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Informatik in der Kantonsverwaltung Regierungsrat will Informatikkosten senken

4. April 2014 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Der vom Regierungsrat bei der AWK Group in Auftrag gegebene Bericht zur unabhängigen Prüfung der Informatik in der Kantonsverwaltung bestätigt, dass die Informatik in der Kantonsverwaltung insgesamt gut funktioniert. AWK schätzt gleichzeitig, dass die Kosten der Informatik mit standardisierten Lösungen und einer stärkeren Zentralisierung längerfristig um 14 Prozent oder 24 Millionen Franken pro Jahr reduziert werden können und schlägt entsprechende Massnahmen vor. Der Regierungsrat will das eruierte Kostensenkungspotential einer vertieften Prüfung unterziehen und in den nächsten Jahren nach Möglichkeit ausschöpfen.

Gestützt auf zwei vom Grossen Rat in der Novembersession 2012 überwiesene Motionen hat der Regierungsrat die Informatik der Kantonsverwaltung einer unabhängigen Überprüfung durch die national tätige Firma AWK Group unterziehen lassen. Der Bericht der AWK Group bestätigt, dass die Informatik in der Kantonsverwaltung insgesamt gut funktioniert und dass die notwendigen Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) in ausreichender Qualität bereitgestellt werden. AWK stellt auch fest, dass es in der Informatik der Kantonsverwaltung in den letzten Jahren mit einer Ausnahme im Bereich der Justiz zu keinen grösseren Ausfällen oder Systemstörungen gekommen ist. Auch seien in der Kantonsverwaltung keine grösseren Informatikvorhaben bekannt, die gescheitert seien.

Erhebliches Optimierungspotential

Gleichzeitig sieht AWK Defizite in der strategischen Informatikführung. Dies hat zur Folge, dass direktionsübergreifende Synergien noch zu wenig genutzt, hingegen dezentrale Speziallösungen favorisiert würden. Deswegen und mangels Transparenz der ICT-Aufwände und fehlendem Controlling sei es schwierig, aus Kostengründen erwünschte Standardisierungen und Zentralisierungen von Basisdienstleistungen durchzusetzen und so Optimierungspotentiale auszuschöpfen.

Die externe Untersuchung geht davon aus, dass der Sach- und Personalaufwand der Kantonsverwaltung im Informatikbereich im Umfang von 170 Millionen Franken im Jahr langfristig um rund 14 Prozent bzw. 24 Millionen Franken reduziert werden könnte. Die nach Möglichkeit angestrebte Realisierung dieses Einsparungspotentials erfordere vorgängig einmalige Investitionen von 20 bis 45 Millionen Franken, die jedoch nicht budgetiert sind. AWK hat im Bericht 46 Massnahmen definiert, welche zur Umsetzung empfohlen werden. Ein Teil des von AWK identifizierten Einsparpotentials werde derzeit schon in Harmonisierungs- und Optimierungsprojekten angegangen.

Regierungsrat will Informatikkosten senken

Der Bericht der AWK enthält zahlreiche grundlegende Empfehlungen zur Strategie, zum Organisationsmodell und zu den Kosten der Informatik in der Kantonsverwaltung. Der Regierungsrat erachtet den Expertenbericht nach einer ersten Sichtung als wertvolle Grundlage, die als Richtschnur dient, um die Informatik der Kantonsverwaltung fitter zu machen. Er will das von AWK identifizierte Kostensenkungspotential in den nächsten Jahren soweit wie möglich ausschöpfen. Das Umsetzen der Empfehlungen ist allerdings anspruchsvoll und komplex. Dieses Vorhaben wird den Regierungsrat, die Verwaltung und auch das Parlament während Jahren mit richtungsweisenden Fragen konfrontieren. Nötig ist deshalb ein professionell gesteuertes Gesamtprojekt unter der obersten Verantwortung des Regierungsrates.

Unter Federführung der Finanzdirektion und Einbezug aller Direktionen und der Staatskanzlei soll das weitere Vorgehen erarbeitet und dem Regierungsrat zum Entscheid vorgelegt werden. Bevor der Regierungsrat seine Entscheide zum weiteren Vorgehen fällt, will er seine Haltung zum Expertenbericht und zu den darin enthaltenen Empfehlungen sowie seine Vorstellungen zum weiteren Vorgehen mit der Finanzkommission und der Oberaufsichtskommission diskutieren. Dieser Dialog kann voraussichtlich vor den Sommerferien dieses Jahres einsetzen.

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