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Gesundheits- und Sozialkommission (GSoK) Ja zur Förderung der ärztlichen Weiterbildung

22. Mai 2017 – Medienmitteilung; Grosser Rat

Die Gesundheits- und Sozialkommission (GSoK) unterstützt die Förderung der ärztlichen Weiterbildung und beantragt dem Grossen Rat, zwei entsprechenden Geschäften zuzustimmen. Einerseits soll der Kanton Bern der «Interkantonalen Vereinbarung über die kantonalen Beiträge an die Spitäler zur Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung und deren Ausgleich unter den Kantonen» beitreten. Das Ziel der Vereinbarung ist eine schweizweit einheitliche Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung. Andererseits soll das Programm «ärztliche Weiterbildung in Hausarztpraxen» weitergeführt werden.

Von der Weiterbildung der Ärztinnen und Ärzte profitiert die Bevölkerung in allen Kantonen gleichermassen. Allerdings tragen nicht alle Kantone gleichermassen zur Finanzierung bei. Um die finanziellen Aufwendung für die ärztliche Weiterbildung solidarisch nach Bevölkerungszahl zu verteilen, hat die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) eine interkantonale Vereinbarung erarbeitet. Darin ist vorgesehen, dass Standortkantone den Spitälern einen pauschalen Mindestbeitrag von 15‘000 Franken pro Ärztin und Arzt in Weiterbildung und pro Jahr entrichtet. Über einen Ausgleichsmechanismus wird sichergestellt, dass sich auch Nicht-Standortkantone an der Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung angemessen beteiligen.

Interkantonale Vereinbarung zur Finanzierung der Weiterbildung in Spitälern

Die GSoK begrüsst die interkantonale Vereinbarung insbesondere, weil sie einen Beitrag leistet, um dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken. Aufgrund der Bundesgesetzgebung zur Spitalfinanzierung besteht sonst die Gefahr, dass die Spitäler ihr Engagement in der Weiterbildung der Ärztinnen und Ärzte reduzieren. Für die GSoK ist auch die Forderung nach der solidarischen Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung sachgerecht.  Daher beantragt sie dem Grossen Rat für die Septembersession, der interkantonalen Vereinbarung vorbehaltlos zuzustimmen. Grundsätzlich hat der Grosse Rat den Beitritt bereits im Juni 2016 beschlossen. Allerdings hat er den Beitritt damals von der Bedingung abhängig gemacht, dass alle anderen Kantone auch beitreten. In der Zwischenzeit hat der Regierungsrat gemeinsam mit der Universität Bern beschlossen, 100 zusätzliche Studienplätze in Humanmedizin zu schaffen. Dadurch wird die Medizinische Fakultät der Universität Bern zur grössten der Schweiz. Aus diesem Grund erachtet die GSoK eine Neubeurteilung des damaligen Entscheids als gerechtfertigt. Die Vereinbarung tritt in Kraft, wenn ihr mindestens 18 Kantone beigetreten sind.

Ärztliche Weiterbildung in Hausarztpraxen

Assistenzärztinnen und Assistenzärzte sollen im Rahmen ihrer Weiterbildung weiterhin Praktika in Hausarztpraxen machen können. Die GSoK unterstützt daher den Antrag des Regierungsrats, das Programm «ärztliche Weiterbildung in Hausarztpraxen» weiterzuführen. Der Kommission ist es ein grosses Anliegen, die Grundversorgung insbesondere über die Hausarztmedizin zu stärken. Zu Diskussionen Anlass gab in der Kommission, dass gemäss Antrag des Regierungsrates der Beitrag des Kantons pro Praktikum reduziert werden soll. Dies soll es ermöglichen, dass der Kanton trotz beschränkten finanziellen Möglichkeiten die Anzahl unterstützter Praktikumsstellen für das Jahr 2018 beibehalten und zukünftig im Rahmen eines geplanten mehrjährigen Verpflichtungskredites sogar erhöhen kann. Die Kommission sieht hier einen gewissen Zielkonflikt. Einerseits begrüsst sie die Bemühungen, mehr Assistenzärztinnen und –ärzte in Hausarztmedizin weiterzubilden und so längerfristig für die Grundversorgung zu gewinnen. Andererseits darf die Beitragsreduktion des Kantons auch nicht dazu führen, dass sich Hausarztpraxen schliesslich gegen eine Teilnahme am Programm entscheiden. Einer deutlichen Mehrheit der Kommission erscheint die Beitragsreduktion des Kantons pro Praktikumsstelle jedoch insgesamt verkraftbar und auch im interkantonalen Vergleich gerechtfertigt. Die GSoK beantragt dem Grossen Rat für die Junisession somit, den Kredit von rund 936‘000 Franken für das Jahr 2018 gutzuheissen. Damit können weiterhin 21 Vollzeitstellen für Praktika in Hausarztpraxen mitfinanziert werden.

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