Zur Übersicht Medienmitteilungen

Gesamtnotfallübung 17 (GNU 17) Störfall im Kernkraftwerk Mühleberg als Übungsszenario

21. September 2017 – Medienmitteilung; Polizei- und Militärdirektion

Bei einem Störfall im Kernkraftwerk Mühleberg (KKM) kommt es zu einem Austritt von Radioaktivität: Dieses Szenario üben das kantonale Führungsorgan zusammen mit regionalen und kommunalen Führungsstäben unter der Leitung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS). An der dreitägigen Übung beteiligen sich erstmals auch mehrere Spitäler des Kantons Bern. Dabei werden bestehende Konzepte und die Zusammenarbeit unter den Organisationen sowie einzelne Massnahmen wie beispielswese die Dekontamination geübt.

Alle zwei Jahre führt das BABS eine Gesamtnotfallübung (GNU) durch, bei der die Bewältigung eines grösseren Störfalls in einem Kernkraftwerk geübt wird. Turnusgemäss ist in diesem Jahr das KKM an der Reihe. An der dreitägigen Übung nehmen auch das Kantonale Führungsorgan, die Führungsorgane der Verwaltungskreise Bern-Mittelland und Seeland, die regionalen Führungsorgane Region Laupen, Bern Plus und Wohlensee Nord sowie Fachleute der kantonalen Verwaltung teil. Insgesamt sind kantonsseitig rund 200 Personen in der Übung engagiert. Dabei werden die Zusammenarbeit auf kantonaler Ebene, mit den Bundesstellen und den benachbarten Kantonen sowie die bestehenden Konzepte zur Bewältigung einer solchen Situation überprüft. In der GNU 17 steht nicht nur die unmittelbare Bewältigung des Störfalls auf dem Programm, sondern auch die Bewältigung der Auswirkungen auf das öffentliche Leben in verschiedenen Bereichen wie Verkehr, Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser in den ersten Tagen nach einem solchen Ereignis.

Erstmals mit den Spitälern

Erstmals beteiligen sich auch Spitäler an einer GNU. Mehrere bernische Spitäler überprüfen dabei ihre Konzepte für den Betrieb unter solch erschwerten Bedingungen. An zwei Spitälern kommen zudem die Geräte und Einrichtungen zur Ausmessung und Dekontamination von Personen zum Einsatz. Diese Einsatzübung wird am Mittwoch, 27. September 2017 mit je rund 20 Figuranten am Spital Biel (Nachmittag) und am Spital Thun (Vormittag) durchgeführt. Ebenfalls mit einer Einsatzübung überprüft wird das bestehende und der Bevölkerung kommunizierte Konzept zur Evakuierung der Zone 1 (Radius von rund 3 km um das Werk) des KKM. Dabei werden rund 60 Figuranten von den Gemeindeverwaltungen, Feuerwehren und Angehörigen des Zivilschutzes an den vordefinierten Sammelstellen in der Zone 1 zusammengezogen und mit Postautos aus dem betroffenen Gebiet transportiert. Anschliessend folgt die Registrierung, Versorgung und Verpflegung der evakuierten Personen in einem Aufnahmezentrum im Raum Schwarzenburg.

Zur Übersicht Medienmitteilungen