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Umfahrung Wilderswil Regierungsrat genehmigt Kredit für den Bau

21. Dezember 2017 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Der Regierungsrat des Kantons Bern beantragt dem Grossen Rat einen Kredit von 70,35 Millionen Franken für den Bau der Umfahrung von Wilderswil. Die neue Strasse soll das Dorf vom Durchgangsverkehr entlasten und die Erreichbarkeit der Jungfrau Region verbessern. Gleichzeitig soll der Grosse Rat einen Beitrag von 3,32 Millionen Franken an das letzte Element des Hochwasserschutzes Lütschine Bödeli sprechen. Beide Projekte sind eng miteinander verbunden.

In Wilderswil staut sich besonders an Wochenenden und in der Ferienzeit häufig der Verkehr. Bis zu 15‘000 Fahrzeuge fahren täglich durchs Dorf. Die Bevölkerung leidet unter den Immissionen, der Fuss- und Veloverkehr ist Gefahren ausgesetzt. Die Postautos bleiben im Stau stecken. Nur mit einer Umfahrung können Wilderswil entlastet und die Erschliessung der Tourismuszentren Grindelwald und Lauterbrunnen verbessert werden.

Im Tunnel unter dem Bahnhofgebiet

Die neue, zweispurige Strasse ist zwei Kilometer lang. Sie beginnt beim Direktanschluss der Gewerbezone auf dem ehemaligen Flugplatz Interlaken. Nach einer rund 230 Meter langen offenen Strecke verschwindet die Strasse in einem 568 Meter langen Tunnel unter dem Bahnhofgebiet. Im Bereich der Werrenkurve südlich des Bahnhofs kommt sie wieder ans Tageslicht und wird anschliessend auf einem Damm entlang dem Bahntrassee geführt. Sie quert dabei zweimal die Lütschine. Im Bereich der Tschingelmatte wird die Umfahrung über einen Kreisel an die Kantonsstrasse angeschlossen.   

Tunnel dient auch dem Hochwasserschutz

Der Strassentunnel soll gleichzeitig als Abflusskorridor für den Hochwasserschutz in Wilderswil dienen. Bei einem seltenen Extremereignis kann das überschüssige Wasser der Lütschine durch den Tunnel abgeleitet werden. Deshalb wird dem Grossen Rat auch ein Kantonsbeitrag an das letzte Element des Hochwasserschutzprojekts Lütschine Bödeli vorgelegt. Gebaut werden sollen ein Ausleitbauwerk an der Lütschine für den Extremfall, ein Einleitbauwerk in den Umfahrungstunnel und eine Überleitmulde, die das Hochwasser nach dem Tunnel in den vorgesehenen Abflusskorridor auf den ehemaligen Flugplatz leitet.   

Kosten und Termine

Der Grosse Rat wird in der März-Session 2018 über einen Kredit von 70,35 Millionen Franken für den Bau der Umfahrung Wilderswil befinden. Gleichzeitig legt ihm der Regierungsrat einen Kantonsbeitrag von 3,32 Millionen Franken an das letzte Element des Hochwasserschutzprojekts Lütschine Bödeli vor. Bereits in der März-Session 2017 hat das Kantonsparlament einen Beitrag von 16,14 Millionen Franken an das 38,21 Millionen Franken teure Gesamtprojekt bewilligt.

Der Baubeginn für die Umfahrung Wilderswil ist für 2020 vorgesehen. Die Bauzeit wird sich über vier bis fünf Jahre erstrecken. Der Hochwasserschutz im Raum Wilderswil soll zwischen 2020 und 2023 realisiert werden.

Längere Vorgeschichte

Die Umfahrung Wilderswil hat eine längere Vorgeschichte. Eine Machbarkeitsstudie wurde bereits 2002 gemacht. 2009 hat der Grosse Rat einen Projektierungskredit von rund drei Millionen Franken genehmigt. Das ursprüngliche Projekt musste allerdings noch mit dem Gemeindeprojekt «Direktanschluss Gewerbezone Flugplatz» abgestimmt werden.   

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