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Coronavirus Kanton setzt Bundesratsentscheide um: Schulen schliessen, Versammlungsverbot ab 100 Personen

13. März 2020 – Medienmitteilung; des Kantonalen Führungsorgans

Der Regierungsrat hat sich am Nachmittag zu einer ausserordentlichen Sitzung getroffen und die Lage nach den heutigen Bundesratsentscheiden erörtert. Der Kanton Bern setzt die Vorgaben sofort um mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coranavirus einzudämmen: Ab sofort werden im Kanton die Schulen auf allen Bildungsebenen geschlossen und es gilt ein Versammlungsverbot ab 100 Personen. In Bars, Restaurants und Diskotheken dürfen sich maximal 50 Personen aufhalten. Zusätzlich sind im Kanton Bern ab sofort Besuche in Altersheimen und Spitälern (mit Ausnahmen) verboten.

Der Bundesrat hat heute Nachmittag dringliche Massnahmen beschlossen, um das Coronavirus einzudämmen. Die «besondere Lage» wird dadurch noch weiter spür- und sichtbar: Schweizweit dürfen keine Anlässe mit mehr als hundert Personen mehr durchgeführt werden. Ab Montag werden gemäss Bundesratsentscheid die Schulen auf allen Bildungsebenen geschlossen. «Unser Alltag wird sich in den kommenden Wochen in grossen Schritten vom Gewohnten entfernen», sagte Regierungspräsident Christoph Ammann heute an einem Point de presse in Bern. «Wir müssen zu einander auf Distanz gehen, aber gleichzeitig solidarisch zusammenstehen, um die Pandemie möglichst gut zu bewältigen.»

Das bedeutet, dass auch im Kanton Bern ab sofort und bis Ende April keine Veranstaltungen mehr mit über 100 Personen durchgeführt werden. Die Kantone dürfen Ausnahmen gewähren, wenn ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht. Der Kanton Bern wird jedoch keine solchen Ausnahmebewilligungen erteilen. In Bars, Restaurants und Discotheken dürfen sich maximal 50 Personen aufhalten.

Alle Schulen bis am 4. April geschlossen

Zusätzlich schliessen ab sofort und bis am 4. April im Kanton Bern die Schulen auf allen Bildungsniveaus. Dieses Datum fällt in den meisten Fällen auf den Ferienbeginn. Es sei ihr ein grosses Anliegen, dass das Unterrichtsangebot aber dennoch aufrechterhalten werden könne, sagte Bildungsdirektorin Christine Häsler. Die Schulleitungen und Lehrpersonen organisieren mit Arbeitsaufträgen per Post und per Mail den Fernunterricht. Es sei aber auch absolut klar, dass unter den gegebenen Umständen kein Unterricht nach Lehrplan oder gar nach Stundenplan umgesetzt werden könne. Bildungsdirektorin Christine Häsler stellte in Aussicht, dass der Kanton Betreuungsmöglichkeiten organisieren werde, wenn keine solchen zuhause bestehen. Es gelte aber, den Kontakt zu den Grosseltern zu meiden und weitere durch das Coronavirus besonders gefährdete Personen zu schützen.

Kein Besuch mehr in Spitälern und Altersheimen

Das Coronavirus verbreitet sich auch im Kanton Bern rasch. Heute waren es 67 bestätigte Fälle und 9 wahrscheinliche. Oberstes Ziel sei es, die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus zu begrenzen, sagte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg am Point de presse. Dies sei wichtig, damit das Gesundheitswesen nicht von der Anzahl Fälle, die gleichzeitig zu behandeln sind, überfordert werde. «Ausserordentliche Massnahmen sind notwendig.» Der Kanton will sicherstellen, dass die älteren und geschwächten Menschen in Spitälern, Altersheimen und zuhause konsequent geschützt werden und die notwendige Hilfe erhalten. Aus diesem Grund sind im Kanton Bern ab sofort Besuche in Spitälern verboten, ausser bei der Hospitalisation von Kindern, Gebärenden und Sterbenden. Altersheime müssen Besuche ebenfalls verbieten, mit Ausnahme von Besuchen bei Sterbenden.

Kurzarbeit als wirkungsvolles Instrument

Die Wirtschaft ist auch im Kanton Bern von der Corona-Pandemie betroffen. Dies vor allem im Tourismus, in der Hotellerie und Gastronomie sowie in der Veranstaltungsbranche. Im Kanton Bern sind bis am Donnerstagabend, 12. März insgesamt 283 Gesuche für Kurzarbeitsentschädigung mit der Begründung Coronavirus eingegangen. Betroffen sind 4144 Mitarbeitende. 70 Gesuche um Kurzarbeit mit der Begründung Coronavirus wurden bereits bewilligt. Der Bundesrat hat die Anwendung der Kurzarbeit in kurzer Zeit auf die derzeitige Situation angepasst: Die Anmeldefristen wurden verkürzt, Formulare eingeschränkt, die Anwendung ausgeweitet. Die kantonale Wirtschaftsdirektion klärt derzeit mit Hochdruck, welche unterstützenden Massnahmen der Kanton für die Wirtschaft ergreifen kann. Der Regierungsrat wird diese an seiner nächsten Sitzung von kommendem Mittwoch beraten.

Keine Orientierungstage für Stellungspflichtige

Im Kanton Bern werden die Orientierungstage für Stellungspflichtige ab Montag, 16. März 2020 bis und mit mindestens 8. Mai 2020 ausgesetzt. Alle zu einem Orientierungstag bereits mit Marschbefehl aufgebotenen jungen Männer werden schriftlich über die Absage der Veranstaltung informiert und zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgeboten. Stellungspflichtige, die ihre Rekrutenschule bereits im Sommer 2020 oder im Winter 2021 absolvieren möchten, sind gebeten, mit dem Kreiskommando des Kantons Bern Kontakt aufzunehmen: +41 31 636 13 72 oder orientierungstag.bern@be.ch.

Hinweis

Hotline des Kantons für allgemeine Auskünfte zu Corona: Tel: +0800 634 634

Für die Bevölkerung stellen sich durch die neusten Entscheide des Bundesrates andere Fragen als bisher. Deshalb richtet der Kanton seine Hotline, die bisher Fragen zu Veranstaltungen beantwortete, neu aus: Wer die Nummer +0800 634 634 wählt, bekommt Beratung auf allgemeine Fragen rund um die Corona-Situation im Kanton Bern. Für medizinische Auskünfte steht die Hotline des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zur Verfügung: +41 58 463 00 00.

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