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Umsetzung der Energiestrategie Kanton Bern will seine fortschrittliche Energiepolitik weiterführen

19. September 2016 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Gebäude im Kanton Bern sollen künftig noch energieeffizienter und umweltschonender gebaut und betrieben werden. Eine Änderung des kantonalen Energiegesetzes geht bis Ende Dezember 2016 in die Vernehmlassung. Die Massnahmen tragen zur gesamtschweizerischen Harmonisierung und Vereinfachung der Energievorschriften bei. Sie sind Teil der Umsetzung der Energiestrategie des Kantons.

Mit der Änderung des kantonalen Energiegesetzes übernimmt der Kanton Bern teilweise die revidierten Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn). Gleichzeitig werden die Kompetenzen der Gemeinden im Gebäudebereich gestärkt. Die wichtigsten Neuerungen sind:

  • Neubauten müssen einen Teil ihres Strombedarfs selbst produzieren, z.B. mit Solaranlagen auf dem Dach.

  • In neuen Wohnbauten sind Ölheizungen nicht mehr zulässig.

  • Wenn bestehende Öl- und Gasheizungen in schlecht gedämmten Wohnbauten ersetzt werden, müssen zusätzliche Massnahmen getroffen werden, z.B. eine Solaranlage auf dem Dach gebaut oder die Gebäudehülle besser isoliert werden.

  • Bestehende zentrale Elektroboiler müssen innert 15 Jahren ersetzt werden.

  • Die Gemeinden dürfen strengere Anforderungen an die Gebäudeeffizienz vorschreiben, z.B. das Plusenergiehaus in Arealüberbauungen.

Nicht umgesetzt wird die Empfehlung der MuKEn, eine Ersatzabgabe einzuführen, wenn kein Eigenstrom erzeugt werden kann. Ebenfalls nicht eingeführt wird eine Bewilligungs- oder Meldepflicht beim Ersatz von Öl- und Gasheizungen und eine Sanierungsfrist, innert der bestehende Gebäude mit Geräten für die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung (VHKA) ausgerüstet werden müssen.

Seit Inkrafttreten des kantonalen Energiegesetzes aus dem Jahr 2011 hat sich die Gebäudetechnik rasant weiterentwickelt. Die Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK) hat die MuKEn dem heutigen Stand der Technik angepasst. Die Anpassung des kantonalen Energiegesetzes soll die Harmonisierung der Regelungen mit den anderen Kantonen gewährleisten, den technischen Fortschritt berücksichtigen und den sparsamen Umgang mit Energie weiter stärken.

Die Massnahmen sind für die bernische Wirtschaft interessant: Der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien schafft neue Arbeitsplätze und erhöht die Wertschöpfung vor Ort. Dadurch mindert sich die Auslandabhängigkeit bei der Energie. Investitionen in mehr Energieeffizienz lohnen sich auch für Hauseigentümer. Die Werthaltigkeit eines Gebäudes verbessert sich und aufgrund niedrigerer Energiekosten kann Geld gespart werden. Gleichzeitig bewirken die Massnahmen eine Reduktion des Stromverbrauchs und der CO2-Emissionen. Der Kanton Bern leistet damit einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz.

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion ermächtigt, eine Vernehmlassung zur Teilrevision des kantonalen Energiegesetzes zu eröffnen. Das Vernehmlassungsverfahren dauert bis 22. Dezember 2016.

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