Zur Übersicht Medienmitteilungen
Konzept zur Rettung der Bienen im Kanton Bern
26. August 2010 Medienmitteilung; Volkswirtschaftsdirektion
Mit einem neuen Konzept will der Kanton Bern die Imkerinnen und Imker in ihrer Arbeit unterstützen und die durch Krankheiten stark bedrohten Bienenvölker retten. Das bernische Modell der Bienenförderung basiert auf dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe und umfasst fünf Säulen. Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, hat es heute Donnerstag (26. August 2010) an einer Medienkonferenz vorgestellt. Das Konzept geht auf eine vom Grossen Rat im Jahre 2008 überwiesene Motion zurück.
Die Bienen nehmen im Gefüge der Natur eine für die Menschenüberlebenswichtige Funktion ein: Im Kanton Bern pflegen 3'700 Imkerinnen und Imker 25'000 Bienenvölker. Sie kämpfen jedoch mit grossen Problemen. Krankheiten bedrohen die Bienenvölker. Die Massnahmen zur Krankheitsprävention haben für die Imkerinnen und Imker einen zunehmenden Aufwand zur Folge. Daher geht die durchschnittliche Zahl der Bienenvölker, die eine Imkerin oder ein Imker betreut, stetig zurück. Häufig wird die anspruchsvolle Aufgabe der Bienenhaltung sogar aufgegeben.
Der Kanton Bern will mit einem neuen Bienenförderungs-Konzept dieser Entwicklung entgegenwirken. An einer Medienkonferenz von heute Donnerstag (26. August 2010) auf einem Bienenstand in Vinelz hat der Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, Regierungsrat Andreas Rickenbacher, das neue bernische Konzept der Bienenförderung vorgestellt. Mit diesem unterstützt und ergänzt der Kanton Bern bestehende Bemühungen der Imker.
Das Konzept basiert auf fünf Säulen: Unterstützung von Lehrbienenständen, Ausbau des Kurswesens, Intensivierung der Krankheitsbekämpfung, Verbesserung der Bienenweide sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Imkerei und Landwirtschaft. Die beiden im Kanton Bern tätigen Imkerverbände koordinieren eineüberregionale Nutzung der Lehrbienenstände. Je Lehrbienenstand und Jahr ist ein Beitrag von 1000 Franken vorgesehen. Das gut ausgebaute landwirtschaftliche Kurswesen des INFORAMA wird in Absprache mit den Imkerverbänden in den nächsten Jahren für die Bedürfnisse der Imkerinnen und Imker erweitert.
Zur Bündelung der Fachkompetenz bei den Bienenkrankheiten wurde im Veterinärdienst eine Vollzeitstelle geschaffen. Damit soll die Seuchenbekämpfung professionalisiert werden.
Ein breites,über die ganze Bienensaison verteiltes Nahrungsangebot ist für das Gedeihen der Bienen sehr wichtig. Gärtner, Förster, Landwirte, Hausgartenbesitzer und Unternehmen deröffentlichen Hand sollen für den Anbau wertvoller Bieneweidepflanzen sensiblisiert werden.
Auch die Art und Weise der Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen wirkt sich auf die Imkerei aus. In Aus- und Weiterbildung sollen den Landwirten Gefahren für die Bienen und bienenschonende Verfahren aufgezeigt werden.
Zur Erarbeitung und Umsetzung dieses Konzeptes zur Rettung der Bienen im Kanton Bern hat das Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT) eine Arbeitsgruppe aus Imkern und internen Fachpersonen eingesetzt. Die vorhandenen Kompetenzen im Veterinärdienst, der Abteilung Naturförderung, der Fachstelle für Pflanzenschutz und des INFORAMA waren hierbei von grossem Nutzen und werden auch in der Umsetzungsphase wichtige Dienste leisten.
Mediendokumentation
- Referat Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Volkswirtschaftsdirektor Kanton Bern (PDF 144 KB)
Bienen sind wichtig: Der Kanton Bern handelt - 01 - Biene auf Faulbaum (JPEG 2954 KB)
Die unscheinbaren Blüten des Faulbaum liefern den Bienen im Juni Nektar. In dieser Zeit gibt es häufig wenig andere Trachtquellen. - 17 - Wittwenblume mit Biene (JPEG 3024 KB)
Auf der Wittwenblume finden die Bienen roten Pollen. Sie tragen diesen in den Höschen in den Bienenstock. - 16 - Varroamilben (JPEG 3152 KB)
Die Varroamilbe stammt ursprünglich von der östlichen Honigbiene. Das Gleichgewicht zwischen Wirt und Parasit fehlt bei der westlichen Honigbiene. Sollen die Völker nicht zu Grunde gehen, muss dieser Parasit regelmässig bekämpft werden. - 15 - Unterlage (JPEG 2586 KB)
Die Anzahl toter Varroamilben zeigt wie stark ein Volk befallen ist. Im Bild sind deutlich drei ovale Milben erkennbar. Bei den etwas grösseren grünbraunen ovalen Gebilden rechts aussen handelt es sich um abgefallene Pollenhöschen. - 14 - Stummelflügel (JPEG 2782 KB)
Varroamilben übertragen beim Saugen von Bienenblut Krankheitserreger. Diese Biene wurde während ihrer Entwicklung mit dem Flügeldeformationsvirus infiziert. - 13 - Sauerbrut (JPEG 3092 KB)
Vom Sauerbruterreger befallene Larven zerfallen und verfärben sich gelb bis braun. - 12 - Sammeln Schwarm (JPEG 5386 KB)
Die Bienen sind in Gefahr, der Kanton Bern handelt. - 11 - Kreiselmähwerk ohne Aufbereiter (JPEG 3646 KB)
Beim Mähen ohne Aufbereitung des Mähgutes werden sehr viel weniger Bienen getötet. - 10 - Honig läuft aus Schleuder (JPEG 3356 KB)
Der Wert von Obst und Beeren die durch die Bestäubung eines Bienenvolkes entstehen, ist vier mal so hoch wie der Wert des Honigs. - 09 - Eier und offene Brut (JPEG 1465 KB)
In den sechseckigen Wabenzellen ziehen die Bienen ihre Brut auf. Die frisch aus dem Ei geschlüpfte junge Made erreicht in nur 6 Tagen das zweihundertfache Gewicht. - 08 - Carnica rot 88 (JPEG 1789 KB)
In Frühjahr, während der Hochsaison legt die Bienenkönigin rund 1‘200 Eier pro Tag. Ihr Gewicht entspricht drei Vierteln des Körpergewichts der Königin. - 07 - Buschwindröschen (JPEG 1274 KB)
Mit der Bestäubung sichert die Biene die Fortpflanzung des Buschwindröschens. Dieses liefert eiweisshaltigen Blütenstaub zur Aufzucht der Bienenbrut. - 06 - Brombeere (JPEG 3330 KB)
Brombeeren liefern reichlich Bienennahrung. - 05 - Biene mit Pollen auf Kirsche (JPEG 4214 KB)
Der Ertrag der Obstbäume, im Bild Kirschen, hängt sehr stark von der Befruchtung durch Bienen ab. - 04 - Biene auf Schwarzdorn (JPEG 3073 KB)
Schon früh im Frühjahr bietet der Schwarzdorn Bienennahrung. Durch die Befruchtung entstehen später Beeren, welche den Vögeln als Futter dienen. - 02 - Biene auf Linde (JPEG 3186 KB)
Linden liefern den Bienen viel Nektar. - 03 - Biene auf Rapsblüte (JPEG 3014 KB)
Durch die Bienenbestäubung steigt der Körnerertrag beim Raps. Dieser liefert den Bienen Nektar und Pollen. - Beschreibung zu Präsentation (PDF 31 KB)
- Präsentation Teil 1 (PDF 3336 KB)
weitere Bilder und Illustrationen - Präsentation Teil 2 (PDF 2751 KB)
weitere Bilder und Illustrationen - Präsentation Teil 3 (PDF 3415 KB)
weitere Bilder und Illustrationen