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Start des Projektes «BeHealth» Kanton unterstützt digitale Kommunikation im Gesundheitswesen

14. Dezember 2015 – Medienmitteilung; Gesundheits- und Fürsorgedirektion

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) lanciert das Projekt «BeHealth». Damit verstärkt der Kanton sein Engagement, um eHealth schrittweise zu etablieren. Zudem leistet der Kanton dadurch einen zentralen Beitrag zur integrierten Versorgung. eHealth soll der Bevölkerung den Zugang zu einer nahtlosen Gesundheitsversorgung und damit zu einem effizienten und sicheren Gesundheitswesen ermöglichen.

Die vom Bund und den Kantonen gemeinsam erarbeitete «Strategie eHealth Schweiz» hat zum Ziel, dass alle Menschen in der Schweiz den Leistungserbringern ihrer Wahl jederzeit und überall den elektronischen Zugriff auf behandlungsrelevante Daten geben können. eHealth erleichtert die Koordination zwischen den unterschiedlichen Leistungserbringern und ermöglicht damit eine nahtlose Gesundheitsversorgung für Patientinnen und Patienten. Ziel ist eine verbesserte Effizienz, Qualität und Sicherheit in der Gesundheitsversorgung. Das elektronische Patientendossier ist das Kernstück der Strategie.

Aufbau einer Stammgemeinschaft im Kanton Bern

Mit der «Strategie eHealth Schweiz» gibt der Bundesrat kein fertiges Umsetzungskonzept vor. Stattdessen sollen die Leistungserbringer mit schweizweit gültigen Standards regionale Lösungen finden. Um eine Stammgemeinschaft aufzubauen, müssen organisatorische und rechtliche, inhaltliche und technische Fragen geklärt und ein Umsetzungsprogramm lanciert werden. Mit dem Projekt «BeHealth» übernimmt der Kanton Bern die koordinierende Rolle zwischen den verschiedenen Leistungserbringern im Gesundheitswesen. Damit leistet er eine konzeptionelle und organisatorische Unterstützung zur Errichtung einer Stammgemeinschaft für alle Gesundheitsfachpersonen im Kanton Bern. Im Januar 2016 wird die Gesundheits- und Fürsorgedirektion Vertreterinnen und Vertreter der Leistungserbringer sowie der Patientinnen und Patienten zu einer Informationsveranstaltung und einem Meinungsaustausch einladen, um den Weg zu bereiten, der Berner Bevölkerung und ihren Behandelnden zeitgerecht ein bedarfs- und nutzenorientiertes elektronisches Patientendossier anbieten zu können.

Datenhoheit der Patientinnen und Patienten stärken

Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) wurde im Juni 2015 vom eidgenössischen Parlament angenommen und tritt voraussichtlich im Frühjahr 2017 in Kraft. Der digitalisierte Austausch von behandlungsrelevanten Daten erfolgt innerhalb und zwischen sogenannten Stammgemeinschaften von Gesundheitsfachpersonen durch eine schweizweit standardisierte Kommunikationsinfrastruktur. Patientinnen und Patienten können bei einer Stammgemeinschaft ein elektronisches Patientendossier eröffnen und gemeinsam mit ihren Behandelnden entscheiden, welche Daten im elektronischen Patientendossier anderen Gesundheitsfachpersonen zugänglich gemacht werden. Dadurch wird die persönliche Datenhoheit der Patientinnen und Patienten gestärkt.

Für stationäre Institutionen obligatorisch

Das EPDG bestimmt, dass Akutspitäler, psychiatrische Spitäler und Rehabilitationsspitäler verpflichtet sind, sich innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes einer Stammgemeinschaft anzuschliessen. Pflegeheime haben eine Frist von fünf Jahren. Die Änderung im Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) hat zur Folge, dass stationäre Institutionen des Gesundheitswesens nach Ablauf der Übergangsfrist ihren Patientinnen und Patienten ein elektronisches Patientendossier anbieten müssen. Anderenfalls muss der Kanton sie von der Spital- bzw. Pflegeheimliste streichen. Für alle Behandelnden im ambulanten Bereich bleibt die Teilnahme freiwillig. In jedem Fall entscheiden die Patientinnen und Patienten, ob sie für sich ein elektronisches Patientendossier eröffnen wollen und welcher Gesundheitsfachperson welche Informationen zugänglich sein werden.

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