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Medienmitteilung des Kantons Bern

Deutschsprachige Literaturkommission des Kantons Bern (14.05.2004)

aid. Mit Christoph Geiser, Klaus Händl, Armin Senser, Raphael Urweider und dem Literaturwissenschafter Werner Wüthrich zeichnet die deutschsprachige Literaturkommission des Kantons Bern fünf herausragende Autoren für ihre jüngsten Arbeiten aus. Die Preisträger werden am 7. Juni 2004 im Schlachthaus Theater Bern mit Lesungen aus ihren Texten gefeiert.

Prosa, Dramatik, Lyrik und ein Stück Schweizer Literaturgeschichte: Der Kanton Bern würdigt fünf herausragende Autoren für ihr jüngstes Schaffen. Die deutschsprachige Literaturkommission des Kantons Bern zeichnet Christoph Geiser, Klaus Händl, Armin Senser und Raphael Urweider mit Buchpreisen von je 8'000 Franken aus. Werner Wüthrich wird für seine literaturgeschichtliche Forschungsarbeit mit einem Anerkennungspreis von 5'000 Franken geehrt.

Überzeugende Kontinuität

In der Vielfalt des aktuellen bernischen Literaturschaffens beeindruckt die Kontinuität - auf qualitativ höchstem Niveau. Zum einen haben die jungen Autoren Raphael Urweider, Armin Senser und Klaus Händl ihren lyrischen und dramatischen Erstlingswerken überzeugende Gedichtbände und einen bestechenden Theatertext folgen lassen. Zum anderen setzt Christoph Geiser seiner vor 25 Jahren begonnenen sprachkritischen Auseinandersetzung einen neuen Höhepunkt.

"Über Wasser" heisst der jüngste Prosaband von Christoph Geiser (geb. 1949). Gleich zweimal wird darin ein schreibender Ich-Erzähler in die Ferne geschickt um dort einmal zaudernd, einmal sprachspielerisch fulminant dem schwierigen Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion auf den Zahn zu fühlen. Radikal und eigenständig betreibt Christoph Geiser in "Über Wasser" sein sprachliches Spiel, ironischer und pointierter denn je.

Das Theaterstück "Wilde - Der Mann mit den traurigen Augen" von Klaus Händl gehöre "zu den besten dieser Saison", befand die Süddeutsche Zeitung. Tatsächlich entfaltet der in Biel lebende, 35-jährige Klaus Händl in seinem Text eine Szenerie, die unser bürgerliches, von Kriegen verschontes Dasein in ein ebenso phantastisches wie realistisches Licht taucht. Das Stück wurde im Rahmen des Berner Theaterfestivals "auawirleben" erfolgreich uraufgeführt und ist an das renommierte "Berliner Theatertreffen" eingeladen.

Lyrische Qualitätsbeweise

Fünf Jahre ist es her, seit sich Armin Senser, 1964 in Biel geboren, mit seinem ersten Gedichtband einen prominenten Platz in der deutschen Gegenwartslyrik erschrieben hat. Eindrücklich bestätigt er nun diese Position mit seinem neuen Lyrikband "Jahrhundert der Ruhe". Gekonnt bewegt sich Armin Senser durch die dichterischen Traditionen seit der Antike und überzeugt mit einer enormen Vielfalt an Themen, Tonlagen und Formen - unprätentiös, witzig und klug zugleich.

Erst 30-jährig ist Raphael Urweider. Doch bereits hat er sein zweites lyrisches Meisterstück geschaffen, das international auf grosse Anerkennung stösst. In "Das Gegenteil von Fleisch" sind Raphael Urweiders Gedichte ernster und dunkler geworden. Sie befassen sich mit Motiven der Vergänglichkeit, sprechen vom Tod sowie vom Trügerischen der Wahrnehmung. Geschichten und Erinnerungen blitzen auf, verhalten in den Bildern, überraschend in ihren Zusammenhängen, beeindruckend in ihrer Reife und gestalterischen Souveränität.

Die Literatur von heute obliegt der Geschichtsschreibung von morgen. Umso mehr gebührt genauer, fundierter literaturgeschichtlicher Recherche grosse Anerkennung. Diese zollt die deutschsprachige Literaturkommission des Kantons Bern dem Brecht-Forscher Werner Wüthrich. Mit seiner leichtfüssig geschriebenen Monographie "Bertolt Brecht und die Schweiz" liefert Werner Wüthrich nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Brecht-Forschung, sondern gibt darüber hinaus auch spannende Einblicke in die Schweizer Literatur-, Theater- und Migrationsgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Die Preisfeier mit Lesungen aller Preisträger sowie anschliessendem Apéro findet statt am Montag, 7. Juni 2004, 20 Uhr, im Schlachthaus Theater Bern, Rathausgasse 20/22. Zur Preisfeier sind auch die Medien herzlich eingeladen. Eine Einladungskarte wird per Post zugestellt.


Auskünfte erteilen:

  • Sibylle Birrer, Präsidentin der deutschsprachigen Literaturkommission des Kantons Bern,
    Tel. 031 332 26 67, sibylle.birrer@smile.ch
  • Silvan Rüssli, Geschäftsführer der kulturellen Kommissionen des Kantons Bern, Tel. 031 633 87 72


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