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Musikpreise / Nachwuchsförderpreise Kanton vergibt vier Musikpreise

14. Dezember 2020 – Medienmitteilung; Bildungs- und Kulturdirektion

Der Kanton Bern zeichnet das Akku Quintett, den Komponisten Xavier Dayer, den Chansonnier Stephan Eicher sowie Sabina Schärer und Felix Rohner, die die Hang Skulptur erfunden haben, mit dem Musikpreis 2020 aus. Die Preise sind mit je 15'000 Franken dotiert. Der Nachwuchsförderpreis «Coup de cœur» in der Höhe von 3'000 Franken geht dieses Jahr an Marie Delprat.

AKKU Quintet – die umtriebige Band von Manuel Pasquinelli

Gegründet wurde die Formation AKKU Quintet vom Berner Schlagzeuger und Komponisten Manuel Pasquinelli. Neben ihm spielen der Saxophonist Michael Gilsenan, die Pianistin Maja Nydegger, der Gitarrist Markus Ischer und der Bassist Andi Schnellmann im AKKU Quintet. Seit 2010 erarbeiteten die fünf Ensemblemitglieder mit viel Risiko und Spielfreude unzählige Stücke und veröffentlichten bisher vier Alben, welche auch international für Resonanz sorgten. Polyrhythmischer Vertracktheit begegnet die Band mit Leichtigkeit und schafft es, einen starken emotionalen Sog zu erzeugen. Die Live-Auftritte katapultieren die Zuhörerinnen und Zuhörer dank der Untermalung mit Visuals von Jonas Fehr in eine fast filmische Kulisse. Und so liefert das Quintett um Pasquinelli aus dem Kanton Bern seit rund 10 Jahren einen Jazz, der verblüfft.

Xavier Dayer – Einsatz für die Vielfalt in der zeitgenössischen Musik

Xavier Dayer, 1972 in Genf geboren, studierte Komposition in seiner Heimatstadt bei Eric Gaudibert, anschliessend bei Tristan Murail und Brian Ferneyhough in Paris am legendären IRCAM, dem Institut de recherche et coordination acoustique/musique. Für seine Kompositionen wurde er u.a. von der Bürgi-Willert-Stiftung und der Sandoz-Stiftung (FEMS Preis) ausgezeichnet. Er hat Werke für das Grand Théâtre de Genève, das Atelier lyrique de l’Opéra de Paris, das Festival d’Automne de Paris, das IRCAM, das Lucerne Festival, die Swiss Chamber Soloists, das Ensemble Contrechamps komponiert. Sein Werk umfasst nicht weniger als sieben Opern, zahlreiche Kammermusikwerke und eine bemerkenswerte Reihe von Vokalwerken. 2005 ernannte ihn die Hochschule der Künste Bern zum Professor für Komposition, seit April 2009 ist er dort für den Master of Arts in Composition verantwortlich und setzt sich stark für die Förderung der Vielfalt in der zeitgenössischen Musik ein. Mit seinem Schaffen hat sich der Komponist und Pädagoge in den letzten Jahren auch in der internationalen zeitgenössischen Szene etabliert.  

Stephan Eicher – Botschafter des Berndeutschen und der Berner Kultur

Der Schweizer Musiker Stephan Eicher, in Münchenbuchsee im Kanton Bern aufgewachsen, hat das «Bärndüütsch» in die Konzertsäle der Welt getragen – und zwar so, dass Ende der 1990er Jahre auch ein Pariser Publikum seine Cover-Version von Mani Matters «Hemmige» begeistert mitsang, ohne den Text genau zu verstehen. Eicher singt aber nicht nur auf Berndeutsch, sondern auch auf Französisch, Deutsch, Englisch und Italienisch. Bekannt wurde er im deutschsprachigen Raum in den 1980er Jahren zusammen mit seinem Bruder Martin Eicher mit der Band Grauzone und der Chartsingle «Eisbär» – einer der grössten Schweizer Hits aller Zeiten und eine der Hymnen der 1980er-Jahre-Bewegung. Bis anhin veröffentlichte Eicher rund 20 Alben, wovon mehrere Gold- und Platin-Status erreichten. Seit kurzem weilt er wieder mehr in der Schweiz und ist auch wieder öfter in Bern anzutreffen. In der Folge nahm er mit dem Berner Traktorkestar das Album «Hüh!» (2019) auf und ging mit diesem Programm – und mit dem wohl personalintensivsten Klangkörper seiner Karriere – auch auf Tournee.

Mehr als ein Musikinstrument: Die Hang Skulptur

Sabina Schärer und Felix Rohner sind die Schöpfer der Klangskulptur Hang, die rund um den Erdball gespielt wird. Ihre jahrelange Zusammenarbeit begann in der Steelband «Berner Ölgesellschaft», der ersten Steelband im Kanton Bern, und umfasst das Musizieren, das Forschen am Blechklang und die plastische Arbeit mit dem Hammer. Sie haben ein neuartiges, nichtmetallisches Material entwickelt, womit sie eine ganze Reihe von Klangkörpern gebaut haben, die von «Hang» gespielt werden. Mit der Verdichtung zur Hang Skulptur trafen sie im Jahre 2000 den Puls der Zeit. Ihre reizvollen Klänge, Resultat einer hohen Handwerkskunst, ihre ansprechende Gestalt und ihre Spielweise auf dem Schoss, haben bei vielen Menschen Anklang gefunden. Sie ist nicht nur in die Hände von Musikerinnen und Musikern unterschiedlichster Stilrichtungen gelangt, sondern hat bei vielen bisher verschlossene Türen zum eigenen Musizieren geöffnet.

Mit zum Künstlerteam von PANArt Hangbau gehören seit einigen Jahren auch die Söhne von Felix Rohner, David und Basil. Unter ihren Hammerschlägen hat sich zur Hang Skulptur eine ganze Palette artverwandter Klangskulpturen gesellt.

Marie Delprat – spartenübergreifend tätiges Nachwuchstalent

Die in Bordeaux (Frankreich) geborene Musikerin, Komponistin und Performerin absolvierte 2015 ihre Ausbildung zur Blockflötistin an der Hochschule der Künste in Bern unter der Leitung von Michael Form. Sie hat einen Master in Komposition und Theorie wie auch einen Master in Pädagogik in der Tasche. Zuhause ist sie sowohl in der Alten Musik als auch im Musiktheater und der elektronischen Musik. Immer wieder sucht sie den befruchtenden Austausch mit anderen Disziplinen wie dem Tanz, dem Film, der Performance. Die letzten Jahre hat Delprat drei Bühnenproduktionen erarbeitet, zuletzt etwa «Rage(s)». Nicht zuletzt hat sie zwei Ensembles gegründet, eines für barocke und eines für zeitgenössische Musik, und ist Mitglied des Komitees der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik IGNM Bern, das Konzerte und Projekte an verschiedenen Orten in Bern organisiert und kuratiert.

Hinweis

Porträtfilme und Verlosung

Dieses Jahr musste das Amt für Kultur, Abteilung Kulturförderung, die öffentliche Preisverleihung aufgrund der Corona-Pandemie leider absagen. Um die Preisträgerinnen und Preisträger dennoch einem interessierten Publikum vorzustellen, liess die Abteilung Kulturförderung kurze Porträtfilme produzieren: AKKU Quintet, Xavier Dayer, Stephan Eicher, Hang Skulptur und Marie Delprat. Ausserdem wird sie in den Newslettern des Amts für Kultur Tickets für Konzerte bzw. Gutscheine für Workshops mit den ausgezeichneten Musikschaffenden verlosen und so zumindest einigen Interessierten zu einem späteren Zeitpunkt eine Live-Begegnung ermöglichen. Sie startet mit der ersten Verlosung im heutigen Newsletter. Abonnieren können Sie den Newsletter unter diesem Link: Newsletter (Die Direktion) Bildungs- und Kulturdirektion - Kanton Bern

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