Zurück zur Archivsuche

Bundeshaus Ost Archäologische Grabungen im alten Berner Inselspital

30. Oktober 2012 – Medienmitteilung; Erziehungsdirektion

Derzeit wird das Bundeshaus Ost saniert und modernisiert. Der Archäologische Dienst des Kantons Bern begleitet diese Arbeiten. Dabei hat er Kellerreste des ehemaligen Inselspitals freigelegt. Anlässlich des Tages des offenen Bodens am 1. November 2012 kann die Bevölkerung diese neuen Entdeckungen besichtigen, bevor sie wieder unter der Erde verschwinden.

Mitten in Bern laufen derzeit unter der Leitung des Bundesamtes für Bauten und Logistik BBL die Arbeiten zur Sanierung und Modernisierung des Bundeshauses Ost. Neue Zuleitungen und der Bau neuer Keller machen grossflächige Bodeneingriffe nötig. Der Archäologische Dienst des Kantons begleitet diese Arbeiten. Dort, wo heute die Bundesbauten stehen, erhoben sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bedeutende öffentliche Bauten der Stadt Bern. Zuletzt stand dort das Inselspital mit seinen imposanten Kelleranlagen. Gebraucht wurden diese einst, um die Naturalabgaben der Spitalstiftung zu lagern, die zur Finanzierung des Spitals und zur Versorgung seiner Insassen verwendet wurden.

Der Archäologische Dienst hat inzwischen eindrucksvolle Reste der Keller freigelegt und wird diese eingehend dokumentieren. Danach verschwinden sie wieder unter der Erde und müssen teils den Baumassnahmen weichen. Im Rahmen eines Tages des offenen Bodens macht der Archäologische Dienst diese neuen Entdeckungen der breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Geschichte des Inselspitals

Das Inselspital geht in seinen Ursprüngen auf eine Stiftung der reichen Wittwe Anna Seiler zurück. Das «Seilerin-Spital» umfasste ihr Wohhaus an der Zeughausgasse und Güter zum Unterhalt von dreizehn Betten für Bettlägerige und Bedürftige. Die Stiftung unterstand der Stadt, so entschieden Schultheiss und Rat über Aufnahme und Entlassung von Patienten.

Nach der Reformation (1528) erfolgte der Umzug in das ehemalige Konvent des Dominikanerinnenklosters «St. Michael zur Insel». Fortan trug es den Namen «Inselspital».

Im 18. Jahrhundert war der alte Bau weder den vielen Patienten gewachsen noch entsprach sein Zustand einer zeitgemässen Krankenversorgung. Der Rat beschloss 1715 einen Neubau, der in den Jahren von 1718 bis 1724 umgesetzt wurde. Die Zahl der anfänglich 45 Betten in dem dreistöckigen Bau stieg bald schon auf 82 Betten an. Ende des 19. Jahrhunderts wich das barocke Inselspital dem Neubau des Bundeshauses Ost und wurde am heutigen Standort neu errichtet.

Tag des offenen Bodens

Der Tag des offenen Bodens findet am 1. November 2012, 16.00 Uhr bis 19.30 Uhr, statt. Führungen beginnen um 16.00 Uhr, 16.30 Uhr, 17.00 Uhr, 17.30 Uhr, 18.00 Uhr, 18.30 Uhr, 19.00 Uhr und 19.30 Uhr.

Mediendokumentation

Zurück zur Archivsuche