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Zwei Projekte der beruflichen Integration werden ab 2016 definitiv weitergeführt

8. Dezember 2015 – Medienmitteilung; Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion

Erfolgreiche Förderung der beruflichen Integration bei langzeitarbeitslosen Bezügerinnen und Bezügern von Sozialhilfe: Die unternehmerisch geführte Sozialfirma der gadPLUS AG in Biel und das Teillohnmodell jobtimal.ch in Bern haben sich bewährt. Zu diesem Schluss kommt die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern nach der Auswertung der knapp dreijähren Pilotphase. Sie hat daher entschieden, die beiden Projekte ab 2016 definitiv weiterzuführen.

Vor knapp drei Jahren hat die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern mit einer unternehmerisch geführten Sozialfirma in Biel und dem so genannten Teillohnmodell in Bern zwei Pilotprojekte gestartet. Sie verfolgte damit das Ziel, langzeitarbeitslose Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfe dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Auswertung hat nun gezeigt, dass die beiden Pilotprojekte die Erwerbsfähigkeit und die gesundheitliche Stabilität der Personen massgeblich fördern. Gleichzeitig helfen sie Armut zu verhindern oder abzubauen und entlasten sowohl die Sozialhilfe wie auch das Gesundheitssystem. Daher hat die Gesundheits- und Fürsorgedirektion entschieden, die Projekte ab dem nächsten Jahr definitiv weiterzuführen.

120 Arbeitsplätze in der Sozialfirma

Die unternehmerisch geführte Sozialfirma gadPlus AG in Biel hat rund 120 Arbeitsplätze, für die sich alle Sozialhilfebeziehenden, die selbständig arbeiten können, motiviert und mehr als 25 Jahre alt sind, bewerben können. Die Anmeldung erfolgt über den Sozialdienst. Nach dem Bewerbungsverfahren mit Vorstellungsgespräch entscheidet die Sozialfirma über die Anstellung. Sie bezahlt anschliessend den Lohn. Damit werden Sozialhilfebeziehende zu Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Die Evaluation zeigt, dass die beruflichen Fähigkeiten bei den Arbeitnehmenden aktiviert und gesteigert werden, was die Chancen auf einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt erhöht.

Das unternehmerische Risiko trägt die gadPlus AG. Für die dreijährige Pilotphase erhielt sie vom Kanton eine Anschubfinanzierung von 550‘000 Franken. Mittlerweile deckt die Sozialfirma die Löhne des Kaders und die Betriebskosten vollständig durch ihre Erträge am Markt. Für den Kanton fallen die Nettolohnkosten bei der Sozialhilfe weg. Ab dem nächsten Jahr bezahlt der Kanton nur noch die Sozialversicherungsbeiträge. Auf Grund dieses Erfolgs und der grossen Nachfrage prüft die Gesundheits- und Fürsorgedirektion derzeit den Ausbau der Sozialfirma an einem anderen Standort.

Teillohnmodell schrieb bereits im zweiten Jahr schwarze Zahlen

Bei dem von der Stadt Bern gemeinsam mit der Gesundheits- und Fürsorgedirektion initiierten Teillohnmodell werden nach sorgfältiger Abklärung der Eignung und Leistungsfähigkeit motivierte Sozialhilfebeziehende in Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes vermittelt. Zur Umsetzung wurde der Verein Jobtimal.ch gegründet. Bei diesem Projekt zahlt der Arbeitgeber einen orts- und branchenüblichen Lohn, welcher der tatsächlich erbrachten Leistung entspricht (Teillohn). Ist der Lohn nicht existenzsichernd, richtet der zuständige Sozialdienst die Differenz zwischen dem (Teil-) Lohn und der Sozialhilfe plus eines Einkommensfreibetrages aus. Die Projektkosten von rund 230‘000 Franken pro Jahr wurden gemeinsam durch die Stadt Bern und den Kanton Bern getragen. Während der Projektphase begleitete Jobtimal.ch 52 Personen. Davon konnten 21 vermittelt werden. Viele der vermittelten Personen konnten innert kurzer Zeit sowohl den Beschäftigungsgrad wie auch ihre Leistungsfähigkeit erhöhen. Zu Abbrüchen kam es nur selten.

Dank der erzielten Löhne konnten in der Sozialhilfe Einsparungen realisiert werden. Das Projekt schrieb bereits im zweiten Betriebsjahr schwarze Zahlen, das heisst, die Einsparungen waren höher als die Kosten. Ab 2016 übernimmt der Kanton die Personalkosten von Jobtimal.ch sowie Mietkosten und Sachaufwand in der Höhe von 350‘000 Franken. Im Gegenzug müssen mindestens im selben Umfang Einsparungen in der Sozialhilfe erzielt werden.

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