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Korrektion Bolligenstrasse Nord, Bern/Ostermundigen Strassenplan erlassen – koordinierter Bauablauf mit den SBB

31. Oktober 2017 – Medienmitteilung; Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern hat den Strassenplan für das Projekt Korrektion Bolligenstrasse Nord erlassen. Insbesondere für den Langsamverkehr sind massgebliche Verbesserungen aufgenommen worden. Das Projekt soll ab 2020 umgesetzt werden. Eine möglichst rasche Realisierung dient auch den SBB, die für den Gleisausbau im Aaretal als erste Massnahme die heute bestehende Strassenüberführung beim Knoten Schermenweg erweitern müssen.

Die Bolligenstrasse, eine wichtige Einfallsachse vom Worblental in die Stadt Bern, soll ausgebaut und angepasst werden. Die drei Kreisel Milchstrasse, Mösli Ost und Untere Zollgasse werden in Kreuzungen mit Lichtsignalanlagen umgebaut. Neue, intelligente Lichtsignalanlagen werden den Verkehr bedarfsgerecht steuern. Für einen besseren Verkehrsfluss sorgen zusätzliche Fahrstreifen und Abbiegespuren. Die Busse erhalten stadteinwärts eine separate Spur und werden auf Anmeldung hin bei den Lichtsignalanlagen bevorzugt. Die Velofahrerinnen und Velofahrer bekommen einen durchgehenden Radstreifen beidseits der Strasse und Vorrichtungen für ein gesichertes Linksabbiegen.

Verbesserungen für den Velo- und Fussverkehr

Aufgrund der Auflage Ende 2016 sind weitere Verbesserungen ins Projekt eingeflossen, die insbesondere dem Langsamverkehr zu Gute kommen. So werden der nördliche Radstreifen Richtung Worblental und der Gehweg bei der Unteren Zollgasse verbreitert. Hier wird auch die Einmündung angepasst, um das Queren mit Velo zu erleichtern. Zusätzliche Gelbblinker für Fussgänger und Velo sollen bei der Einmündung Wölflistrasse für mehr Sicherheit sorgen. Die Unterführung beim Kreisel Rothus wird gestalterisch aufgewertet und die Bepflanzung zur Verbesserung der Sicht angepasst.            

Korrektion begünstigt den Gleisausbau SBB

Eine wichtige Rolle bei der zeitlichen Planung des Projekts spielt die Brücke über die SBB-Gleise beim Knoten Schermenweg. Die SBB beabsichtigen die Gleisanlagen zwischen Wankdorf Süd und Münsingen auszubauen, um damit unter anderem den Viertelstundentakt im S-Bahnverkehr zu ermöglichen. Dies bedeutet, dass die Bolligenstrasse künftig über fünf statt nur drei SBB-Gleise führen und die Spannweite der Brücke entsprechend grösser wird. Der Bau der Brücke ist sehr anspruchsvoll, weil sowohl der Zugsverkehr auf der SBB-Linie wie auch der Verkehr auf der Bolligenstrasse ohne Unterbruch gewährleistet werden muss.

Koordinierter Bauablauf bringt Vorteile für alle

SBB und Kanton haben sich deshalb auf einen Bauablauf geeinigt, der allen dient: Zuerst die Korrektion der Bolligenstrasse, ab 2022 dann die SBB-Brücke, deren Bau bis drei Jahre in Anspruch nehmen wird. Diese Staffelung hat mehrere Vorteile. Dank den neuen Lichtsignalanlagen auf der Bolligenstrasse wird der Verkehr während des Brückenneubaus wirksam dosiert und kann besser mit den Bau- und Verkehrsphasen der Brückenbaustelle koordiniert und abgestimmt werden. Die SBB können so die Gesamtbauzeit minimieren und  und früher mit dem Bahnausbau beginnen. Das ist wiederum im Interesse des Kantons, dem die Einführung des Viertelstundentakts auf der Aaretal-Linie ein vorrangiges Anliegen ist. Ein weiterer Mehrwert des koordinierten und abgestimmten Bauablaufs ergibt sich für den Langsamverkehr, denn der Fussgänger- und Velosteg, der ursprünglich nur als «Anhängsel» der bestehenden SBB-Brücke vorgesehen war, kann nun in den Brückenneubau integriert werden.

Der Bund zahlt mit

Der Ausführungskredit für die Korrektion Bolligenstrasse Nord wird dem Grossen Rat voraussichtlich im März 2018 beantragt. Die Gesamtkosten werden auf rund 24 Millionen Franken veranschlagt, wovon der Kanton Bern den grössten Teil übernimmt. Das Projekt ist auf der Liste der Agglomerationsprogramme enthalten und wird vom Bund mit 5,25 Millionen Franken mitfinanziert.

Weitere Informationen: www.bve.be.ch/bolligenstrasse

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