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Steinzeitlicher Bestattungsplatz in Oberbipp

27. Juni 2012 – Medienmitteilung; Erziehungsdirektion

Im Oktober 2011 wurde in einer «Hostett» an der Steingasse in Oberbipp eine grosse Granitplatte freigelegt. Die Untersuchung durch den Archäologischen Dienst des Kantons Bern ergab, dass es sich bei dem zwei mal drei Meter grossen und gegen einen Meter dicken Findling um die Deckplatte eines steinzeitlichen Gemeinschaftsgrabs, eines so genannten Dolmens handelt. Seit Februar 2012 untersucht der Archäologische Dienst die Anlage, die wohl in der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends vor Christus entstand, mit neusten wissenschaftlichen Methoden.

Die Grabanlage ist in grossen Teilen noch intakt erhalten, obschon ein Teil des Eingansbereichs beim Versuch, den störenden Findling aus der Weide zu entfernen, beschädigt wurde. Es handelt es sich um ein neolithisches Kammergrab, einen so genannten Dolmen. Dieser entstand wohl in der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr. und diente als Kollektivgrab einer in Oberbipp ansässigen Bauerngemeinschaft. In den vergangenen Jahrhunderten war er geschützt durch eine Sedimentschicht, aus der nur ein kleines Stück der Deckplatte herausragte. Der Dolmen gehört zu den ausgesprochen seltenen erhaltenen Belegen für diesen Gräbertyp in der Schweiz: Die meisten dieser Anlagen wurden zerstört, weil sie die landwirtschaftliche Nutzung behinderten.

Die mächtige Deckplatte von Oberbipp liegt auf mehreren kleineren Granitblöcken auf, welche die Wände der eigentlichen Grabkammer bilden. Römische und mittelalterliche Funde aus den direkt an die Konstruktion anstossenden Schichten belegen, dass der Dolmen mindestens bis ins 13. Jahrhundert zum grössten Teil überirdisch sichtbar war. Das Sediment in seiner Umgebung lagerte sich erst später ab, wohl bei verschiedenen Hochwasserereignissen des Mühlebachs. Sie dürften der Grund sein, warum zwei der Stellsteine unter der Deckplatte seitlich verschoben sind. Diese wird deshalb im weiteren Verlauf der Ausgrabungsarbeiten entfernt werden müssen, da sich der Inhalt der Grabkammer sonst nicht ohne Gefahr für die Grabungsequipe abbauen lässt.

Bisher wurde die Grabkammer nicht geöffnet. Zahlreiche Keramikscherben und Abfälle der Produktion von Steinwerkzeugen lassen aber auf interessante Funde hoffen.

Vor dem Entfernen der Deckplatte können die laufenden Ausgrabungen besucht werden, am Freitag, 29. Juni 2012, von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Die Besucherinnen und Besucher werden gebeten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen. Es stehen keine Parkplätze zur Verfügung.

Mediedokumentation

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