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Blick auf Corona Das Amt für Bevölkerungsdienste funktioniert auch im Corona-Betrieb – mit Besonderheiten

12. Juni 2020 – Medienmitteilung; Sicherheitsdirektion

Die Corona-Massnahmen waren für die Mitarbeitenden des Amts für Bevölkerungsdienste (ABEV) mit grossen Herausforderungen im Betriebsalltag verbunden. Trotzdem konnte es in den vergangenen Wochen die wichtigsten Dienstleistungen, teilweise mit gewissen Besonderheiten, anbieten. In den Asylzentren trat dank der Minimierung des Ansteckungsrisikos nur eine einzige Coronavirus-Erkrankung auf. Der Migrationsdienst verzeichnete viele Visaverlängerungen und Rekordanrufe. Die Zivilstandsämter führten kaum «Geisterhochzeiten» dafür mehr Nottrauungen durch.

Die eingeführten Schutzmassnahmen im Asylbereich griffen: Der Migrationsdienst hatte in den aktuell 16 Kollektivunterkünften nur eine einzige Coronavirus-Erkrankung eines Bewohners zu verzeichnen. Durch die sofortige Isolierung des Erkrankten und durch die Quarantäne des ganzen betroffenen Zentrums kam es zu keiner weiteren Ansteckung.

Zu Beginn des Notstandes setzte der Migrationsdienst rasch Massnahmen zur gezielten Entdichtung der Kollektivunterkünfte um. Innert kürzester Zeit hat er vier zusätzliche Kollektivunterkünfte mit über 200 Plätzen eröffnet. Durch die Reduktion der Bewohneranzahl pro Zentrum wurde das Ansteckungsrisiko minimiert. Personen aus Risikogruppen konnten präventiv sehr schnell isoliert untergebracht werden. Die Zusammenarbeit zwischen Migrationsdienst und Asylsozialhilfepartnern funktionierte auch in dieser Ausnahmesituation bestens.

Viele Visaverlängerungen und Rekordanrufe

Auf beiden Seiten der Landesgrenze blieben zahlreiche Personen stecken. Dies führte im Callcenter zu neuen Rekordanrufzahlen: An manchen Tagen war die Anzahl täglicher Telefonanrufe doppelt so hoch wie sonst. Der Migrationsdienst prüfte ausserordentlich viele Ausnahmebewilligungsgesuche für die Einreise (sog. Zusicherungen). Er stellte sehr viele Visaverlängerungen aus, weil eine Ausreise respektive eine Durchreise durch verschiedene Staaten zurück in die Heimatländer der betroffenen Personen unmöglich geworden waren. Polnische Gastarbeiter konnten beispielsweise über Ostern nicht nach Hause zu den katholischen Familienfeiern reisen.

Im Asylbereich wies der Bund dem Kanton praktisch keine Asylsuchenden mehr zu. Der Migrationsdienst verzeichnete eine Woche ohne eine einzige Zuweisung. Als Vergleich gab es während der Asylkrise im Jahr 2015 zum Teil über 250 Zuweisungen pro Woche.

Notpässe trotz Coronavirus

Wegen der Schliessung der Landesgrenzen waren normale Auslandreisen nicht mehr möglich. Die sieben Ausweiszentren mussten ordentliche Termine kurzfristig absagen. Der Pass- und Identitätskartendienst stellte jedoch immer Notpässe aus, beispielsweise für die Beantragung von Mobiltelefonabonnementen, als Identitätsnachweis bei Prüfungen und Notariatsangelegenheiten sowie für dringende Auslandreisen. Seit dem 11. Mai 2020 können nun auch wieder normale Pässe und Identitätskarten beantragt werden. Dazu ist eine vorgängige Terminreservation via www.schweizerpass.ch erforderlich.

Zehn Mitarbeitende des Pass- und Identitätskartendienstes halfen bei der stark geforderten Arbeitslosenkasse aus. Bei der Bearbeitung der Kurzarbeitsgesuche und dem Entgegennehmen der dort eingehenden Anrufe leisteten sie wertvolle Unterstützung.

Kaum «Geisterhochzeiten» – dafür mehr Nottrauungen und Kindsanerkennungen

Wegen der Corona-Restriktionen wurden einerseits weit über 300 Trauungstermine abgesagt und auf später verschoben. Seit dem 2. Juni 2020 sind bei Trauungen wieder Gäste zugelassen. Andererseits wollten viele Paare auf jeden Fall noch vor der Geburt ihres Kindes heiraten. Zudem wollten viele Väter von ausserehelichen Kindern in dieser unsicheren Zeit ihre Kinder sofort anerkennen. Die Zivilstandsbeamtinnen und -beamten mussten überdurchschnittlich viele Nottrauungen durchführen, weil einer der Ehegatten in akuter Lebensgefahr schwebte. Solche Trauungen am Krankenbett sind eine spezielle, auch emotionale Herausforderung.

Der Zivilstands- und Bürgerrechtdienst führte das Personenstandsregister auch während der Corona-Pandemie zeitgerecht weiter. Dies ist während einer Pandemie von zentraler Wichtigkeit. Der Staat muss unmittelbar festhalten, welche Personen geboren und welche Personen verstorben sind. Die Anzahl gemeldeter Todesfälle ist ein Gradmesser für die Wirksamkeit der vom Bund und vom Kanton angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.

Improvisation, Beweglichkeit und Pragmatismus

Die Coronakrise forderte von allen Mitarbeitenden und Führungskräften des ABEV nochmals viel Improvisation, Beweglichkeit und Pragmatismus. Es stellten sich ganz neue Herausforderungen.

Der kantonale Sicherheitsdirektor, Regierungsrat Philippe Müller, dankt allen Führungskräften und Mitarbeitenden des ABEV für Ihren engagierten Arbeitseinsatz während der Corona-Krise: «Ich bin froh, dass wir im Asylwesen dank wirkungsvoller Schutzmassnahmen nur eine einzige Erkrankung zu verzeichnen hatten – wir hatten aber auch das nötige Glück. Es ist verständlich, dass es wenige «Geisterhochzeiten» gab, auffällig sind die Nottrauungen und raschen Kindsanerkennungen sowie die Notpässe trotz grundsätzlich geschlossener Grenzen.»

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