Medienmitteilung des Kantons Bern
Bronzezeitliche Gräber in Einigen (14.05.2008)
Zur Dokumentation
Bereits 1970 untersuchte der damals neu gegründete Archäologische Dienst des Kantons Bern beim Bau eines Treibhauses am Holleeweg in Einigen (Gemeinde Spiez) zwei rund 3800 Jahre alte Gräber aus der frühen Bronzezeit. Beim Umbau der dazugehörenden Liegenschaft wurden im April dieses Jahres weitere Gräber entdeckt, die zurzeit ausgegraben und dokumentiert werden.
Bei den neu entdeckten Bestattungen handelt es sich um Körpergräber mit Einfassungen aus Steinblöcken. Die Toten wurden in Rückenlage und in ihrer Tracht beigesetzt. Die Schmuckstücke aus Bronze haben sich ausgezeichnet erhalten. Auch die Skelette sind in erstaunlich gutem Zustand. Bisher konnten drei Bestattungen freigelegt werden. Eine Frau trägt einen Halsring, zwei Gewandnadeln und zwei Armringe aus Bronze. Eine weitere erwachsene Person wurde mit einer so genannten doppelschäftigen Bronze-Nadel beigesetzt, die zum Verschliessen des Kleides oder Mantels diente. In einem weiteren Grab dürfte ein Kind bestattet liegen.
Die Schmuckstücke erlauben die Datierung der Gräber in die Zeit von 1800 bis 1600 vor Christus. Eine Datierung der Knochen und von Holzkohle aus den Grabfüllungen mittels C14-Methode sollen diese Einschätzung bestätigen. Zahlreiche Keramikscherben aus den umgebenden Schichten zeigen, dass es in Einigen in der frühen Bronzezeit auch eine Siedlung gegeben haben muss. Leider wurden in der Untersuchungsfläche keine Hausstrukturen gefunden, sie müssten aber in der näheren Umgebung zu finden sein.
Im Thunerseegebiet gibt es eine Konzentration von Gräbern der frühen Bronzezeit, wie sie in der Schweiz selten ist. Die gut erhaltenen Skelette und Grabbeigaben werfen Licht auf das Leben der Menschen, die vor rund 3800 Jahren am Tor zu den Alpentälern und -pässen lebten.
Dokumentation
- Text von Marianne Ramstein, Bereichsleiterin des Archäologischen Dienstes Kanton Bern (PDF, 22 KB)
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Mitarbeiter des ADB legen eine Bestattung mit einer Doppelschaftnadel frei (JPG, 1.7 MB)
(Foto zvg: ADB) -
Das Skelett ist relativ gut erhalten, die Nadel diente zum verschliessen des Gewandes (JPG, 1.8 MB)
(Foto zvg: ADB) -
Frauenbestattung mit Halsring, zwei Schmucknadeln und zwei Armringen (JPG, 1.9 MB)
(Foto zvg: ADB)

