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Wirtschaftsstrategie 2025 Der Kanton Bern will eine aktive Flächenpolitik

1. Juni 2018 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Der Regierungsrat hat ein drittes Massnahmenpaket zur Wirtschaftsstrategie 2025 beschlossen. Er will damit die Attraktivität des Kantons Bern als Wirtschaftsstandort weiter verbessern. Drei Massnahmen werden in aktualisierter Form weitergeführt und mit drei neuen Massnahmen zur Flächenpolitik, zum Medizinstandort und zur Mobilität ergänzt.

Der Regierungsrat hat im dritten Paket zur Umsetzung der Wirtschaftsstrategie 2025 folgende sechs Massnahmen beschlossen:

  1. Innovationen fördern
  2. Steuerstrategie aktualisieren
  3. Standortkonzentration Berner Fachhochschule
  4. Aktive Flächenpolitik
  5. Stärkung Medizinstandort
  6. Erreichbarkeit verbessern

Es handelt sich bei diesen Massnahmen teils um bereits gestartete Projekte. Die Massnahmen 1 bis 3 stammen aus den vorherigen Umsetzungspaketen, sie wurden im Hinblick auf eine Weiterführung aktualisiert. Die Massnahmen 4 bis 6 sind neu. Mit der Aufnahme in das  Massnahmenpaket betont der Regierungsrat deren wirtschaftliche Bedeutung.

Neu: Flächenpolitik, Medizinstandort und Mobilität

Im Kanton Bern fehlen grosse zusammenhängende Parzellen, die rasch bebaut werden können. Mit Massnahme 4 will der Regierungsrat künftig eine aktive Flächenpolitik verfolgen. Damit der Flächenbedarf von ansässigen Unternehmen und die Ansiedlung neuer Unternehmen sichergestellt werden kann, wird der Kanton bestehende Entwicklungsschwerpunkte (ESP) und strategische Arbeitszonen (SAZ) überprüfen. Dafür nutzt er die bestehenden raumplanerischen Instrumente konsequent, prüft neue Möglichkeiten und verbessert die Informationen über nicht überbaute und zur Umnutzung stehende Arbeitszonen.

Mit dem Zusammenschluss von Inselspital und Spital Netz Bern, der Gründung der sitem-insel AG und dem Ausbau des Ausbildungsangebots an der Universität hat der Kanton Bern in den letzten Jahren grosse Anstrengungen unternommen, den Medizinstandort zu stärken. Mit Massnahme 5 strebt der Regierungsrat einen Ausbau der Forschungs- und Entwicklungszentren sowie ausgewählte internationale Kooperationen an, um die Standortattraktivität  für Unternehmen der Medizin-, Medtech-, Biotech- und Pharmabranche weiter zu stärken.

Mit Massnahme 6 will der Regierungsrat die bereits gute Verkehrsinfrastruktur im Kanton Bern  erhalten, Engpässe beseitigen und die Erreichbarkeit auf Strasse und Schiene mit mehreren Ausbauprojekten verbessern. Die Ziele hat der Kanton Bern in seiner Gesamtmobilitätsstrategie definiert.

Aktualisiert: Innovationspolitik, Steuerstrategie und Standortkonzentration

Mit Massnahme 1 führt der Kanton Bern seine Innovationspolitik weiter. Der Fokus liegt auf dem Zusammenspiel von wissenschaftlichen Erkenntnissen und industriellen Anwendungen. Die Standortförderung setzt entsprechend einen Schwerpunkt bei der Förderung bestehender, inhabergeführter Unternehmen mit überragender Marktstellung, sogenannten «hidden champions». Die Dienstleistungs- und Forschungszentren Innovationspark Biel/Bienne, sitem-insel in Bern und Empa Thun werden in den nächsten Jahren ihre Neubauten beziehen.

Die «Steuerstrategie 2019-2022»  will als Massnahme 2 mit gezielten Entlastungen die Attraktivität des Kantons Bern weiter verbessern und Fehlanreize abbauen. Bei den Unternehmenssteuern ist eine weitere, zeitlich gestaffelte Senkung des maximalen Gewinnsteuertarifs geplant. Mit der Steuerstrategie ab 2023 sollen die Steuern der natürlichen Personen in den Fokus rücken.

Mit Massnahme 3 wird die Standortkonzentration der Berner Fachhochschule an zwei Standorten vorangetrieben. In Biel/Bienne entsteht der Campus (Eröffnung 2022) in unmittelbarer Nähe zum Innovationspark. In Bern soll 2026 der Campus im Weyermannshaus eröffnet werden.

Hinweis

Die Wirtschaftsstrategie 2025

2011 hatte der Grosse Rat die Wirtschaftsstrategie 2025 genehmigt. Damit setzte sich der Kanton das Ziel, bis ins Jahr 2025 bei allen drei Dimensionen der Nachhaltigen Entwicklung (Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft) besser dazustehen als 2011. «Für die Dimension Wirtschaft bedeutet dies, dass der Wohlstand der Bernerinnen und Berner über den Schweizer Durchschnitt ansteigt und dass sich der Kanton Bern bei der Wirtschaftskraft in der Rangliste der Kantone verbessert», heisst es in der Wirtschaftsstrategie. Im September 2012 und im Februar 2016 hat der Regierungsrat je ein Massnahmenpaket verabschiedet.

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