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Schulaustretendenumfrage 2018 Der direkte Einstieg in die Berufslehre wird immer beliebter

4. Juli 2018 – Medienmitteilung; Erziehungsdirektion

Immer mehr Jugendliche steigen nach der obligatorischen Schulzeit direkt in die Berufsbildung, ins Gymnasium oder in eine Fachmittelschule ein. Die Nachfrage nach den Brückenangeboten nimmt seit einigen Jahren ab. Dies zeigt die jährliche Umfrage der BIZ Berufsberatungs- und Informationszentren des Kantons Bern bei Lehrkräften der deutschsprachigen 9. Schuljahre. Fast alle Jugendlichen, die diesen Sommer die obligatorische Schule verlassen werden, haben eine Anschlusslösung gefunden.

Der Direkteinstieg in eine zertifizierende Grundbildung (Berufsbildung, Gymnasium oder Fachmittelschule) boomt: Während sich vor zehn Jahren rund jeder dritte Jugendliche nach der obligatorischen Schule für eine Zwischenlösung entschied, wählt 2018 nur noch knapp einer von fünf Jugendlichen diesen Weg (18,3 %, Vorjahr 20,1 %). Besonders augenfällig ist der Rückgang bei den kantonalen Brückenangeboten: Der Anteil Jugendlicher, die ein Berufsvorbereitendes Schuljahr (BVS) wählen (10 %, Vorjahr 10,7 %), hat sich gegenüber 2008 praktisch halbiert. Mit 0,9 % bleibt der Anteil Jugendlicher, die eine Vorlehre antreten werden, stabil.

Gemäss der Umfrage treten 51 % der 8021 erfassten Jugendlichen (Rücklaufquote 90,3 %) in eine berufliche Grundbildung (EFZ oder EBA) ein. Die Beliebtheit der Berufslehre bleibt damit ungebrochen. 24,7 % absolvieren das Gymnasium, wobei diese Zahl relativiert werden muss: Berücksichtigt man den Systemwechsel auf das ungebrochene vierjährige Gymnasium, liegt der Wert für den Übertritt vom ersten Jahr des Gymnasiums (also der eigentlichen 9. Klasse) ins zweite Jahr bei 21,2 %. Dies entspricht dem langjährigen Durchschnitt. 3,7 % der Jugendlichen treten in eine Fachmittelschule ein.

Von den weiteren Jugendlichen absolvieren 5,8 % ein privates Brückenangebot oder ein Sprachjahr, 1,5 % der Jugendlichen treten nach dem Sommer in ein Praktikum, ein praktisches Zwischenjahr oder ein Motivationssemester ein.

Nur gerade 180 Jugendliche (2,2 %) waren am Stichtag (1.6.2018) noch unentschlossen bzw. auf der Suche nach einer Lehrstelle; 19 von ihnen werden ohne weitere Ausbildung eine Arbeitsstelle antreten oder in ihre Heimat zurückkehren.

Im französischsprachigen Kantonsteil stieg der Anteil der Direkteinsteiger in eine berufliche Grundbildung leicht an (von 51,2 % auf 51,6 %); auch der Übertritt ins Gymnasium nahm leicht zu (21,3 %, Vorjahr 19,9 %). Im Gegenzug ist auch hier der Anteil der Jugendlichen, die sich für eine Zwischenlösung entschieden haben, rückläufig (18,7 %, Vorjahr 20,8 %).

Da gegenwärtig immer noch rund 850 Lehrstellen offen sind, ist davon auszugehen, dass die grosse Mehrheit der Jugendlichen, die noch eine Lehrstelle suchen, ebenfalls eine Lösung findet oder mittlerweile bereits gefunden hat. Besonders viele Lehrstellen sind gemäss dem kantonalen Lehrstellennachweis LENA (www.erz.be.ch/lehrstelle) in den Bereichen Hotellerie und Gastgewerbe sowie Bau und Haustechnik offen.

Jugendliche, die zu einem sehr späten Zeitpunkt noch eine Lehrstelle suchen, sind gut beraten, das Suchspektrum etwas auszuweiten. Trotz der Bemühungen von Lehrkräften und der BIZ fassen viele Jugendliche zunächst nur wenige Berufe ins Auge. Wer für Alternativen offen ist, findet unter www.berufsberatung.ch ein grosses Informationsangebot zu allen 230 Berufen, die es in der Schweiz gibt. Die BIZ Berufsberatungs- und Informationszentren (www.be.ch/biz) helfen auch in letzter Minute gerne mit einer Beratung weiter. Jugendlichen, die trotz aller Anstrengungen keine Lehrstelle finden, vermittelt – ebenfalls bei den BIZ –  die kantonale Triagestelle (www.erz.be.ch/triagestelle) einen Platz in einem geeigneten Brückenangebot.

Hinweis

Massnahmen des Kantons Bern zur Förderung von Anschlusslösungen

Die folgenden Schritte unterstützen den Übertritt in eine Anschlusslösung:

Konzept für die berufliche Orientierung: Für eine nachhaltige Berufswahlvorbereitung braucht es eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrpersonen und der Berufsberatung. Dazu gehören der Berufswahlunterricht in der Schule, Informationsveranstaltungen der BIZ für Eltern und Jugendliche sowie die Präsenz der Berufsberatung in den Schulhäusern, die den Lehrpersonen helfen soll, Jugendliche mit Schwierigkeiten in der Berufswahl frühzeitig zu erkennen und gezielt zu unterstützen. www.be.ch/biz-berufswahlvorbereitung

Berufsberatung: Jugendliche erhalten in den BIZ Beratung und Unterstützung bezüglich möglicher Lösungen. www.be.ch/bizstart

Case Management Berufsbildung: Case-Managerinnen und -manager unterstützen in den BIZ Jugendliche mit vielfältigen Schwierigkeiten auf dem Weg ins Berufsleben – wo nötig von der Berufswahl über die Ausbildung bis zum Eintritt ins Erwerbsleben. www.be.ch/biz-casemanagement

Triagestelle Brückenangebote: Jugendliche, die kurz vor dem Abschluss der obligatorischen Schulzeit noch über keine Anschlusslösung verfügen, können bei der Triagestelle angemeldet werden, die gemeinsam mit den Jugendlichen kurzfristig nach einer möglichst optimalen Zwischenlösung sucht. www.erz.be.ch/triagestelle

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