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Spitalversorgung in der Region Obersimmental und Saanenland Spital Zweisimmen: Weichen sind auf Weiterbetrieb gestellt

27. Juni 2013 – Medienmitteilung; Gesundheits- und Fürsorgedirektion

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat die Weichen für das Spital Zweisimmen auf Weiterbetrieb gestellt. Diesen Entscheid hat er auf Grund einer neu eingeführten Versorgungsregel hinsichtlich Zugänglichkeit gefällt. Danach ist neu nicht nur ein zeitliches Kriterium, sondern auch eine maximale Distanz von 50 Kilometern zur Beurteilung der Versorgung der Bevölkerung zu berücksichtigen. Die Spital Thun Simmental AG (STS AG) hat die Weiterführung des Spitals Zweisimmen nun vorzubereiten.

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat beschlossen, die Versorgungsregel für die Spitalversorgung im Kanton Bern zu erweitern. Bis anhin war für die Beurteilung des Zugangs der Bevölkerung zur Spitalversorgung nur die Fahrzeit bis zum nahegelegensten Spital massgebend. Diese Betrachtung wird nun durch eine vorgesehene Maximaldistanz von 50 km zu einem Spital ergänzt.  Nach dieser Zusatzbestimmung gilt ein Spital hinsichtlich Zugänglichkeit auch als versorgungsnotwendig, wenn ohne dieses Spital die Maximaldistanz von 50 Kilometer zu allen Berner Gemeinden nicht eingehalten werden kann. Mit der Ergänzung will der Regierungsrat erreichen, dass periphere Gebiete besser in die Planung einbezogen werden. Ein Bericht der Gesundheit- und Fürsorgedirektion zeigt nämlich, dass die Zugänglichkeit der Spitalversorgung im Kanton heute gut und auch bei einer Reduktion der Standorte in den meisten Regionen nicht gefährdet ist. Eine Ausnahme bildet das Berner Oberland. Nach diesem Bericht sind die Spitäler Frutigen und Zweisimmen notwendig, um einen guten Zugang der Bevölkerung zur Spitalversorgung zu gewährleisten.

Direkte Auswirkung auf die Versorgung in der Region Obersimmental-Saanenland

Dieser Beschluss wirkt sich direkt auf das Projekt MeGOS (Medizinische Grundversorgung Obersimmental-Saanenland) aus. Das Projekt wurde im Juni 2012 mit dem Ziel gestartet, die medizinische Grundversorgung in der betroffenen Region langfristig zu sichern. Die Anwendung der ergänzten Versorgungsregel führt dazu, dass das Spital Zweisimmen als versorgungsnotwendig hinsichtlich der Zugänglichkeit bezeichnet wird. Die Zugänglichkeit ist neben der Bedarfsgerechtigkeit, der guten Qualität und der Wirtschaftlichkeit  jedoch nur eines von vier Planungskriterien.

Für das Projekt MeGOS heisst der Beschluss des Regierungsrates, dass die Arbeiten auf den Weiterbetrieb des Spitals Zweisimmen auszurichten sind. Dies hat die Gesundheits- und Fürsorgedirektion dem Verwaltungsrat der Spital Thun Simmental AG (STS AG) mitgeteilt. Ziel ist es, das aktuelle Betriebskonzeptes an die spezifischen Gegebenheiten anzupassen. Dabei werden die Ergebnisse der gegenwärtigen Grundlagenarbeiten genutzt. In der Revision des Spitalversorgungsgesetzes hat der Grosse Rat eine Bestimmung eingeführt, wonach Zusatzfinanzierungen für versorgungsnotwendige Spitäler möglich sind. Die Umsetzung dieser Bestimmungen ist noch nicht abgeschlossen.

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