Bevölkerung
Im Kanton Bern leben rund eine Million Menschen, davon stammen 13 Prozent aus dem Ausland. Über die Hälfte der Bernerinnen und Berner wohnen in den Städten •Bern, •Biel, •Burgdorf, •Interlaken und •Thun und deren Agglomerationen und geniessen kurze Wege zwischen Arbeits-, Wohn- und Erholungsraum.
Ein Stadt-Land-Kontinuum
Der tief greifende Umbruch der Lebens- und Wirtschaftsweise führte ab Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer weitreichenden räumlichen Umverteilung der Bevölkerung in die Agglomerationen der Zentren. Dabei waren der Autobahnbau und die anhaltende Strukturverschiebung zugunsten des Dienstleistungssektors die wichtigsten Schrittmacher der Siedlungsexpansion. Heute umfasst die grossflächige Zone mit starkem Bevölkerungswachstum weite Teile des tieferen Mittellandes und reicht im Westen bereits bis ins Schwarzenburgerland. Die baulichen und kulturellen Unterschiede zwischen Agglomerationen und ländlichen Gebieten verschwimmen dabei immer mehr zu einem Stadt-Land-Kontinuum.

Wohnüberbauung in Belp
Deutsch und Französisch: gleichberechtigte Amtssprachen
Die zentrale Lage des Kantons Bern in Europa, an der Grenze zwischen dem deutschen und dem französischen Sprachraum, ist etwas Besonderes: Die beiden Amtssprachen Deutsch und Französisch sind ein lebendiger Teil des wertvollen Alltags- und Kulturschatzes der Bernerinnen und Berner. Sinnbild der Offenheit des Kantons ist Biel-Bienne, die einzige wirklich zweisprachige Stadt der Schweiz: Strassen und Plätze zum Beispiel werden sowohl in Deutsch wie auch in Französisch angeschrieben – für Bieler eine Selbstverständlichkeit, für Auswärtige ein Kuriosum.

Zweisprachiges Strassenschild in Biel-Bienne.
Originell: der «Bielinguisme»
Ihr heutiges Markenzeichen verdankt •Biel-Bienne einer Initiative des Rates zur Wirtschaftsförderung von 1848. Dieser schuf steuerliche Anreize, um mit der Uhrmacherei eine zukunftsträchtige Exportindustrie anzusiedeln. In der Folge nahmen über 1'700 meist französischsprachige Uhrmacher Sitz in Biel.
Es verwundert immer wieder, mit welch sympathischer Nonchalance die Bielerinnen und Bieler mit ihrem «bielinguisme» umgehen: Heute hat sich im alltäglichen Bieler Sprachgebrauch zwischen Deutsch und Französisch eine Auswahl von einfachen Wörtern und kurzen Sätzen eingeschliffen, die «foreigner talk» genannt wird.
Berndeutsch: die Sprache des Gemüts
Berndeutsch ist eine der beliebtesten Mundarten der Schweiz. Dutzende von Schweizer Bands singen auf Berndeutsch – auch solche, die nicht aus dem Kanton Bern stammen. Ein Grund dafür mag der grosse Berner Wortschatz sein:
Bernerinnen und Berner kennen viele Wörter, um Gefühle zu beschreiben. Innerhalb des Kantonsgebiets existieren zahlreiche Dialektvarianten. Ihre Ausprägung und ihre Anzahl nehmen jedoch stark ab. Der moderne Stadtdialekt beruht zu grossen Teilen auf den Landdialekten, weist aber auch viele neue Lehnwörter aus dem Hochdeutschen und dem Englischen auf. Berndeutsch kommt bei fast allen Gesprächssituationen zum Zug. Doch auch als geschriebene Sprache ist Mundart im Vormarsch: in SMS, im Chat oder in E-Mails – überall dort also, wo es um eine umgangssprachliche Ausdrucksweise geht. Da keine einheitliche Rechtschreibung definiert ist, wird frei nach Gefühl buchstabiert.
Viele Muttersprachen
Die Bernerinnen und Berner parlieren aber noch in einigen weiteren Sprachen: Nebst Deutsch und Französisch, welche mit rund 92 Prozent den Löwenanteil ausmachen, werden als Muttersprachen auch noch Italienisch (zwei Prozent) sowie Spanisch, Albanisch, Serbo-Kroatisch, Portugiesisch und andere (sechs Prozent) angegeben.
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Der Kanton Bern auf einen Blick 2011 (PDF, 2.6 MB, 12 Seiten)