikation an der Volksschule in den Mittelpunkt.

Digitale Geräte und Arbeitsinstrumente sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil von Abläufen und Kommunikationsprozessen geworden, sei es am Arbeitsplatz, in der Schule, sei es im Haushalt oder in der Familie. Der Umgang mit den Informations- und Kommunikations-technologien (ICT)  hat sich  zu einer wichtigen Grundfertigkeit entwickelt. Deshalb beschäftigt sich auch die Schule seit einiger Zeit – meist fächerübergreifend – intensiver mit dem Thema. Zudem formuliert der Lehrplan 21 erstmals Kompetenzen zu Medien und Informatik, um die Kinder der Volksschule auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Denn die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien ist heute eine Grundkompetenz, genauso wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Empfehlungen zu «Medien und Informatik» für Schulen und Gemeinden

Um die Schulen in diesem Bereich wirksam zu unterstützen, hat die Erziehungsdirektion gemeinsam mit dem Verband Bernischer Gemeinden die Empfehlungen zu «Medien und Informatik» erarbeitet. Die Empfehlungen sind Orientierungshilfen, sie haben jedoch keinen  Gesetzescharakter. Sie sollen den Schulen und den Gemeinden helfen, sich bei der Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien – abgestimmt auf ihre jeweiligen Bedürfnisse – zu organisieren. Dafür sollen sie ein pädagogisches ICT-Konzept erstellen, welches zeigt, wie sie Medienbildung und Informatik konkret umsetzen wollen. Denn es ist klar: Das Primat im Unterricht hat die Pädagogik, nicht die Technik. Das Konzept soll Rücksicht nehmen auf ihre Kultur, ihr Schulmodell und die ICT-Kompetenzen der Lehrpersonen. Es soll in der Schule diskutiert und von den Gemeindebehörden genehmigt werden. Die Ausrüstung der Schulen mit Netzwerken, Arbeitsgeräten und Datenspeicher ergibt sich aus dem Konzept.

Trend zu mobilen Geräten

Internet und Mobiltelefonie sind heute praktisch überall und jederzeit verfügbar. Zudem wird in der Volksschule nicht mehr ausschliesslich im Klassenzimmer gearbeitet, sondern auch in Gruppen und verschiedensten Räumen. Deshalb empfiehlt die Erziehungsdirektion den Gemeinden, die Schülerinnen und Schüler mit mobilen Geräten und die Schulen mit W-LAN auszurüsten. Dies ist eine Abkehr vom traditionellen Konzept der Computerräume. Leistungsfähige Netzwerke müssen professionell eingerichtet und gewartet werden. Deshalb kann die technische Betreuung eines solchen Systems nicht mehr nebenbei durch Lehrpersonen erfolgen.

Lehrmittel und digitale Lerninhalte müssen didaktische Prinzipien berücksichtigen

Digitale Lerninhalte werden im Unterricht immer wichtiger, nicht zuletzt, weil sie oft rascher verfügbar und aktueller als gedruckte Lehrmittel sind. Lehrmittel, die ausschliesslich in digitaler Form realisiert werden, müssen aber genauso didaktische Prinzipien berücksichtigen und auf den Lehrplan abgestimmt sein wie heute gedruckte Lehrmittel.

Unterstützung im Umgang mit der ICT brauchen auch die Lehrerinnen und Lehrer. Die PHBern bietet ihnen über die Plattform kibs.ch Kurse, Tagungen, Beratung und Unterrichtsmaterialien an. Zudem hat sie ihr Weiterbildungsangebot auf die Einführung der neuen Elemente im Lehrplan 21 ausgerichtet.

Lehrplan 21: Separate Lektionen für Medien und Informatik

Der Lehrplan 21 legt ein besonderes Gewicht auf den Bereich Medien und Informatik. Kompetenzen und Grundansprüche sind in die Fachbereichslehrpläne eingearbeitet. Grundsätzlich können die Kantone festlegen, in welchen Gefässen daran gearbeitet werden soll. Im Kanton Bern wird der Bereich Medien und Informatik nicht nur ein überfachliches Thema sein: In der künftigen Lektionentafel ist dafür je eine Lektion in der 5., 6., 7. und 9. Klasse vorgesehen.

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