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Fruchtfolgeflächen im Kanton Bern Kommission begrüsst Absicht, eine Bodenkarte zu erarbeiten

5. März 2018 – Medienmitteilung; Grosser Rat

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates begrüsst die Pläne des Kantons, eine flächendeckende Bodenkarte zu erarbeiten. Im Rahmen ihrer Abklärungen zu den Fruchtfolgeflächen (FFF) hat die Kommission festgestellt, dass die vorhandenen Daten nicht nur Lücken, sondern auch Unschärfen aufweisen. Wie wichtig genaue Angaben sind, zeigt der Umstand, dass der Kanton Bern derzeit nur knapp über die vom Bund vorgegebene, minimale Menge an FFF verfügt.

Anfang 2017 hat die GPK entschieden, sich mit dem Thema der FFF im Kanton Bern zu beschäftigen. Die Kommission stellt gestützt auf die von Seiten der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) erhaltenen Informationen fest, dass der Kanton Bern dank einer Nachkartierung von zusätzlichen 3700 Hektaren FFF in voralpinen Hügelzonen seit 2015 über den vom Bund vorgegebenen Minimalwert an FFF verfügt. Allerdings wurde ebenfalls ersichtlich, dass das Inventar historisch gewachsen ist und darum Unschärfen aufweist. Dies nicht zuletzt deshalb, weil der Bund erst Jahre nach der Bestimmung der Mindestmenge Kriterien für FFF festlegelegt hatte. Trotz der gesetzlichen Verschärfungen in den letzten Jahren dürften im Kanton immer noch jährlich rund 50 Hektaren FFF unwiederbringlich verloren gehen. Die GPK ist der Meinung, dass der Bestand an FFF im Kanton Bern nicht mehr substanziell kleiner werden darf und die JGK dafür sorgt, dass weitere Verluste verhindert werden können.

Neues Kartenwerk für verschiedene Bedürfnisse

Vor diesem Hintergrund begrüsst die GPK die Bestrebungen, eine flächendeckende Bodenkarte unter der Federführung der Volkswirtschaftsdirektion (Amt für Landwirtschaft und Natur, LANAT) zu erstellen. Sie erachtet es auch als richtig, ein Kartenwerk zu planen, das verschiedene Bedürfnisse abdeckt und dereinst verschiedenen Direktionen für die Erfüllung ihrer Aufgaben dienlich sein wird. Das Detailkonzept soll im ersten Quartal 2019 vorliegen. Die GPK plant, sich bei Vorliegen des Detailkonzepts nochmals mit der Materie zu befassen.

Kritik an schwachem Einbezug der Kantone

Die Kommission hat zur Kenntnis genommen, dass auf Bundesebene eine Expertengruppe den Sachplan FFF überprüft, in welcher unter anderem verschiedene Interessengruppen sowie Bundesämter vertreten sind Die GPK teilt die Erwartungen, welche die JGK mit der Revision des Sachplans verbindet. Vordringlich ist, dass der Bund klare Kriterien für die Definition von FFF festlegt, an die sich alle Kantone zu halten haben. Es ist nach Auffassung der Kommission wichtig, dass diese Arbeiten auf Bundesebene möglichst rasch vorangetrieben werden und in absehbarer Zeit zu einem Abschluss kommen. Nicht nachvollziehbar ist für die GPK in diesem Zusammenhang, wie schwach die Kantone allgemein und der Kanton Bern als grösster Agrarkanton im Besonderen direkt in der Arbeitsgruppe vertreten sind.

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