Umwelt und Energie

Der Kanton Bern ist eine Schweiz im Kleinen: Die Erdgeschichte hat hier die drei Grosslandschaften Alpen, Mittelland und Jura geschaffen. Die verschiedenen Naturgrundlagen – Oberflächenformen, Höhenlage, Klima, Vegetation – haben jeweils zu ganz unterschiedlicher Nutzung durch den Menschen geführt.

Wasser

Der Kanton Bern ist als «Wasserkanton» reich an Gletschern, Grundwasser, Flüssen, Bächen und Seen. Rund ein Fünftel der Schweizer Bäche und Flüsse befinden sich im Kanton Bern (fast 13'000 Kilometer). Der längste Fluss der Schweiz, die Aare, entspringt im Grimselgebiet und durchfliesst die drei grossen Berner Seen (Brienzer-, Thuner- und Bielersee).

Die Wasserqualität der bernischen Gewässer und des Grundwassers ist im Allgemeinen gut. Der grösste Teil des Grundwassers kann ohne Aufbereitung als Trinkwasser genutzt werden. Die Gewässer haben auch eine grosse wirtschaftliche Bedeutung. 60 Prozent des im Kanton Bern erzeugten Stroms stammen aus rund 320 Wasserkraftwerken. Mit der «Wasserstrategie 2010» will der Kanton die zunehmenden Konflikte zwischen Nutzungs- und Schutzansprüchen lösen.

Oberaar-Stausee am Grimselpass

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Natur

Die Natur steht auch im Kanton Bern unter Druck. Die Zahl der Pflanzen- und Tierarten ist als Folge der menschlichen Aktivitäten stark zurückgegangen. Ziel der kantonalen Politik ist es deshalb, natürliche und naturnahe Lebensräume wie Hochmoore zu erhalten, naturnahe Flächen wie Magerwiesen zu pflegen und verarmte Landschaften wieder herzustellen – zum Beispiel durch die Renaturierung von Bächen. Die naturnahen Lebensräume sollen untereinander besser vernetzt werden. In rund 220 kantonalen Schutzgebieten werden bedrohte Tier- und Pflanzenarten geschützt.

Energie

Bei der Energieversorgung ist der Kanton Bern heute stark von fossilen Energien abhängig, die mehrheitlich aus dem Ausland importiert werden. Zudem nimmt der Energieverbrauch trotz höherer Energieeffizienz stetig zu. Mit seiner «Energiestrategie 2006» gibt der Kanton Bern Gegensteuer. Als Fernziel strebt er die 2'000-Watt-Gesellschaft. In einem ersten Schritt soll der Energieverbrauch bis 2035 von 6'000 Watt auf 4'000 Watt pro Person reduziert werden. Dieses Ziel will der Kanton mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien erreichen und ohne Atomenergie.

Die kantonale Energiepolitik konzentriert sich auf den Gebäudebereich und auf die Nutzung erneuerbarer Energien. Sowohl für Neubauten als auch für bestehende Gebäude sollen günstige Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das Potenzial an erneuerbaren Energien soll soweit möglich landschafts- und gesellschaftsverträglich erschlossen werden.