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Bundesgelder für mehrsprachige Kantone: Beiträge 2017

6. Dezember 2017 – Medienmitteilung; der Staatskanzlei des Kantons Bern und des Rats für französischsprachige Angelegenheiten des zweisprachigen Amtsbezirks Biel (RFB)

Zur Förderung der Zweisprachigkeit hat der Bund dem Kanton Bern für das Jahr 2017 gemäss eidgenössischem Sprachengesetz Beiträge von insgesamt 250 000 Franken überwiesen. Der Bund hat seine Beiträge an die mehrsprachigen Kantone im Vergleich zu den Vorjahren stark gekürzt. Dennoch konnten damit 14 unterschiedliche Projekte unterstützt werden, die im Kanton Bern zu einer lebendigen Zweisprachigkeit beitragen.

Der Bund hat seine Beiträge an mehrsprachige Kantone 2017 als Folge von Sparmassnahmen um einen Drittel gekürzt. Jeder Kanton erhält nunmehr 250 000 Franken pro Jahr; 2016 hatte der Kanton Bern noch Beiträge von 436 000 Franken erhalten. Der Kanton bedauert diese Kürzung, hat aber darauf geachtet, den verbleibenden Betrag auf wichtige Projekte aus unterschiedlichen Bereichen wie Kultur, Bildung oder Gesundheit zu verteilen.

Zweisprachigkeit an den Spitälern in Biel und Bern

Das Inselspital Bern hat erstmals einen Beitrag von 60 000 Franken gemäss eidgenössischem Sprachengesetz erhalten. Damit konnten Projekte zugunsten der Zweisprachigkeit lanciert werden, namentlich Sprachkurse für das Personal. Die Zweisprachigkeit am Spitalzentrum Biel wurde dieses Jahr mit 25 000 Franken unterstützt. Mit diesen Beiträgen wird die französische Sprache an beiden Spitälern, die von Gesetzes wegen zweisprachig sind, gestärkt.

Kultur als Brücke zwischen den Sprachen

Der geltende Leistungsvertrag mit dem Bund legt das Schwergewicht auf Kulturprojekte, die zur Verständigung zwischen den Sprachen beitragen. 2017 haben mehrere kulturelle Organisationen und Institutionen Bundesgelder erhalten: das Théâtre de la Grenouille, das Festival du Film français d’Helvétie (FFFH), die Spectacles français de Bienne und die Bieler Fototage.

Das kantonale Amt für Kultur hat einen Beitrag zur Stärkung der Zweisprachigkeit innerhalb des Amts erhalten. In der Kantonsverwaltung werden mit Bundesgeldern Sprachtandems unterstützt. Für das Kantonspersonal wird ein vom Personalamt und vom Bernjurassischen Ratorganisierter Kurs angeboten, an dem man den Berner Jura besser kennenlernen kann.

Französisch- und zweisprachige Berufsbildung

An ein vom Rat für französischsprachige Angelegenheiten des zweisprachigen Amtsbezirks Biel im Jahr 2015 gestartetes Projekt zur Stärkung der französisch- und zweisprachigen Berufsbildung in Biel wurde ein Beitrag von 50 000 Franken gewährt. Das auch von der kantonalen Erziehungsdirektion unterstützte Projekt begleitet und betreut französischsprachige Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler in schwierigen Lebenssituationen bei der Suche nach einer Lehr- oder Ausbildungsstelle in ihrer Region und bei der Überwindung allfälliger Sprachbarrieren. Rund fünfzig Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler nutzen dieses Angebot.

Weitere Bundesgelder im Bildungsbereich haben erhalten: die pädagogische Begleitung von zweisprachigen Studiengängen in Mikro- und Medizintechnik in Biel sowie der zweisprachige Unterricht in den Bieler Berufsmaturitätsklassen.

Beitragsgesuche 2018 und 2019

Die vom Bundesamt für Kultur gesprochenen Gelder werden im Kanton Bern auf Antrag einer Arbeitsgruppe verteilt. In dieser Arbeitsgruppe, die vom französischsprachigen Vizestaatsschreiber Michel Walthert geleitet wird, sind der Rat für französischsprachige Angelegenheiten, das Forum für die Zweisprachigkeit, der Bernjurassische Rat sowie mehrere Direktionen der Kantonsverwaltung vertreten.

Das Auswahlverfahren für die 2018 zu unterstützenden Projekte ist angelaufen. Da der Bund eine weitere Kürzung sämtlicher Bundesbeiträge um 2 Prozent beschlossen hat, wird dem Kanton Bern im nächsten Jahr ein Betrag von 245 0000 Franken zur Verfügung stehen. Der Kürzung der Bundesbeiträge steht eine ständig wachsende Zahl von Beitragsgesuchen gegenüber.

Projekteingaben im Hinblick auf einen Beitrag 2019 sind bis zum 31. Oktober 2018 möglich. Die Gesuche sind an die Staatskanzlei des Kantons Bern, Amt für Sprachen- und Rechtsdienste, Postgasse 68, 3000 Bern 8 (info.asr@sta.be.ch), zu richten.

2017 wurden folgende Beiträge gewährt:

  • Stärkung der zweisprachigen Patientenkommunikation am Inselspital Bern (60 150 Franken)

  • Gezielte Projekte zur Stärkung der Zweisprachigkeit am Spitalzentrum Biel (25 000 Franken)

  • Zweisprachiger Unterricht in der Berufsbildung und integrierter praktischer Unterricht (Deutsch-Französisch) an den Berufsmaturitätsklassen (28 600 Franken)

  • Stärkung des zwei- und französischsprachigen Lehrstellenangebots in Biel (50 000 Franken)

  • Zweisprachige Kulturvermittlung an den Bieler Fototagen (6000 Franken)

  • Schülerfestival und Jugendjury am Festival du Film français d’Helvétie (FFFH) (24 000 Franken)

  • Begleitung der zweisprachigen Studiengänge in Mikro- und Medizintechnik sowie in Informatik/Zweisprachigkeit an der TI Biel/Bienne (10 000 Franken)

  • Gelebte Zweisprachigkeit im Amt für Kultur (5000 Franken)

  • Zentrales Kursangebot: Kurs «Den Berner Jura kennenlernen» (4000 Franken)

  • Sprachtandems in der Kantonsverwaltung (2000 Franken)

  • Simultanübersetzung bei Kursen des Personalamts (1250 Franken)

  • Zentrales Kursangebot: Sprachkurse (11 000 Franken)

  • Counting Out: mehrsprachige Aufführungen mit dem Théâtre de la Grenouille (20 000 Franken)

  • Begegnungstage der «Spectacles français» mit dem deutschsprachigen Bieler Publikum (3000 Franken)

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