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Medienmitteilung des Kantons Bern

Berner S-Bahn: Das Angebot wird weiter ausgebaut (04.11.2005)

aid. Den Fahrplan weiter verdichten, die Fahrzeiten verkürzen und die Anschlüsse verbessern: Dies sind die Ziele des Konzepts zur Weiterentwicklung der normalspurigen Berner S-Bahn, das der Kanton Bern und die Bahnunternehmen BLS, RM und SBB in den Jahren 2008, 2010 und 2012 umsetzen wollen. Realisiert werden sollen die Angebotsverbesserungen ohne grössere Ausbauten im Bereich des Bahnhofs Bern und mit möglichst geringen Zusatzkosten.

Zur Dokumentation

Ende 2004 hat die neue Berner S-Bahn ihren Betrieb aufgenommen. Mit dem neuen Fahrplan konnten aber noch nicht alle angestrebten Angebotsverbesserungen erreicht werden. Geplant sind namentlich weitere Verdichtungen des Fahrplans im engeren Bereich der Agglomeration Bern und gezielte Verbesserungen auf den stark frequentierten Linien. Auch die bestehenden Mängel sollen behoben werden. Schliesslich muss vermieden werden, dass sich nach der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels im Jahr 2008 das Angebot der S-Bahn verschlechtert. Die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin, Barbara Egger-Jenzer, stellte das Konzept zur Weiterentwicklung der Berner S-Bahn am Freitag (4.11.2005) an einer Medienkonferenz in Bern vor. "Es geht dabei darum, die äusserst begrenzten Spielräume im Normalspurnetz auszuloten und optimal zu nutzen", umschrieb die Verkehrsdirektorin die übergeordnete Zielsetzung.

Kürzere Fahrzeiten nach Neuenburg und Thun
Der Kanton und die Bahnen wollen die Angebotsverbesserungen in drei Etappen und ohne grössere Ausbauten im Bahnhof Bern und dessen Zufahrtsstrecken umsetzen. Bereits mit dem Fahrplan 2008 sind Verbesserungen auf den Linien nach Neuenburg und im Gürbetal vorgesehen. Dank zwei zusätzlichen Doppelspurabschnitten kann die Fahrzeit Bern - Neuenburg von 40 auf 33 Minuten verkürzt werden. Die S5 verkehrt neu im Halbstundentakt nach Kerzers. Die Stationen Rosshäusern und Riedbach werden allerdings nur noch stündlich bedient. Dank der neuen Doppelspur zwischen Toffen und Kaufdorf reduziert sich die Fahrzeit der S4/44 zwischen Bern und Thun von 47 auf 40 Minuten mit besseren Anschlüssen im Bahnhof Thun. Auf der Linie im Aaretal wird zumindest der heutige Zustand beibehalten, was angesichts der Konkurrenz mit dem Güter- und dem Fernverkehr nach der Inbetriebnahme des Lötschberg-Basistunnels anspruchsvoll ist: Die sechs Regionalexpress-Zugspaare zwischen Bern, Münsingen und Thun verkehren weiterhin. Ein stündlicher Regionalexpress ist erst möglich, wenn zwischen Rütti und Zollikofen ein drittes Gleis zur Verfügung steht. Dies wird voraussichtlich Ende 2011 der Fall sein.

Bessere Anschlüsse für die S-Bahn aus Schwarzenburg
Mit dem Fahrplan 2010 endet die S-Bahn aus Schwarzenburg im Bahnhof Bern. Damit bestehen wieder bessere Anschlüsse an den Fernverkehr. Die S-Bahn aus Langnau fährt in Bern neu nach Laupen weiter. Auf den Linien Bern - Freiburg und Bern - Laupen wird neu der Halbstundentakt realisiert. Die S-Bahn-Züge nach Freiburg halten zwischen Bern und Flamatt nicht an jeder Station und werden dadurch etwas beschleunigt. Zwischen dem Bahnhof Bern und der neuen Haltestelle Brünnen fährt die S-Bahn im Viertelstundentakt - sobald die nötige Infrastruktur zur Verfügung steht.

Stündlicher Regioexpress mit Halt in Münsingen
In der letzten Etappe soll ab 2012 der Regionalespress zwischen Bern und Thun mit Halt in Münsingen stündlich verkehren. Weiter soll der Fahrplan der S3 zwischen Belp und Münchenbuchsee zum Viertelstundentakt verdichtet werden. Die dringende notwendige Verdichtung des Fahrplans der S1 nach Münsingen zum Viertelstundentakt kann im Rahmen dieses Konzepts noch nicht realisiert werden. Für diese Zugsdichten braucht es im Bereich der Eisenbahnverzweigung im Wylerfeld zwingend ein grosses eisenbahntechnisches Bauwerk (Überwerfung Wylerfeld). Der Kanton Bern hat dieses Projekt für den Dringlichkeitsfonds des Bundes angemeldet und wartet auf den Entscheid des Bundesparlaments.

13 Prozent mehr Züge
Die Gesamtkosten für alle Infrastrukturausbauten belaufen sich auf 215 Millionen Franken. Für die drei grössten Objekte (Doppelspurausbauten der BLS) ist die Finanzierung von zusammen 111 Millionen Franken heute schon gesichert. Über die Finanzierung des dritten Geleises zwischen Rütti und Zollikofen führt der Kanton zurzeit Verhandlungen mit den SBB. Wenn alle geplanten Angebotsverbesserungen realisiert werden, braucht es zusätzlich fünf S-Bahnkompositionen und auch zusätzlich Regionalexpress-Züge. Insgesamt werden 13 Prozent mehr Züge im Bahnhof Bern ein- und ausfahren als heute.

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