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Kulturpflegestrategie Klare Prioritäten für Archäologie und Denkmalpflege

1. September 2014 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Der Regierungsrat hat die neue Kulturpflegestrategie zuhanden des Grossen Rats verabschiedet. Sie enthält breit abgestützte strategische Grundlagen für die Archäologie und die Denkmalpflege, konzentriert sich auf das Wesentliche und setzt klare Prioritäten. In der Konsultation wurde die Kulturpflegestrategie mehrheitlich positiv aufgenommen. Um die Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und die Wirksamkeit der Strategie zu stärken, sollen die gesetzlichen Grundlagen bis 2017 auf Optimierungen hin überprüft werden.

Im Gegensatz zur Kulturförderung, die sich seit 2009 an der Kulturstrategie orientiert, fehlen für die Archäologie und die Denkmalpflege breit abgestützte strategische Grundlagen. Die neue, vom Regierungsrat zuhanden des Grossen Rats verabschiedete Kulturpflegestrategie schliesst die Lücke in diesen Bereichen. Die Strategie ist für den Regierungsrat ein kulturpolitisches Steuerungsinstrument. Sie definiert die Grundsätze und Rahmenbedingungen und liefert  die Basis für die Rolle des Kantons und seiner Partner in der Denkmalpflege und der Archäologie. Sie betrachtet das Kulturerbe als wertvolle Ressource, welche die Lebens- und Wohnqualität sowie die Standortattraktivität in allen Regionen des Kantons  steigert. Indem sie die Aufgaben und Tätigkeiten des Archäologischen Dienstes und der Kantonalen Denkmalpflege klärt, schafft die Kulturpflegestrategie Transparenz und Vertrauen.

Überprüfung der gesetzlichen Grundlagen auf Optimierungsmöglichkeiten

Der Entwurf der Kulturpflegestrategie ist in der Konsultation positiv aufgenommen worden, die Stossrichtung der strategischen und operativen Ziele ist unbestritten. Insbesondere die Priorisierung und die verstärkte Kommunikation und didaktische Vermittlung von Inhalten wurde grundsätzlich begrüsst. Umstritten war hingegen die Frage, wie die kulturpflegerischen Aktivitäten angesichts der angespannten Finanzlage des Kantons Bern finanziert werden sollen. Es wurde verlangt, dass vor allem die Kosten des Archäologischen Dienstes berechenbarer werden sollen, indem anstelle einer Budgetüberschreitung eine Verzichtsplanung einzuführen sei. Mit der stärker gewichteten Priorisierung bezüglich Qualität und Bedeutung des Kulturerbes trägt die Kulturpflegestrategie diesem Anliegen Rechnung.

Die Erziehungsdirektion kommt zum Schluss, dass die bestehenden gesetzlichen Grundlagen genügen, um die in der Strategie definierten strategischen und operativen Ziele zu erreichen. Aufgrund der Rückmeldungen aus der Konsultation wird die Verwaltung jedoch beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen bis 2017 auf Optimierungen hin zu überprüfen, um die Handlungsmöglichkeiten der Strategie zu erweitern und deren Wirksamkeit zu stärken.

Archäologie und Denkmalpflege setzen Prioritäten

Im Zentrum der in dieser Form schweizweit einmaligen Kulturpflegestrategie steht die Maxime «So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig». Bereits heute setzen Archäologie und Denkmalpflege Prioritäten. Ausschlaggebend ist dabei eine auf wissenschaftlichen Kriterien beruhende Bewertung. Neben der wissenschaftlichen beziehungsweise kulturgeschichtlichen Bedeutung des Kulturguts spielen aber auch die personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen des Archäologischen Dienstes und der Kantonalen Denkmalpflege eine Rolle. Die Kulturpflegestrategie führt die Konzentration auf das Wesentliche fort. Die Strategie generiert keine zusätzlichen Kosten: Mit ihrer Umsetzung sind zwar neue Aufgaben in den Bereichen Vermittlung, Kommunikation und Information verbunden, diese sind jedoch mit dem bestehenden Personal realisierbar beziehungsweise mit den in den letzten Jahren zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln, die sich im Aufgabenfeld Kulturerbe gemäss Angebots- und Strukturüberprüfung ASP 2014 auf 83 Prozent des Schweizer Durchschnitts belaufen.

Der Grosse Rat wird sich in der Januarsession 2015 mit der Kulturpflegestrategie befassen.

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