Die praktische Verbundsübung «FIDES» (lateinisch für Vertrauen) findet im kommenden September im Kanton Bern statt. Es handelt sich um die zweite Durchführung dieser Art: Eine erste Übung fand im August 2022 statt. Die diesjährige Übung baut auf den Erkenntnissen aus «FIDES 22» sowie aus der Sicherheitsverbundsübung 2019 auf.
Unterstützung der Polizei bei erhöhter Bedrohung
Im Zentrum der Übung steht das aktuelle Szenario mit einer länger andauernden Terrorbedrohung oder Kriegsgefahr. In einer solchen Lage können Polizeikräfte stark beansprucht werden. Die Armee unterstützt deshalb die zivilen Behörden, indem sie zum Beispiel den Schutz wichtiger Infrastrukturen übernimmt. Geplant ist, dass Einheiten der Territorialdivision 1 unter anderem den Schutz von Anlagen der Energieversorgung oder der Telekommunikation vorbereiten und praktisch umsetzen. Auch der Schutz sensibler Transporte ist Bestandteil der Übung. Es soll zu einem Einsatz von Drohnen und Drohnenabwehr kommen.
Regierungsrat Philippe Müller, Sicherheitsdirektor des Kantons Bern, betont die Bedeutung solcher Trainings: «Die aktuelle weltpolitische Lage zeigt, wie wichtig es ist, dass Polizei, Armee und weitere Partner regelmässig gemeinsam üben. So können wir im Ernstfall rasch und koordiniert handeln.»
Szenario wird derzeit ausgearbeitet
Das konkrete Übungsszenario wird in den kommenden Wochen durch die Sicherheitsdirektion des Kantons Bern, die Kantonspolizei Bern und die Schweizer Armee gemeinsam erarbeitet. Aktuell sind Übungsmodule in den Gemeinden im Raum Bern sowie im Berner Oberland vorgesehen. Die betroffenen Gemeinden werden kontaktiert. Über die genauen Örtlichkeiten und mögliche Auswirkungen für die Bevölkerung wird vor der Übung informiert.
Hintergrund der Übung «FIDES»
Die Sicherheitsverbundsübung 2019 untersuchte, wie die Schweiz eine länger andauernde Terrorbedrohung bewältigen kann. Bund, Kantone und weitere Partner überprüften dabei in einer Stabsübung insbesondere Zusammenarbeit, Koordination, Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit. Eine zentrale Erkenntnis war, dass Polizeikräfte bei einer länger dauernden Terrorlage stark belastet werden können. Die Armee kann hier durch den Schutz kritischer Infrastrukturen eine wichtige Entlastung leisten.
Diese Erkenntnisse wurden in der Polizei- und Militärübung «FIDES 22» praktisch getestet und weiterentwickelt. Die Übung bestätigte die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Kräften. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Kommunikation zwischen Polizei und Armee weiter verbessert werden kann, insbesondere durch den Einsatz gemeinsamer Kommunikationsmittel wie Polycom sowie durch entsprechende Ausbildung der Truppe.