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Kosten- und Fallentwicklung in der individuellen Sozialhilfe 2016 Die Kosten in der Sozialhilfe stiegen um zwei Prozent

12. Dezember 2017 – Medienmitteilung; Gesundheits- und Fürsorgedirektion

Im Jahr 2016 haben 46‘657 Personen im Kanton Bern Sozialhilfeleistungen bezogen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer minim tieferen Sozialhilfequote von 4,58 Prozent (2015: 4,64). Die Kosten beliefen sich auf 459 Millionen Franken. Sie sind damit gegenüber 2015 um knapp zwei Prozent gestiegen. Das zeigen die Ergebnisse der Sozialhilferechnung der Gemeinden und die Sozialhilfestatistik des Bundes, welche die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) des Kantons Bern in einem Bericht zusammenfasst.

2016 wurden im Kanton Bern insgesamt 46‘657 Personen durch die Sozialhilfe unterstützt. Dies sind 243 Personen weniger als im Vorjahr. Die Sozialhilfequote des Kantons Bern verharrt damit auf überdurchschnittlich hohem Niveau. Sie liegt ca. 1 Prozentpunkt über dem schweizerischen Durchschnitt. Allerdings ist die Höhe der Sozialhilfequote innerkantonal sehr unterschiedlich. Nach wie vor stellen die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt für gering qualifizierte Personen eine grosse Herausforderung dar. Für diese Personengruppe ist es schwierig, eine Arbeitsstelle zu finden. Eine weitere Herausforderung ist die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt von über 50-jährigen Personen, die ihre Arbeitsstelle verloren haben. Die Sozialhilfestatistik 2016 des Bundesamts für Statistik zeigt, dass der Anteil der Sozialhilfebeziehenden im Alter zwischen 46 und 64 Jahren in den letzten neun Jahren stetig gestiegen ist.

Kosten in den letzten Jahren stabil

Die Nettokosten in der individuellen Sozialhilfe sind 2016 gestiegen (+2 Prozent). Über die letzten Jahre betrachtet sind die Kosten in der Sozialhilfe im Kanton Bern auf hohem Niveau mehr oder weniger stabil geblieben. Diese Kosten tragen der Kanton und die Gesamtheit der Gemeinden über den Lastenausgleich je zur Hälfte. Zur Stabilisierung der Kosten haben die in den letzten Jahren unternommenen Anstrengungen der GEF und der Sozialdienste zur Steigerung der Kosteneffizienz beigetragen. Um weiterhin Kostensteigerungen zu verhindern, werden jedoch weitere Anstrengungen erforderlich sein. Die im Rahmen der Teilrevision des Sozialhilfegesetzes per 2019 geplanten Optimierungen zielen neben der Verstärkung des Anreizsystems genau in diese Richtung.

Anders als die Kosten der wirtschaftlichen Hilfe, sind die Personalkosten der Sozialdienste in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. 2016 betrugen sie knapp 86 Millionen Franken. Um diese Entwicklung zu bremsen hat der Regierungsrat per 1. Januar 2017 das Abgeltungssystem geändert. Neu werden nicht mehr Stellen abgegolten, sondern bearbeitete Fälle mittels Pauschalen.

Herausforderungen im Migrationsbereich

Neben der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, der immer weniger Stellen für gering qualifizierte Personen zur Verfügung stellt, werden auch die Migrationsbewegungen der letzten Jahre die Kantone mittel- bis langfristig vor zusätzliche Herausforderungen stellen. Viele Zuwandernde werden voraussichtlich länger in der Schweiz bleiben. Ein relativ grosser Teil von ihnen verfügt nicht über Sprachkenntnisse und ein Ausbildungsniveau, das für eine rasche Aufnahme in den regulären Arbeitsmarkt erforderlich wäre. Viele dieser Personen werden daher lange Zeit auf finanzielle Sozialhilfeunterstützung und Hilfestellungen zur beruflichen und sozialen Integration angewiesen sein. Die GEF hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsintegrationsquote generell und insbesondere für diese Personengruppe wesentlich zu verbessern. Dieses anspruchsvolle Ziel kann nur erreicht werden, wenn die Wirtschaft künftig eine grössere Anzahl niederschwelliger Arbeitsplätze anbietet. Aus diesem Grund hat die GEF eine Arbeitsgruppe eingesetzt, in der eine stattliche Zahl von Wirtschaftsvertretenden mitwirkt bei der Lösungsfindung.

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