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Landwirtschaftliche Fahrzeuge - Partikelfilter sorgen für saubere Luft
6. Mai 2011 Medienmitteilung; Volkswirtschaftsdirektion
Landwirtschaftliche Dieselfahrzeuge können mit Partikelfiltern nachgerüstet werden. Eine Nachrüstung ist zwar teuer, erspart aber der Umwelt rund 99 Prozent der Russpartikel. Zu diesem Ergebnis kommt ein zweijähriger Praxistest des Kantons Bern, der vom Bundesamt für Umwelt und der Forschungsanstalt Agroscope begleitet wurde.
Die Land- und Forstwirtschaft ist eine der Hauptquellen der Feinstaubbelastung. Aus gesundheitlicher Sicht bedeutend ist dabei der krebserregende Dieselruss aus den landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Mit den heute geltenden Abgasvorschriften müssen Landmaschinen nicht mit Partikelfiltern ausgerüstet sein. Im Gegensatz zu den Baumaschinen besteht deshalb noch wenig Erfahrung zum Nachrüsten mit Filtern.
Diese Erfahrungslücke hat der Kanton Bern mit einem zweijährigen Praxistest an 18 Fahrzeugen nun geschlossen. Das Ziel des Technologieprojektes bestand darin, eine praxisnahe Arbeitshilfe für das erfolgreiche Nachrüsten landwirtschaftlicher Maschinen mit modernen Abgasnachbehandlungssystemen zu erarbeiten. Das Projekt wurde von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) wissenschaftlich-technisch begleitet und vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanziell unterstützt.
Der Einsatz der Fahrzeuge in der Land- und Forstwirtschaft ist von rauen Arbeitsbedingungen und wechselnden Arbeiten mit geringer und hoher Motorbelastung geprägt. Das erschwert den Einsatz der Filtersysteme und stellt besondere Anforderungen an den Aufbau und die Robustheit der Filter. Mit dem Projekt konnte nachgewiesen werden, dass das Nachrüsten bereits in Verkehr gesetzter Landmaschinen mit einem Diesel-Partikelfilter technisch grundsätzlich möglich ist. Allerdings müssen einerseits die Filter auf die Fahrzeuge beziehungsweise die Art ihres Einsatzes abgestimmt und regelmässig gewartet werden. Andererseits muss beim Aufbau der Filtersysteme gewissen Grundsätzen Rechnung getragen werden.
Im Verlauf des Projektes traten auch Störungen auf. Ihr Spektrum erstreckte sich von notwendigem Nachbessern am Aufbauüber Störungen der Filterüberwachung bis hin zu Filterschäden. Trotz der technischen Schwierigkeiten zeigt sich, dass die Filter bei sachgerechtem Aufbau und bei einem Regenerationssystem, das zum Fahrzeugeinsatz passt, zuverlässig funktionieren. Sie stellen die Nutzer zufrieden und die krebserregenden Dieselrusspartikel können umüber 99 Prozent reduziert werden. Das Projekt hat aber auch gezeigt, dass die Kosten für eine Nachrüstung mit durchschnittlich 17‘500 Franken wesentlich höher ausfallen als ursprünglich angenommen wurde.
Mit den Erfahrungen aus dem Projekt will der Kanton Bern dem freiwilligen Nachrüsten von landwirtschaftlichen Fahrzeugen den Weg ebnen. Das Erlassen von Abgasvorschriften für landwirtschaftliche Fahrzeuge ist Aufgabe des Bundes. Der Kanton Bern hat deshalb im Rahmen der Aktualisierung seines Massnahmenplans zur Luftreinhaltung im letzten Jahr beim Bund den Antrag gestellt, sich international für eine Verschärfung der Abgasgrenzwerte einzusetzen, damit neue Fahrzeuge serienmässig mit einem Filter ausgerüstet werden.
Das Agridea-Merkblatt„ Link öffnet in einem neuen Fenster.•Partikelfilter– Tipps für die sachgerechte Nachrüstung“ kann im Internet bezogen werden und wird als Beilage in der Juni-Ausgabe der UFA-Revue erscheinen.
Weiterführende Informationen: Link öffnet in einem neuen Fenster.•Technischer Bericht