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Übertritt in die Sekundarstufe I Neue Kontrollprüfung klärt bei Uneinigkeit Übertritt auf Sekundarstufe

4. April 2014 – Medienmitteilung; Erziehungsdirektion

Erstmals haben 326 Schülerinnen und Schüler, deren Lehrpersonen und Eltern sich beim Übertrittsentscheid in die Sekundarstufe I nicht einigen konnten, an einer Kontrollprüfung teilgenommen. Dies sind lediglich knapp vier Prozent der rund 8740 Sechstklässlerinnen und Sechstklässler an öffentlichen Schulen im Kanton Bern.

Zum ersten Mal absolvierten im Kanton Bern 326 Schülerinnen und Schüler eine Kontrollprüfung in den übertrittsrelevanten Fächern Mathematik, Deutsch und Französisch. Dies entspricht lediglich knapp vier Prozent der rund 8740 Sechstklässlerinnen und Sechstklässler an öffentlichen Schulen im Kanton Bern. Die Kontrollprüfung ersetzt die Einigungsgespräche, die in den letzten Jahren in rund 500 Fällen jährlich nötig waren. Als Momentaufnahme, die ausschliesslich die Sachkompetenz der Schülerinnen und Schüler prüft, soll sie dann Klarheit schaffen, wenn sich Lehrpersonen und Eltern bei der Zuweisung auf die Sekundarstufe I nicht einig sind. In allen übrigen Fällen soll der Übertritt auch weiterhin an die umfassendere Beurteilung der Lehrpersonen gekoppelt sein, welche auch das Arbeits-, Lern- und Sozialverhalten sowie eine Beobachtungszeit von drei Semestern einbezieht. Bei 96 Prozent der Schülerinnen und Schüler konnten sich Lehrpersonen und Eltern in diesem Schuljahr betreffend Zuweisung einigen.

Prüfungsentwicklung und -durchführung

Alle Prüfungen wurden schriftlich durchgeführt, das Fach Französisch umfasste zusätzlich einen mündlichen Prüfungsteil. Die Prüfung dauerte pro Fach 90 Minuten und wurde von extra dafür geschulten Lehrpersonen durchgeführt. Die Prüfungen fanden an 14 Standorten statt. Die Prüfungsaufgaben wurden von der Erziehungsdirektion entwickelt und vorgegeben. Dafür arbeitete sie mit Fachdidaktikerinnen und -didaktikern, mit Lehrpersonen sowie dem Institut für Bildungsevaluation der Universität Zürich zusammen. Um die Prüfungsaufgaben sorgfältig zu normieren, war im März 2013 ein Testlauf mit 250 Kindern durchgeführt worden. Der Referenzrahmen zu den Prüfungsanforderungen ist auf der Webseite der Erziehungsdirektion einsehbar.

Testergebnisse entscheiden über Zuweisung

Die Prüfungen wurden von den Testleitungen nach den vorgegebenen einheitlichen Beurteilungskriterien korrigiert und ausgewertet. Pro Fach konnten maximal 100 Punkte erreicht werden. Ab 55 Punkten wurde die Schülerin oder der Schüler im entsprechenden Fach dem Sekundarschulniveau zugeteilt. In Gemeinden, die eine spezielle Sekundarklasse führen, mussten die Kinder mindestens 75 Punkte erreichen, um im entsprechenden Fach dem Niveau der speziellen Sekundarklasse zugeteilt zu werden.

Unterschiedliche Prüfungsergebnisse

Die Ergebnisse fallen in den drei Prüfungsfächern unterschiedlich aus. Während im Fach Deutsch 33 Prozent der 326 Prüfungsteilnehmenden Sek-Niveau erreichen, sind es im Fach Französisch 37 Prozent und in Mathematik 44 Prozent. Die Zuweisungskriterien für das Niveau spezielle Sekundarklasse haben im Fach Deutsch und Französisch ein Prozent respektive zwei Prozent der Schülerinnen und Schüler erfüllt, im Fach Mathematik sind es knapp sieben Prozent. Dabei gilt zu bedenken, dass auch in früheren Jahren aufgrund der Einigungsgespräche noch Änderungen beim Zuweisungsentscheid der Lehrpersonen oder bei der Einschätzung der Eltern vorgenommen wurden.

Kontrollprüfung wird evaluiert

Die Erziehungsdirektion wird die Prüfungsergebnisse sorgfältig evaluieren sowie die beteiligten Lehrpersonen, Eltern und Kinder befragen. Ein erster Bericht, ob die Kontrollprüfung wie erwünscht zu einer Beruhigung bei Übertrittskonflikten beiträgt, ist Ende 2014 zu erwarten.

Die Kosten für die Kontrollprüfung betragen pro Jahr rund 300‘000 Franken. Darin sind alle Personal- und Sachkosten enthalten: Die Entwicklung und Normierung der Prüfungsaufgaben, die Entschädigung der Testleiterinnen und Testleiter, die Prüfungskorrektur, die Stellvertretungskosten und das benötigte Material.

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