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23. Januar 2026
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Medienmitteilung der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion
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Die Weichen für die Zukunft sind gestellt

Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) beschäftigt sich stark mit dem laufenden gesellschaftlichen und strukturellen Wandel und richtet ihre Aktivitäten darauf aus. An ihrer Jahresmedienkonferenz standen, neben einem Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre unter Direktionsführung durch Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, vor allem Massnahmen im Vordergrund, die konkrete Wirkung zeigen. Thematisiert wurden insbesondere Fortschritte im Gesundheitswesen, wirksame Integrationsansätze sowie die Modernisierung der sozialen Systeme. Gleichzeitig bleibt die Weiterentwicklung der rechtlichen und organisatorischen Grundlagen eine zentrale Aufgabe für eine gesunde Zukunft des Gesundheitswesens und tragfähige soziale Strukturen.

Seit 2016 hat sich das Umfeld im Gesundheitswesen, bei den sozialen Aufgaben und in der Integrationsarbeit spürbar verändert. Die seither eingeleiteten Massnahmen zeigen in mehreren Bereichen sichtbare Ergebnisse. Im Gesundheitswesen werden medizinische Leistungen vermehrt ambulant erbracht, neue integrierte Versorgungsformen sind in der Praxis etabliert und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren wird gezielt gestärkt. So werden operative Eingriffe unter anderem am Spitalzentrum Biel zunehmend ambulant durchgeführt und auch in Thun wird ein ambulantes Operationszentrum entstehen. Neue Versorgungsmodelle wie «Hospital at Home» sind Teil der integrierten Versorgung und ein Zukunftsmodell, das die Ansprüche der Patientinnen und Patienten auf jederzeit verfügbare und wohnortsnahe Versorgung in den Vordergrund stellt. Bereits gute Erfahrungen wurden mit dem Réseau de l’Arc im Grand Chasseral gemacht. Diese Entwicklungen tragen dazu bei, stationäre Aufenthalte zu reduzieren und vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen. Parallel dazu schreitet die Digitalisierung im Gesundheits- und Sozialwesen weiter voran und verbessert die Steuerungs- und Aufsichtsmöglichkeiten.

Asyl- und Integrationsbereich: Ausbildung und Arbeitsmarktintegration im Fokus

Im Asyl- und Integrationsbereich rücken Ausbildung und Arbeitsmarktintegration stärker in den Fokus. Grosse Fortschritte konnten im Integrationsbereich erzielt werden. Die von Regierungsrat Pierre Alain Schnegg initiierte Idee der «Integration von Anfang an» mit internatsähnlichen Ausbildungszentren wird sogar national als wegweisend bezeichnet, wie Bundesrat Beat Jans im Herbst 2025 betonte. In den Ausbildungszentren in Bellelay im Berner Jura und in Ringgenberg bei Interlaken werden Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene frühzeitig sprachlich intensiv ausgebildet und beruflich qualifiziert. Eine erste Gruppe von Absolventinnen und Absolventen konnte Mitte Januar 2026, nach nur 20 Monaten Ausbildungszeit, die SRK-Zertifikate für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer entgegennehmen. Neben der frühen Integration leistet dieses Ausbildungsprogramm einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Arbeitsmarktes.

Gesundheitswesen umbauen: Ambulant, integriert und regional

Das Gesundheitswesen müsse sich weiterhin konsequent auf den Weg der Ambulantisierung machen. Dies betonte Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, Direktor der GSI, an der Jahresmedienkonferenz. Der Grundsatz «ambulant vor stationär» sei der zentrale Angelpunkt für alle noch anstehenden Veränderungen in der Gesundheitsversorgung. Diese Entwicklung sei notwendig, um die Versorgungsqualität langfristig zu sichern, Überkapazitäten zu vermeiden, dem Fachkräftemangel zu begegnen und die Versorgungssicherheit, auch in Randregionen, zu gewährleisten.

Gleichzeitig konnten die kantonseigenen Spitäler ihre finanzielle Situation stabilisieren. Die bestehenden Spitallisten in der Akutsomatik, Psychiatrie und Rehabilitation haben sich bewährt. Die Arbeiten an der Spitalplanung 2030 werden aufgenommen, um rechtzeitig demografische Veränderungen zu berücksichtigen, zum Beispiel durch erweiterte Geriatrieangebote. Mit dem Regionenmodell 4+ wird zudem die regionale Zusammenarbeit weiter gestärkt und die integrierte Versorgung ausgebaut. Das Regionenmodell schliesst auch die Heime und die Spitex ein. Die Perimeter der vormalig rund 45 Spitexregionen wurden so angepasst, dass die ambulante Pflege besser in die regionale Planung eingebunden werden kann. Mit den nun 17 Spitexregionen wird die Zusammenarbeit zwischen Spitälern, Heimen und Spitex und weiteren Leistungserbringern gestärkt und der Grundsatz ambulant vor stationär unterstützt.

Asyl- und Flüchtlingsbereich: Auf hohem Niveau stabile Lage

Die Lage im Asyl- und Flüchtlingsbereich hat sich auf hohem Niveau stabilisiert, bleibt jedoch dynamisch. Aktuell betreut das Amt für Integration und Soziales (AIS) rund 16 500 Personen im kantonalen Asylsystem. Das entspricht mehr als doppelt so vielen Personen wie vor Beginn des Ukrainekriegs (Ende 2021: 6900). Derzeit ist das AIS für 40 Kollektivunterkünfte verantwortlich, in denen rund 3000 Personen wohnen. Sie werden von den regionalen Partnern im Asylwesen – namentlich SRK Kanton Bern, Asylsozialhilfe Stadt Bern zusammen mit der Heilsarmee, ORS AG, Asyl Berner Oberland und Stiftung Zugang B – betrieben und betreut.

Im zweiten Semester 2025 wurde die temporäre Unterkunft im Viererfeld in der Stadt Bern zurückgebaut. Der Regierungsrat hat Ende 2025 die besondere Lage aufgehoben, die im Frühling 2022 ausgerufen worden war. Der Kanton Bern verfügt zurzeit über ausreichende Unterbringungskapazitäten und ist organisatorisch gut aufgestellt. Alle Unterbringungen erfolgen heute oberirdisch.

Der Schwerpunkt verschiebt sich zunehmend von der Unterbringung hin zur nachhaltigen Integration. Intensive Sprachausbildung und Arbeit bilden dabei die zentralen Elemente. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass verbindliche Programme mit klarer Ausrichtung wirksam sind und gleichzeitig zur Entlastung des Arbeitskräftemangels beitragen, beispielsweise in der Pflege sowie der Sozial- und Asylsysteme. 

Steuerung und Digitalisierung stärken

Die Weiterentwicklung der rechtlichen und organisatorischen Grundlagen bleibt eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung der Reformen. Dazu zählen Anpassungen im Sozialbereich ebenso wie die Konsolidierung bestehender gesetzlicher Grundlagen, etwa im Bereich der Leistungen für Menschen mit Behinderungen. Ziel ist es, Prozesse zu vereinfachen, Zuständigkeiten zu klären und die Steuerungsfähigkeit weiter zu stärken.

Die digitale Transformation der GSI wird kontinuierlich weiterverfolgt. Mit dem Start des Neuen Fallführungssystems in einem ersten Pilotsozialdienst wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Das System verbessert die Übersicht über Fälle, entlastet die Mitarbeitenden und schafft eine verlässliche Datengrundlage für Planung und Aufsicht. Die Einführung erfolgt schrittweise bis 2028.

Solide Grundlagen für zukunftsgerichtete Strategien

Die aktuellen Fortschritte bauen auf umfangreichen Vorarbeiten der vergangenen Jahre auf. Gesetzesanpassungen, organisatorische Weiterentwicklungen und Investitionen in die Digitalisierung haben die Grundlagen für die heutigen Ergebnisse geschaffen. «Wir haben nun alle Strategien im Gesundheits-, Sozial- und Integrationswesen des Kantons Bern auf die Zukunft ausgerichtet», betont Pierre Alain Schnegg.

Der gesellschaftliche Wandel, die demografische Entwicklung und der Fachkräftemangel bleiben jedoch zentrale Herausforderungen, denen sich der Kanton Bern weiterhin lösungsorientiert stellen wird. 

Dokumentation

  • Referate
  • Präsentation

Video Medienkonferenz der GSI

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