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Luftreinhaltung Ein Winter mit wenig Feinstaub

24. April 2018 – Medienmitteilung; Volkswirtschaftsdirektion

Dank des vorwiegend milden und oftmals stürmischen Wetters wurde im Winterhalbjahr 2017/18 nur wenig Feinstaub gemessen. Der Januar war der mildeste Monat seit Beginn der meteorologischen Messungen im Jahr 1864. Auch die Langzeit-Bilanz sieht erfreulich aus. 2017 wurde der Jahresgrenzwert von 20 Mikrogramm im Kanton Bern ausser am Standort Bern Bollwerk deutlich eingehalten.

Der Kanton Bern überwacht an mehreren, über den Kanton verteilten Messstationen die Luftbelastung und orientiert regelmässig über die Ergebnisse. Im Winter ist Feinstaub der herausragende Schadstoff. Der Grenzwert für das Tagesmittel beträgt 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m3). Er darf einmal pro Jahr überschritten werden.

Die Belastung mit Feinstaub verlief in den Wintermonaten mehrheitlich auf einem für die Jahreszeit ausserordentlich tiefen Niveau. Verantwortlich dafür war in erster Linie das milde und zeitweise stürmische Wetter. Stabile und lang andauernde Hochdrucklagen, die eine hohe Feinstaubbelastung begünstigen, blieben im Winter 2017/2018 aus. Erst eine kurze Kältewelle führte Ende Februar zu einem Anstieg der Belastung. Dabei wurde der Tagesgrenzwert jedoch nur im Zentrum von Bern überschritten. Rückblickend gehört der Winter 2017/18 zu den feinstaubärmsten seit Messbeginn.

Langzeitgrenzwert 2017 wurde generell deutlich eingehalten

Im Jahr 2017 wurde der Langzeitgrenzwert von 20 µg/m3 mit Ausnahme der Strassenschlucht am Bollwerk in Bern an allen Standorten deutlich eingehalten. Der Tagesgrenzwert hingegen wurde im überdurchschnittlich kalten Januar während einer stabilen Hochdrucklage an mehreren Tagen grossräumig überschritten. Am häufigsten war dies am Standort Bern Bollwerk der Fall. Ursache der dortigen hohen Belastung war einerseits das trockene Strassensalz, das durch den Verkehr immer wieder aufgewirbelt wurde, andererseits eine intensive Bautätigkeit im Umfeld der Messstation.

Seit Beginn der Messungen vor rund 25 Jahren hat sich die Feinstabbelastung dank der getroffenen Massnahmen halbiert. Trotz dieses Erfolgs können jedoch während langanhaltenden austauscharmen Wetterlagen im Winter noch immer zu hohe Belastungen auftreten. Zudem ist der Anteil an gesundheitsschädigendem Russ aus Dieselfahrzeugen und Holzfeuerungen noch immer zu hoch. Langfristige Massnahmen, wie sie der Kanton Bern mit dem Massnahmenplan zur Luftreinhaltung 2015 / 2030 beschlossen hat, sind deshalb weiterhin notwendig.

Kanton Bern publiziert Luftqualität neu gemeinsam mit der Nordwestschweiz

Luft kennt keine Kantonsgrenzen, eine grossräumige Betrachtung ist sinnvoll. Seit Herbst 2017 publiziert der Kanton Bern seine Luftmesswerte zusammen mit den Kantonen der Nordwestschweiz auf der gemeinsamen Website www.luftqualitaet.ch. Dort wird auch der gemeinsame Jahresbericht über das Messjahr 2017 als Download angeboten.

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