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Angebote der höheren Berufsbildung Pauschalbeiträge für Studierende und Schulen

11. Januar 2013 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Der Regierungsrat des Kantons Bern will die Angebote der höheren Berufsbildung neu steuern und finanzieren. Studierende und die Bildungsinstitutionen sollen künftig Pauschalbeiträge erhalten. Die verbleibenden Kosten müssen mit Kurs- und Studiengebühren gedeckt werden. Mit diesem Modell will der Regierungsrat den Kostenanstieg der letzten Jahre bremsen und für mehr Wettbewerb unter den Anbietern sorgen. Er hat die Erziehungsdirektion ermächtigt, eine entsprechende Revision des Gesetzes über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung bis am 15. April 2013 in die Vernehmlassung zu schicken.

Die höhere Berufsbildung umfasst Ausbildungsgänge auf der nicht hochschulischen Tertiärstufe, die auf eidgenössische Abschlüsse vorbereiten. Die Steuerung und Abgeltung dieser Lehrgänge regelt das Gesetz über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung, das seit dem 1. Januar 2006 in Kraft ist. Zwar hat sich das Gesetz in weiten Teilen bewährt. Weil sich die höhere Berufsbildung rasch wandelt, sind aber Probleme bei der Steuerung und Finanzierung aufgetreten, die der Regierungsrat mit einer Gesetzesrevision beheben will.

Finanzierung nach Aufwand führt zu steigenden Kosten

Die Studierenden, die eine höhere Berufsbildung absolvieren, können ihre Schule frei wählen. Die Tarife für die Abgeltung von interkantonalen Schulbesuchen sind in der interkantonalen Vereinbarung über die Beiträge an die Bildungsgänge der höheren Fachschulen festgelegt. Damit die Bildungsgänge von interkantonalen Zahlungen profitieren können, schliesst der Kanton Bern mit den Bildungsanbietern einen Leistungsvertrag ab. Nach dem geltenden Gesetz hat der Abschluss eines solchen Leistungsvertrags zur Folge, dass der Kanton nach Abzug der Gebühreneinnahmen die restlichen Kosten der Lehrgänge finanzieren muss. Weil es auf dem Markt jedoch Kurse mit sehr unterschiedlichem Lektionenumfang und unterschiedlichen Kosten gibt, hat diese Finanzierung nach Aufwand für den Kanton in den letzten Jahren zu steigenden Kosten geführt. Zudem fehlt im bestehenden System für die Anbieter auch der Anreiz, haushälterisch mit den Kosten umzugehen.

Wechsel zu Pauschalbeiträgen

Um den Kostenanstieg zu bremsen, strebt der Regierungsrat den Wechsel von der Aufwandfinanzierung zu einem Finanzierungsmodell an, das die Absolvierenden einer eidgenössischen Prüfung mit einem Pauschalbeitrag unterstützt. Die kantonalen und die privaten höheren Fachschulen, mit denen der Kanton einen Leistungsvertrag abgeschlossen hat, erhalten pro Studierenden neu ebenfalls eine Semesterpauschale. Mit der angestrebten Lösung setzt der Regierungsrat auf den Wettbewerb im Bildungsmarkt. Die bisher subventionierten Anbieter werden ihre Angebote optimieren und sich über die Qualität behaupten müssen.

Moderate Mehrkosten bei der Hälfte der Angebote

Bei rund der Hälfte der Angebote wird die neue Regelung zu moderaten Mehrkosten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer führen. Bei einigen wenigen Vorbereitungskursen, vor allem im Hinblick auf Meisterprüfungen in gewerblichen Berufen, werden die Kurskosten überdurchschnittlich steigen. Hier müssen die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt Massnahmen ergreifen, indem sie den Lektionenumfang senken oder Unterstützung aus dem Berufsbildungsfonds leisten.

Unterstützungsmassnahmen bei den Sozial- und Gesundheitsberufen

Die Bildungsgänge der Sozial-und Gesundheitsberufe müssen um Studierende werben, damit genügend Fachleute ausgebildet werden können. In diesen Fällen erlaubt es die Neuregelung, mit speziellen Unterstützungsmassnahmen weiterhin für den notwendigen beruflichen Nachwuchs zu sorgen.

Die Vernehmlassung zur Revision des Gesetzes über die Berufsbildung, die Weiterbildung und die Berufsberatung dauert bis am 15. April 2013.

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