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Schulaustretendenumfrage 2017 Nur noch wenige Jugendliche suchen nach einer Ausbildung

29. Juni 2017 – Medienmitteilung; Erziehungsdirektion

Fast alle der 8135 Jugendlichen, die diesen Sommer die obligatorische Schule verlassen, haben eine Anschlusslösung gefunden. Lediglich 207 von ihnen waren am 1. Juni noch auf der Suche. Dies zeigt die jährliche Umfrage der BIZ Berufsberatungs- und Informationszentren des Kantons Bern bei Lehrkräften der deutschsprachigen 9. Schuljahre und Quarta-Klassen. Zum gleichen Zeitpunkt gab es noch zahlreiche offene Lehrstellen.

Gemäss der Umfrage hält der Trend an, dass immer mehr Jugendliche nach der Volksschule direkt in eine Berufslehre oder in eine Mittelschule einsteigen. Im deutschsprachigen Kantonsteil entschieden sich 53,3 % der Schulabgängerinnen und -abgänger für eine berufliche Grundbildung (Berufslehren EBA oder EFZ, schulische berufliche Grundbildung). Der Wert stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 1,6 % an und bestätigt den langfristigen Trend, wonach immer mehr Jugendliche eine Berufsausbildung beginnen

19,8 % der Jugendlichen werden das Gymnasium besuchen, in etwa gleich viele wie im Vorjahr (19,5 %). Mit 3,9 % (Vorjahr: 2,9 %) gewinnen die Fachmittelschulen weiter an Bedeutung.

Es ist erfreulich, dass sich immer mehr Jugendliche für den Direkteinstieg in eine zertifizierende Grundbildung (Berufsbildung, Gymnasium oder Fachmittelschule) entscheiden. Wählte 2007 noch fast jeder fünfte Jugendliche den Umweg über ein berufsvorbereitendes Schuljahr (BVS), waren es 2017 nur noch 10,7 %. Mit 1,2 % praktisch unverändert ist der Anteil Jugendlicher, die eine Vorlehre antreten werden. 5,7 % werden ein privates Brückenangebot oder ein Sprachjahr absolvieren, 2,6 % der Jugendlichen werden in ein Praktikum, ein praktisches Zwischenjahr oder ein Motivationssemester eintreten.

Nur gerade 2,9 % der Jugendlichen hatten am Stichtag noch keine Anschlusslösung im Sinne einer Ausbildung auf Sekundarstufe II oder einer Zwischenlösung. Darunter waren 207 Jugendliche, die noch auf Lehrstellensuche oder unentschlossen waren. 25 Jugendliche werden ohne weitere Ausbildung eine Arbeitsstelle antreten oder in ihre Heimat zurückkehren.

Auch im französischsprachigen Kantonsteil stieg der Anteil der Jugendlichen, die sich für den Direkteinstieg in eine berufliche Grundbildung entschieden, leicht an (von 50 auf 51,2 %), während praktisch gleich viele Jugendliche sich für das Gymnasium entschieden (19,9 %, Vorjahr 20,1 %). Wie im deutschsprachigen Kantonsteil sind nur noch sehr wenige Jugendliche auf Lehrstellensuche oder unentschlossen.

Weil am Stichtag im Kanton Bern noch 1421 Lehrstellen offen waren, kann davon ausgegangen werden, dass die grosse Mehrheit der Jugendlichen, die noch auf der Suche sind, ebenfalls eine Lösung finden werden. Besonders viele Lehrstellen sind gemäss dem kantonalen Lehrstellennachweis LENA (www.erz.be.ch/lehrstelle) in den Bereichen Gastgewerbe, Verkauf, Bau, Metall und Maschinen sowie Informatik offen.

Wer noch eine Lehrstelle sucht, tut gut daran, das Spektrum etwas auszuweiten. Trotz der Bemühungen von Lehrkräften und der Berufsberatung fassen viele Jugendliche zunächst nämlich nur wenige Berufe ins Auge. Wer für Alternativen offen ist, findet unter www.berufsberatung.ch ein grosses Informationsangebot zu allen rund 230 Berufen, die es in der Schweiz gibt. Die BIZ Berufsberatungs- und Informationszentren (www.be.ch/biz) helfen auch in letzter Minute gerne mit einer Beratung weiter. Jugendlichen, die trotz aller Anstrengungen keine Lehrstelle finden, vermittelt – ebenfalls bei den BIZ –  die kantonale Triagestelle (www.erz.be.ch/triagestelle) einen Platz in einem geeigneten Brückenangebot.

Hinweis

Massnahmen des Kantons Bern zur Förderung von Anschlusslösungen

Die folgenden Schritte unterstützen den Übertritt in eine Anschlusslösung:

Berufswahlvorbereitungskonzept: Für eine nachhaltige Berufswahlvorbereitung braucht es eine verbindliche Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrpersonen und der Berufsberatung. Dazu gehören der Berufswahlunterricht in der Schule, Informationsveranstaltungen der BIZ für Eltern und Jugendliche sowie die Präsenz der Berufsberatung in den Schulhäusern, die den Lehrpersonen helfen soll, Jugendliche mit Schwierigkeiten in der Berufswahl frühzeitig zu erkennen und gezielt zu unterstützen. www.be.ch/biz-berufswahlvorbereitung

Berufsberatung: Jugendliche erhalten in den BIZ Beratung und Unterstützung bezüglich möglicher Lösungen. www.be.ch/bizstart

Case Management Berufsbildung: Case-Managerinnen und –manager unterstützen in den BIZ Jugendliche mit vielfältigen Schwierigkeiten auf dem Weg ins Berufsleben – wo nötig von der Berufswahl über die Ausbildung bis zum Eintritt ins Erwerbsleben. www.be.ch/biz-casemanagement

Triagestelle Brückenangebote: Jugendliche, die kurz vor dem Abschluss der obligatorischen Schulzeit noch über keine Anschlusslösung verfügen, können bei der Triagestelle angemeldet werden, die gemeinsam mit den Jugendlichen kurzfristig nach einer möglichst optimalen Zwischenlösung sucht. www.erz.be.ch/triagestelle
 

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