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Jubiläum 75 Jahre Bernische Stiftung für (BAK) «Finanzieren von der Scholle bis auf den Teller»

21. September 2017 – Medienmitteilung; der Volkswirtschaftsdirektion und der Bernischen Stiftung für Agrarkredite (BAK)

Seit 1942 brauchen sich Berner Bauernbetriebe weniger vor hohen Schuldenbergen und wirtschaftlicher Not zu fürchten. Die Bernische Stiftung für Agrarkredite (BAK) gewährt Landwirtinnen und Landwirten finanzielle Unterstützung, ermöglicht den Bauernfamilien dadurch eine nachhaltige Zukunft und fördert die Entwicklung. Am Donnerstag (21.09.2017) feierte die Stiftung in Schangnau ihren 75. Geburtstag.

In den 1930er Jahren hatten viele Bauernbetriebe im Kanton Bern mit Schulden zu kämpfen. Nicht selten waren Zwangsversteigerungen unumgänglich. Um die notleidenden Bauern zu unterstützen, reagierten der Bund und der Kanton Bern mit Kreditbeschlüssen. So wurde 1932 die Bernische Bauernhilfskasse gegründet, die Vorläuferin der heutigen Bernischen Stiftung für Agrarkredite (BAK). Die damalige Genossenschaft vergab zinslose Darlehen und in Einzelfällen sogar nicht rückzahlbare Beiträge. Vor 75 Jahren wurde von der Bauernhilfskasse parallel die heutige Stiftung gegründet, welche im Jahr 2016 insgesamt 340 Kredite mit einer Gesamtsumme von über 66 Mio. Franken bewilligte. Als Präsident freut sich Ulrich Stoller über diese Entwicklung: «Die Stiftung wird auch in Zukunft alles daran setzen, optimale Rahmenbedingungen für Bauernfamilien zu schaffen.» 

Herausforderungen des Strukturwandels

Hans Oesch, Geschäftsführer der BAK, zeigte auf, wie sich die Landwirtschaft in den vergangenen 30 Jahren verändert hat. In den 1980er Jahren konnte mit einem gemischten Bauernbetrieb von rund zehn Hektaren eine Grossfamilie ernährt werden, was in der heutigen Zeit undenkbar wäre. Der durchschnittliche Kredit, den die BAK natürlichen Personen gewährte, ist zwischen 1984 und 2016 von 57‘000 auf über 200‘000 Franken gestiegen, was teuerungsbereinigt einer Zunahme von 243% entspricht. Die Bilanzsumme der BAK habe sich im selben Zeitraum aber nur knapp verdoppelt, so Oesch. Der Strukturwandel führte zu einer Reduktion der Anzahl neu bewilligter Kredite, im Gegenzug stieg der Kreditbetrag pro Betrieb deutlich an. Eine weitere Herausforderung stellte der Entscheid der Nationalbank über die Aufhebung des Euro-Mindestkurses dar. Mit der Einführung der Negativzinsen musste sich die BAK neu orientieren und neue Bankbeziehungen eingehen. Hans Oesch betonte, dass die BAK nicht nur die «Kernlandwirtschaft», sondern auch nachgelagerte oder verwandte Bereiche unterstützte – seien dies Winzer, Käser, Müller, Berufsfischer, Hofmetzger oder der Forst. Die Stiftung finanziere quasi von der Scholle bis auf den Teller.

Als Geschäftsführer der BAK stellte Hans Oesch jedoch klar, dass die Stiftung Bundesrecht vollziehe und keine Gesuche ablehne, welche die Kriterien erfüllten und Anrecht auf einen Kredit hätten. In den meisten Fällen gehe es darum, jungen Landwirtinnen und Landwirten mit einer Starthilfe den Übergang in die Selbständigkeit zu ermöglichen. Die Stiftung engagiere sich dafür, den Kreditnehmenden eine Zukunft ohne finanzielle Schwierigkeiten zu gewähren. 

Zukunft der Berner Landwirtschaft

Regierungsrat Christoph Ammann, Volkswirtschaftsdirektor, betonte, dass das Ziel BAK über all die Jahre unverändert geblieben ist: «Mit Investitionskrediten, das heisst zinslosen und rückzahlbaren Darlehen, unterstützt die BAK die Landwirtschaft in ihrer Entwicklung.» Er betonte, die Landwirtschaft werde und müsse sich weiterentwickeln und sich neben ökologischen und gesellschaftlichen Anforderungen auch mit dem technischen Fortschritt auseinandersetzen. Christoph Ammann forderte die Landwirtinnen und Landwirte anlässlich des BAK-Jubiläums dazu auf, die «Nase in den Wind» zu halten und sich an kantonalen Projekten zu beteiligen. Mit der Berner Bio-Offensive 2020 oder dem Pflanzenschutzprojekt setzt der Kanton Akzente für eine zukunftsgerichtete und erfolgreiche Landwirtschaft. Der Volkswirtschaftsdirektor würdigte die Leistung der BAK, die mit ihren Investitionskrediten wesentlich zur Sicherstellung einer regional vielfältigen, konkurrenzfähigen und nachhaltigen Landwirtschaft beitrage.

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