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Start Modellversuch zum Ausbau von mobilen Palliativdiensten Stärkung der Palliative Care im Kanton Bern

6. März 2020 – Medienmitteilung; Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion

Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern (GSI) baut das Angebot im Bereich der Palliative Care aus. Zur Förderung von sogenannten spezialisierten mobilen Palliativdiensten (MPD) führt die GSI einen dreijährigen Modellversuch durch.

Ein MPD ist ein interprofessionelles, mobiles Team, das sich aus ärztlichen und pflegerischen Fachexpertinnen und -experten der spezialisierten Palliative Care zusammensetzt und mit Fachkräften aus dem psychosozialen Bereich zusammenarbeitet. Das Team ist hauptsächlich in der zweiten Interventionslinie tätig, d.h. es berät und unterstützt die Grundversorgerinnen und -versorger (u.a. Hausärztinnen/-ärzte, Pflegepersonal in der Pflege zu Hause und in Alters- und Pflegeheimen) bei der Betreuung von schwer kranken Patientinnen und Patienten in der letzten Lebensphase. Ein MPD ermöglicht ein Verbleiben der Patientin / des Patienten zu Hause bzw. in der Langzeitinstitution und trägt dazu bei, dass Überweisungen in ein Akutspital vermieden werden. Der Ausbau der Palliative Care erfolgt insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, der Erhöhung des Anteils chronisch Kranker und der Kosten im Versorgungsbereich der akuten und hochspezialisierten Medizin.

Grundlagen für zukünftige Einführung

Mit der Durchführung des Modellversuchs werden die Grundlagen für den Entscheid bezüglich einer allfälligen regulären und flächendeckenden Einführung von MPDs im Kanton geschaffen. Der konkrete Bedarf und Nutzen von MPDs wird ermittelt. Zudem wird ein Finanzierungsmodell für eine mögliche zukünftige Regelfinanzierung von Leistungen in der zweiten Interventionslinie erarbeitet, da diese Leistungen durch die regulären Tarifsysteme ungenügend abgegolten werden.

Angebote im Kanton Bern

Um die Zusammenarbeit zwischen stationären und nachsorgenden Leistungserbringer/-innen zu stärken, besteht ein MPD jeweils aus mindestens einem Spital und einer Spitex-Organisation. Am Modellversuch nehmen drei MPDs teil:

  • Der Verein Palliative Care-Netzwerk Region Thun, welcher sein bestehendes Angebot zusammen mit dem Spital Thun (STS AG) und der Spitex Region Thun AG ausbaut.
  • In den Regionen Emmental und Oberaargau haben sich die lokalen Spitex-Organisationen (Spitex Oberaargau AG, Spitex AemmePlus AG, Spitex Burgdorf-Oberburg, Spitex Region Lueg, Spitex Region Emmental und Spitex Region Konolfingen) zusammengeschlossen und mit dem Spital Emmental (RSE AG) den mpdEO aufgebaut.
  • Der MPD Bern-Aare ist ein neugegründeter Verein, welcher ein Angebot für die Regionen Bern und Oberland Ost aufbaut. Die Insel Gruppe AG, Stiftung Diaconis, Lindenhofgruppe AG, Spital Interlaken (Spitäler fmi AG), die Spitex Niesen und die Spitex Genossenschaft Bern (SEOP Bern) sind unter anderem Mitglieder des Vereins.

Im französischsprachigen Teil des Kantons Bern ist die palliative Versorgung mit der Association pour le développement des soins palliatifs im Verbund mit den Kantonen Jura und Neuenburg (ADSP BEJUNE) organisiert. Der Verein setzt die Strategie «Palliative Care BEJUNE» um und betreibt unter anderem einen MPD, welcher die Einwohnerinnen und Einwohner der Region Berner Jura sowie der Kantone Jura und Neuenburg versorgt.

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