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Berner Renaturierungsfonds feiert das 20-Jahr-Jubiläum Mehr Lebensraum entlang der Berner Gewässer

6. Februar 2018 – Medienmitteilung; Volkswirtschaftsdirektion

In den 20 Jahren seines Bestehens hat der Kanton Bern über seinen Renaturierungsfonds zahlreiche Flussläufe korrigiert, Auengebiete aufgewertet, neue Tümpel, Teiche und Totholzinseln geschaffen und so den Lebensraum von Fauna und Flora erweitert. Am Jubiläumsanlass an der Alten Aare in Dotzigen dankte Regierungsrat Christoph Ammann den Verantwortlichen für ihr Engagement im Generationenprojekt zur Revitalisierung und Renaturierung unseres Lebensraums.

Das Berner Stimmvolk hat im Jahr 1997 einem Volksvorschlag des Bernisch Kantonalen Fischerei-Verbandes und Pro Natura zur Schaffung eines Renaturierungsfonds zugestimmt. Willy Mueller, Geschäftsleiter des Renaturierungsfonds beim Kanton Bern, zeigt auf, dass mit dem Fonds die rechtliche Basis geschaffen wurde, um mit Hilfe dessen über einen Zeitraum von 20 Jahren in zirka 1000 Projekten rund 60 Mio. Franken in das naturnahe Gestalten von Flüssen, Bächen und Seen, aber auch in die Renaturierung zahlreicher verbauter Gewässer zu investieren. Gespeist wird der Fonds durch zehn Prozent der Abgaben aus der Wassernutzung.

Bei den bisher abgeschlossenen Projekten handle es sich jeweils oft um Gewässeraufwertungen, die im Zusammenhang mit Hochwasserschutzmassnahmen oder mit Ausbauten der Strassen-, Bahn- oder Kraftwerkinfrastruktur standen, betonte Regierungsrat Christoph Ammann. Der Grundauftrag des Renaturierungsfonds sei der gleiche wie vor 20 Jahren: Revitalisierungsprojekte für eine möglichst naturnahe Gestaltung von Flüssen, Bächen und Seen unterstützen sowie verbaute Gewässer in ihren natürlichen Zustand zurück versetzen. «Mit umfassenden Gewässerentwicklungskonzepten lassen sich die Anforderungen der Gesetzgebung – Hochwasser-, Natur- und Gewässerschutz sowie Fischerei – und die Bedürfnisse der Bevölkerung nach Erholungsraum zusammen bringen», so der Volkwirtschaftsdirektor. 

Berner Fischer als Initianten

Von Seiten des Bernisch Kantonalen Fischerei-Verbandes (BKFV) freute sich Vizepräsidentin Marianne Schenk am Jubiläumsanlass über die vielen Projekte, die über den Renaturierungsfonds verwirklicht werden konnten. Der Fonds gehe unter anderem auf die Initiative des BKFV zurück. Das Berner Vorhaben strahle seit Jahren national aus und habe letztlich dazu beigetragen, dass das Gewässerschutzgesetz des Bundes revidiert wurde und sich die Revitalisierung der Gewässer so rascher umsetzen lässt. Gleichzeitig gab Marianne Schenk zu bedenken, dass Fischpopulationen wie Forellen und Äsche unter den immer wärmer werdenden Gewässern leiden und insbesondere kleinere Gewässer noch mit Pestiziden belastet sind.  

4000 Kilometer in 80 Jahren

Als Vertreter des Bundesamts für Umwelt betonte Adrian Schertenleib die wichtige Rolle, welche der Renaturierungsfonds einnimmt. Die Mittel aus dem Fonds würden die Tragbarkeit und die Akzeptanz der Revitalisierungsmassnahmen massgeblich fördern. Die im Jahr 2011 erlassene Gewässerschutzgesetzgebung des Bundes verpflichte die Kantone, innert 80 Jahren rund 4000 km beeinträchtige Gewässer in einen naturnahen Zustand zurückzuführen. Da der Hochwasserschutz bei der Bevölkerung die grössere Akzeptanz ausweise als die Revitalisierung der Gewässer, sei es wichtig, Schutzprojekte jeweils mit Aufwertungsmassnahmen für Fauna und Flora zu ergänzen.

Hermann Käser, Präsident des «Wasserschutzverbandes Alte Aare», ist sich bewusst, dass die Schutzmassnahmen entlang der Alten Aare ohne den Renaturierungsfonds nicht hätten finanziert werden können. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Fonds habe ausgezeichnet funktioniert. Das Resultat wird entlang der Alten Aare im Raum Dotzigen, wo der Jubiläumsanlass stattfand, deutlich: Wo bis vor kurzem das Wasser in einem engen Bachbett rasch Richtung Büren floss, mäandert der Fluss als breites Gewässer heute zwischen Weihern, Tümpeln und Teichen durch das Gehölz.

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