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Berner Weinernte 2020 Die diesjährige Ernte ist klein, aber fein

6. November 2020 – Medienmitteilung; Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion

Die Weinlese wurde heuer so früh wie schon lange nicht mehr abgeschlossen: bereits Anfang Oktober. Auf einer Rebfläche von rund 251 Hektaren wurden 1340 Tonnen qualitativ hochwertiges Traubengut geerntet und in den Weinkellern verarbeitet. Dies sind 19 Prozent weniger als im Zehn-Jahres-Schnitt. Dafür war die Traubenqualität bei der Ernte perfekt: gesunde Früchte mit hohem Zuckergehalt und einer sehr guten Aromatik. Ein vielversprechender Jahrgang steht damit in Aussicht.

Im Kanton Bern wurden 2020 auf einer Rebfläche von rund 251 Hektaren etwa 1340 Tonnen Trauben geerntet. Dies sind 19 Prozent weniger als im zehnjährigen Durchschnitt. Der grösste Teil der Trauben (1200 Tonnen) wird in der Region Bielersee geerntet, am Thunersee sind es 111 Tonnen und im übrigen Kantonsgebiet knapp 30 Tonnen.

2020 ist damit in diesem Jahrzehnt die zweitkleinste Weinernte: 2013 wurden wegen einem starken Hagelunwetter nur 1200 Tonnen Trauben geerntet, und 2017 im Frostjahr auch nur 1400 Tonnen. Grössere Ernten mit über 2000 Tonnen gab es in den Jahren 2011 und 2018.

Witterung und Qualität

Die Witterungsbedingungen für den Rebbau wären eigentlich optimal gewesen: ein früher Austrieb, wüchsiges Wetter und genügend Niederschläge während der Vorblütezeit. Während der Blütezeit Anfang Juni führte jedoch kühles und niederschlagreiches Wetter je nach Sorte und Standort zu einer schlechten Befruchtung der Traubenblüten, und es kam zu einer so genannten Verrieselung. Dabei werden ungewöhnlich viele Blüten oder kleine Beeren vom Stielgerüst abgestossen. Kam dazu, dass besonders am Bielersee eine sommerliche Trockenheit bis in den Herbst die Erträge dezimierte, und schliesslich kam noch ein Wespenfrass vor der Ernte hinzu.

Die Traubenqualität war analog den letzten Jahren hingegen einmal mehr perfekt: Das Traubengut war gesund, und es wurden hohe Zuckergehalte gemessen sowie eine gute Aromatik festgestellt – was einen weiteren tollen Weinjahrgang in Aussicht stellt.

Entwicklung und Vermarktung

Mit 251 Hektaren Reben hat die Rebfläche im Kanton Bern leicht zugenommen, während die Anzahl der Bewirtschafter (173) weiterhin rückläufig ist. Die Zahl der aktiven Berner Einkellerer (73) ist dagegen konstant.

Im Gegensatz zu anderen Regionen haben die Winzerinnen und Winzer im Kanton Bern keine Weinüberstände. Dank der moderaten Ernten, den Strukturen mit noch vielen Selbstkelterern und einem breiten Kundenstamm verkauft sich der Berner Wein trotz Covid-19-Einschränkungen bisher konstant. Trotzdem müssen die Winzerinnen und Winzer immer mehr Aufwand für die Vermarktung betreiben. Deshalb unterstützt der Kanton die Branche mit seinem jährlichen Prämierungsanlass «Berner Wein des Jahres».

Zum Bericht Weinlesekontrolle 2020 (PDF, 708 KB, 15 Seiten)

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