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Amt für Kultur / Deutschsprachige Literaturkommission Literarische Auszeichnungen 2020 des Kantons Bern

18. Juni 2020 – Medienmitteilung; Bildungs- und Kulturdirektion

Der Kanton Bern vergibt 2020 sechs literarische Auszeichnungen. Diese gehen an Fitzgerald&Rimini, Julia Haenni, Eva Maria Leuenberger, Sunil Mann, Giuliano Musio und Regula Portillo. Einen Spezialpreis erhält Paul Ott. Wegen der Coronapandemie musste die Preisverleihung von Ende Juni abgesagt werden. Dafür wird die «Literatour», die traditionelle Lesereise der ausgezeichneten Autorinnen und Autoren, mit zusätzlichen Stationen ergänzt. Die Literaturkommission will den Ausgezeichneten gerade auch in diesem aussergewöhnlichen Jahr eine öffentliche Plattform geben.

2020 vergibt der Kanton Bern auf Empfehlung der deutschsprachigen Literaturkommission sieben Literaturpreise für herausragende literarische Arbeiten. Je einen Literaturpreis in der Höhe von 10'000 Franken erhalten folgende Autorinnen und Autoren:

Fitzgerald&Rimini für «50 Hertz» (Spoken Word)
Julia Haenni für «Frau verschwindet (Versionen)» (Theatertext)
Eva Maria Leuenberger für «dekarnation» (Lyrikband)
Sunil Mann für «Der Schwur» (Kriminalroman)
Giuliano Musio für «Wirbellos» (Roman)
Regula Portillo für «Andersland» (Roman)

Ein Spezialpreis in der Höhe von 5'000 Franken geht an Paul Ott für seine Geschichte des schweizerischen Kriminalromans «Mord im Alpenglühn».

Im Lesejahr 2019/20 hat die deutschsprachige Literaturkommission des Kantons Bern rund 75 Werke besprochen. Berücksichtigt wurden aktuelle Buchpublikationen aller Gattungen, öffentlich aufgeführte Theaterstücke, Hörbücher und -spiele, Spoken-Word-Texte sowie Kinder- und Jugendbücher.

Erweiterte «Literatour» ab Oktober

Die ausgezeichneten Werke versprechen abwechslungsreiche Lesungen im Rahmen der «Literatour». Zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 tritt jeweils eine Gruppe von drei der ausgezeichneten Autorinnen und Autoren in Bern, Biel/Bienne, Burgdorf, Ins, Interlaken, Langnau, Laupen, Muri, Mürren, Saanen, Schwarzenburg und Spiez auf und gibt einen Einblick in ihre ausgezeichneten Werke. Es ist dem Amt für Kultur und der deutschsprachigen Literaturkommission ein grosses Anliegen, den Autorinnen und Autoren eine öffentliche Plattform zu verschaffen, umso mehr in diesem aussergewöhnlichen Jahr. Deshalb wurde die «Literatour» mit weiteren Stationen erweitert.

Die Termine werden voraussichtlich Anfang September bekanntgegeben.

An der abgesagten Preisverleihung wären auch die Empfängerin und der Empfänger der Berner Schreibstipendien 2020 gewürdigt worden. Für ihre aktuellen Schreibprojekte erhalten Karoline Arn und Hartmut Abendschein je ein Schreibstipendium in der Höhe von 20'000 Franken. Ausserdem finanziert der Kanton Bern ihnen eine professionelle Begleitung für den Schreibprozess im Sinne eines Mentorats oder Coachings und stellt dafür die Honorare zur Verfügung. Damit unterstützt er das Entstehen neuer Texte. Die Verantwortlichen hoffen, dass die besten davon 2021 wieder im Rahmen einer öffentlichen Preisverleihung gefeiert werden können.

Hinweis

Die ausgezeichneten Autorinnen und Autoren und ihre Werke

Fitzgerald & Rimini errichten in ihrem dritten Album «50 Hertz» in hörspielartigen Miniaturen musikalisch-literarische Denkmäler für Störenfriede und Störgeräusche und würdigen so auf ihre Weise vergessene und verkannte Frauenfiguren, die in ihrer Zeit aneckten und störten.

«frau verschwindet (versionen)» von Julia Haenni ist eine kluge Kritik am Status Quo der Geschlechterverhältnisse im Theater. Drei Frauen rätseln über eine verschwundene Frau. Sie erfinden ein Stück im Stück voller Humor – und mit befreiender Lust an der Ausweitung der Möglichkeiten.

Eva Maria Leuenberger lässt mit ihrem literarischen Debüt «dekarnation» aufhorchen. Der Gedichtband besticht durch eine unheimliche Körperlichkeit, während der Leser/die Leserin Zeuge eines sprachlichen Auflösungsprozesses wird.

In Sunil Manns Kriminalroman «Der Schwur» entwirrt das frisch gebackene Detektivpaar Bashir Berisha und Marisa Greco im Zürcher Kreis 4 ein Knäuel von Prostitution, Rechtsaussenpolitik, Menschen- und Drogenhandel und sorgt für Gerechtigkeit.

In seinem Roman «Wirbellos» verortet Giuliano Musio Bern am Meer und lässt die Möwen über dem Strand im Mattenquartier kreisen. Mit grosser Lust lässt er seinen Protagonisten – eine Person ohne Rückgrat – ein Lügengebilde aufbauen, bis dieser selbst den Überblick verliert.

Regula Portillo hat mit «Andersland» einen bewegenden Familienroman geschrieben, der sich mit aktuellen Themen wie Heimat, Muttersprache, Homosexualität und Adoption befasst.

Paul Ott legt mit dem Band «Mord im Alpenglühen» eine Geschichte des Schweizer Kriminalromans vor. Er zeichnet die Entwicklungen über 200 Jahre nach und listet über 2000 Titel auf, inklusive Angaben zur Autorin, zum Autor.

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