Zur Übersicht Medienmitteilungen

Coronavirus Suche nach Personal für Heime und Spitäler

17. November 2020 – Medienmitteilung; Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion

In den Heimen und Spitälern des Kantons Bern bestehen teilweise grosse personelle Lücken aufgrund von Mitarbeitenden, die sich in Isolation oder Quarantäne befinden. Die Heime sind dringend auf zusätzliches Personal angewiesen, da teilweise ganze Abteilungen durch die Ausbreitung des Corona-Virus betroffen sind. Derweil werden in den Spitälern die Notfallstationen ausgebaut und man bereitet sich auf die Phase «Orange» vor. Das Contact Tracing des Kantons Bern konnte den Rückstand bei der Kontaktierung und Nachverfolgung von positiv Getesteten und deren Kontaktpersonen aufholen.

Einige Heime erleben soeben grössere Corona-Ausbrüche. Insgesamt sind aktuell im Kanton rund 61 der knapp 300 Heime betroffen. 560 Heimbewohnerinnen und -bewohner sind mit dem Corona-Virus infiziert oder es besteht der Verdacht auf eine Ansteckung. Rund 3,5 Prozent der Mitarbeitenden befinden sich in Isolation oder Quarantäne, in einzelnen Heimen sind bis zu 50% der Mitarbeitenden betroffen. Dies bedeutet, dass momentan 455 von rund 13'000 Personen aus dem Pflege- und Betreuungsbereich ausfallen und somit den Heimen wichtige Ressourcen fehlen.

Die Heime haben sich sehr gut auf die zweite Welle vorbereitet, die bestehenden rigorosen Schutzkonzepte konnte aber dennoch ein Eindringen des Virus in die Institutionen nicht verhindern, da das Virus weiterhin sehr breit in der Bevölkerung zirkuliert.

In den Spitälern des Kantons Bern befinden sich rund 200 Mitarbeitende in Isolation oder Quarantäne.

Aufruf zur Nutzung der Meldeplattform für Einsätze

Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion bittet Personen mit einer Ausbildung und/oder Erfahrung in den Pflege- und Gesundheitsberufen, die heute nicht mehr im Beruf tätig sind, ihre Fähigkeiten zu nutzen und in den Heimen und Spitälern für beschränkte Zeit auszuhelfen. Die Meldeplattform, www.coronavirus-bern.ch, funktioniert wie eine digitale Stellenvermittlungsplattform auf der Basis von Angebot und Nachfrage. Die Partner sind auf der einen Seite jeweils das Heim oder das Spital und auf der anderen Seite die Person, welche sich für eine Arbeit zur Verfügung stellt. Die Anstellungskonditionen (Lohn, Arbeitszeit usw.) werden direkt zwischen den Partnern verhandelt.

Spitäler bereiten sich auf Phase «Orange» vor

Das Spitalamt hat die Spitäler des Kantons aufgefordert, sich auf die Phase «Orange» vorzubereiten. In dieser Phase werden die Aufgaben der Spitäler neu geordnet. Die Verfügbarkeit von Normal- und Intensivbetten wird weiter erhöht. Damit diese Kapazitäten frei werden, müssen alle planbaren Eingriffe verschoben werden, wenn dies medizinisch vertretbar ist. Dadurch werden Bettenkapazitäten, Personalressourcen und die Verfügbarkeit von Material erhöht. Das Inselspital übernimmt in dieser Phase die zentrale Koordination der schwerstkranken COVID-19-Patientinnen und -Patienten und koordiniert die Belegung der Intensivbetten im ganzen Kanton. Zur Entlastung jener Spitäler, die COVID-19-Fälle intensiv behandeln, übernehmen die anderen Spitäler jene Patientinnen und Patienten, welche keine Intensivpflege mehr benötigen. Die Rehakliniken des Kantons werden ebenfalls eingebunden. Die Spitäler müssen das Spitalamt täglich mehrmals über den Stand der Auslastung informieren.

Contact Tracing im Kanton Bern wieder sichergestellt

Das Contact Tracing des Kantons wurde weiter verstärkt. Zurzeit stehen 120 Personen im Einsatz, die von 30 Mitarbeitenden der Kantonspolizei und 70 Personen aus einem medizinischen Callcenter unterstützt werden. Durch die steil ansteigenden Fallzahlen war das Contact Tracing seit Mitte Oktober 2020 stark gefordert und es wurden wöchentlich zusätzliche Mitarbeitende angestellt. Der Kanton Bern betreibt das Contact Tracing weiterhin selbständig wird aber von einem Callcenter unterstützt, das mithilft, die Routineanrufe zu erledigen und Kontaktketten zu vervollständigen. Das Contact Tracing ist ein wichtiger Bestandteil in der Pandemiebekämpfung, denn es ist wichtig, möglichst viele Ansteckungsorte zu entdecken und die Weiterverbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Durch die Verstärkung des Contact Tracing-Teams ist es seit dieser Woche wieder möglich, alle Isolationspersonen sehr zeitnah telefonisch zu erreichen. Die neuen Prozesse sehen vor, dass Kontaktpersonen von Infizierten vor allem per SMS oder E-Mail kontaktiert werden. Ausserdem werden Personen, die sich als positiv Getestete in Isolation befinden, gebeten, das Contact Tracing aktiv zu unterstützen, indem sie Kontaktlisten und eine Zusammenstellung von möglichen Ansteckungsorten vorbereiten. Dadurch und durch eine direkte Unterstützung bei der Kontaktaufnahme kann wertvolle Zeit gewonnen werden.

Schnelltests nun auch in Apotheken und Arztpraxen

Wie angekündigt hat die GSI auf der Homepage, www.be.ch/wo-testen-bern, weitere Möglichkeiten für Corona-Schnelltests aufgeführt. Somit stehen im Kanton Bern nun Testkapazitäten von rund 30'000 Schnelltests und PCR-Tests pro Woche zur Verfügung. Die Bevölkerung ist aufgerufen, sich auch bei leichten Krankheitsanzeichen (Husten, Erkältungs- und Grippesymptome und weitere (siehe Corona-Check)) sofort testen zu lassen. Das Drive-in-Testzentrum auf dem BEA-Gelände sowie das Schnelltestzentrum Drive-in Belp sind jetzt auch für die ausserkantonale Bevölkerung zugänglich.

Zur Übersicht Medienmitteilungen