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Wildschutzgebiete Regeln für das Miteinander von Mensch und Wild

20. März 2020 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Wildtiere müssen vor Störungen geschützt werden. Darum gelten in Wildschutzgebieten Regelungen zur Jagd, zum Benützen der Wege, zur Leinenpflicht und zu den Freizeitaktivitäten. In einem mehrjährigen Prozess überprüft das Jagdinspektorat des Kantons Bern die rund 80 Wildschutzgebiete – dabei können Gemeinden und Interessengruppen mitreden.

Das Jagdinspektorat des Kantons Bern überprüft in drei Etappen die Wildschutzgebiete auf Kantonsgebiet. Ziel dieser Überprüfung ist ein wirkungsvoller Schutz des Wildes, der den Spielraum für die Nutzung möglichst wenig einschränkt. Nun liegen die Ergebnisse der zweiten Etappe vor, in der 16 Wildschutzgebiete überprüft wurden.

  • Bei drei Wildschutzgebieten (Lauenen, Brüggwald bei Biel, Fencherengiessen) ändert nichts.
  • Bei zwei Wildschutzgebieten (Dürrenwald, La Heutte) wird der Perimeter verkleinert.
  • Bei den übrigen Wildschutzgebieten ändert der Kanton Bern die Schutzbestimmungen und/oder er passt den Perimeter an. Schutzbestimmungen sind Jagdverbote, die Leinenpflicht für Hunde, Weggebote oder ein Verbot störender Aktivitäten aus den Bereichen Freizeit, Sport, Tourismus und Militär. Teilweise hat der Kanton kommunale Wildruhezonen als Kernzonen in kantonale Wildschutzgebiete überführt. Wenn es möglich und sinnvoll ist, werden Schutz- und Nutzungsansprüche entflochten (z.B. Nr. 69 Schüpfenfluh).
  • Auf Initiative von Gemeinden, Schutzorganisationen und des Jagdinspektorats hat der Kanton Bern sieben neue Wildschutzgebiete definiert (Täuffelenweiher, Chesselau, Stude/Ritzele, Etang de la Noz, Les Boveresses, Mont Sujet, Amsoldinger- und Uebeschisee/Schmittmoos).

Einbezug der Betroffenen

Die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion hat bei der Überprüfung Gemeinden und Organisationen aus Naturschutz, Jagd, Tourismus, Land- und Forstwirtschaft einbezogen. Die Vorlage wurde von Nutzer- und Schutzorganisationen unterschiedlich aufgenommen. Details zu den Änderungen der einzelnen Wildschutzgebiete finden sich im Vortrag an den Regierungsrat unter Punkt 5. Auf dem Geoportal des Kantons Bern sind diese Änderungen noch nicht abgebildet.

Hinweis

Warum braucht es eine neue gesetzliche Regelung?

Die kantonale Wildtierschutz-Verordnung regelt den Schutz von jagdbaren und geschützten Tieren. Ein besonderes Augenmerk gilt bedrohten Arten wie beispielsweise den Rauhfusshühnern. Doch sollen auch jagdbare Tiere, in ihren Wintereinständen, bei der Balz und bei der Brut vor Störungen geschützt werden.
Nach der Revision der kantonalen Jagdgesetzgebung 2002/03 waren die damals bestehenden Wildschutzgebiete ohne Änderungen in die Wildtierschutz-Verordnung überführt worden. Diese sah zum Schutz der Wildtiere nur jagdliche Einschränkungen vor. Freiwillige Massnahmen («Bitte den Weg nicht verlassen») erreichten die gewünschte Schutzwirkung für die Wildtiere nicht.
Das Jagdinspektorat überprüft darum in mehreren Etappen die ca. 80 kantonalen Wildschutzgebiete im Kanton Bern. Der Schutz eines Gebiets kann nach der Überprüfung angepasst oder aufgehoben werden, das Gebiet kann ersetzt werden oder es können neue Schutzgebiete eingerichtet werden. In der ersten Etappe wurden 28 Wildschutzgebiete überprüft, die Ergebnisse aus dieser Überprüfung hat das Jagdinspektorat 2018 in Kraft gesetzt.

Mediendokumentation

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