Bevölkerung

Im Kanton Bern leben fast eine Million Menschen, davon stammen 14 Prozent aus dem Ausland. Über die Hälfte der Bernerinnen und Berner wohnen in den Städten Bern, Biel, Burgdorf, Interlaken und Thun und deren Agglomerationen. Sie geniessen kurze Wege zwischen Arbeits-, Wohn- und Erholungsraum.

Ein Stadt-Land-Kontinuum

Der tief greifende Umbruch der Wirtschaft und der Lebensweise führen seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem stetigen Wachstum der Städte und und Agglomerationen. Dabei wirken der der Ausbau des Stassennetzes und  des Angebots des öffentlichen Verkehrs sowie der wachsende Dienstleistungssektor als wichtigste Schrittmacher der Siedlungsexpansion. Heute umfasst die grossflächige Zone mit starkem Wachstum weite Teile des Mittellandes. Im Dreieck Thun, Biel und Langenthal verschwimmen die baulichen und kulturellen Unterschiede zwischen Agglomerationen und ländlichen Gebieten dabei immer mehr zu einem Stadt-Land-Kontinuum.
Wohnüberbauung in Belp

Wohnüberbauung in Belp

Deutsch und Französisch: gleichberechtigte Amtssprachen

Die Lage des Kantons Bern an der Grenze zwischen dem deutschen und dem französischen Sprachraum ist etwas Besonderes: Die beiden Amtssprachen Deutsch und Französisch sind ein lebendiger Teil des wertvollen Alltags- und Kulturschatzes der Bernerinnen und Berner. Sinnbild der Offenheit des Kantons ist Biel, oder eben Biel-Bienne, die einzige wirklich zweisprachige Stadt der Schweiz: Strassen und Plätze werden dort in beiden Sprachen angeschrieben – für Bieler eine Selbstverständlichkeit, für Auswärtige ein Kuriosum.

Zweisprachiges Strassenschild in Biel-Bienne.

Zweisprachiges Strassenschild in Biel-Bienne.

Originell: der «Bielinguisme»

Ihr heutiges Markenzeichen verdankt Biel-Bienne einer Initiative des Rates zur Wirtschaftsförderung von 1848. Dieser schuf steuerliche Anreize, um mit der Uhrmacherei eine zukunftsträchtige Exportindustrie anzusiedeln. In der Folge nahmen über 1'700 meist französischsprachige Uhrmacher Sitz in Biel.
Es verwundert immer wieder, mit welch sympathischer Nonchalance die Bielerinnen und Bieler mit ihrem «bielinguisme» umgehen: So hat sich im alltäglichen Bieler Sprachgebrauch zwischen Deutsch und Französisch eine Auswahl von einfachen Wörtern und kurzen Sätzen eingeschliffen, die «foreigner talk» genannt wird.

Berndeutsch: die Sprache des Gemüts

Berndeutsch ist eine der beliebtesten Mundarten der Schweiz. Dutzende von Schweizer Bands singen auf Berndeutsch – auch solche, die nicht aus dem Kanton Bern stammen. Ein Grund dafür mag der reiche Berner Wortschatz sein. Innerhalb des Kantonsgebiets existieren zahlreiche Dialektvarianten. Ihre Ausprägung und ihre Anzahl nehmen jedoch stark ab. Der moderne Stadtdialekt beruht zu grossen Teilen auf den Landdialekten, weist aber auch viele neue Lehnwörter aus dem Hochdeutschen und dem Englischen auf. Berndeutsch kommt bei fast allen Gesprächssituationen zum Zug. Doch auch als geschriebene Sprache ist Mundart im Vormarsch: in SMS, im Chat oder in E-Mails – überall dort also, wo es um eine umgangssprachliche Ausdrucksweise geht. Da keine einheitliche Rechtschreibung definiert ist, wird frei nach Gefühl buchstabiert.

Viele Muttersprachen

Die Bernerinnen und Berner parlieren aber noch in einigen weiteren Sprachen: Nebst Deutsch und Französisch, welche mit rund 95 Prozent den Löwenanteil ausmachen, werden als Muttersprachen auch noch Italienisch und Englisch sowie Spanisch, Albanisch, Serbo-Kroatisch, Portugiesisch und andere angegeben.