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Raumplanung Neuer Schwung für die Siedlungsentwicklung nach innen

4. Februar 2021 – Medienmitteilung; Direktion für Inneres und Justiz

Siedlungsentwicklung nach innen ist ein zentrales Ziel der Raumplanung des Kantons Bern. Die Zersiedelung soll gebremst und bereits bebautes Gebiet qualitätsvoll weiterentwickelt werden. Zur Unterstützung der Gemeinden lanciert das Amt für Gemeinden und Raumordnung das neue Programm «SEinplus». Eine Anlaufstelle beantwortet Fragen und leistet finanzielle Unterstützung. Regierungsrätin Evi Allemann will damit zu einer besseren Lebens- und Umweltqualität im Kanton Bern beitragen und setzt parlamentarische Vorstösse um.

Siedlungsentwicklung nach innen (SEin) stellt eine übergeordnete raumplanerische Leitlinie dar. Die räumliche Entwicklung soll in das bereits weitgehend bebaute Gebiet gelenkt und das Siedlungsgebiet optimal genutzt werden. Gewachsene Siedlungen sollen unter Berücksichtigung identitätsstiftender Baukultur erneuert werden. Eine hochwertige Innenentwicklung berücksichtigt Grün- und Freiräume, Immissionsfragen, das Ortsbild und soziale Aspekte mit. Das Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung der Landschaft.

Viele Gemeinden setzen sich aktuell mit Projekten der Siedlungsentwicklung nach innen auseinander. Sie stehen dabei oft in einem Spannungsfeld widerstrebender Interessen. Die Herausforderung ist, die unterschiedlichen Interessen sorgfältig abzuwägen, um jeweils die für einen Standort optimale Lösung zu finden.

SEinplus - Beratung und finanzielle Unterstützung für Gemeinden

Um die Gemeinden bei diesen oft anspruchsvollen Prozessen noch besser zu unterstützen, initiiert das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) das Programm «SEinplus». Regierungsrätin Evi Allemann will damit der Siedlungsentwicklung nach innen neuen Schwung geben, um die Lebens- und Umweltqualität für die Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Auch die Wirtschaft profitiert von guten räumlichen Voraussetzungen. Gleichzeitig werden damit zwei Vorstösse aus dem Grossen Rat umgesetzt, die Massnahmen zur Förderung von SEIn forderten. Das Programm startet am 5. Februar und hat eine Laufzeit bis vorerst 2023. Es besteht aus drei Teilen:

  1. Sprechstunden für Gemeinden
    Gemeinden können sich bei konzeptionellen oder methodischen Fragen oder bei Fragen zu konkreten Entwicklungsvorhaben idealerweise in einem frühen Planungszeitpunkt an die Anlaufstelle im AGR wenden und sich beraten lassen. Monatlich steht dafür ein Beratungsfenster zur Verfügung. Diese Sprechstunden ergänzen die weiteren Beratungen des AGR für die Gemeinden im Rahmen der Planungsverfahren, wie z.B. das Startgespräch ganz am Anfang einer Planung.

  2. Finanziellen Unterstützung von Gemeinden bei qualitätssichernden Verfahren
    Das AGR kann Gemeinden mit Beiträgen unterstützen und hat dafür Kriterien formuliert. So sollen vor allem kleine und mittlere Gemeinden unterstützt werden. Im Fokus stehen Verfahren, die von der Gemeinde üblicherweise selber finanziert werden, wie z.B. Testplanungen oder Ideenwettbewerbe. Beiträge sollen insbesondere an Verfahren in sensiblen Gebieten oder mit komplexen oder innovativen Aufgabenstellungen ausgerichtet werden. Jährlich stehen bis zu CHF 600'000 zur Verfügung. Insgesamt sind im Rahmenkredit für die Raumplanung CHF 1.8 Mio. dafür reserviert.
                                                                                              
  3. Erfahrungsaustausch unter den Gemeinden und in den Regionen
    Angestrebt werden gemeinsame Anlässe mit bereits bestehenden Beratungsanbietenden. 

«SEinplus» versteht sich als ergänzende Unterstützung zu bereits bestehenden Beratungs- und Dienstleistungsangeboten einzelner Regionalkonferenzen und Planungsregionen sowie von Fachverbänden. Nach Wunsch und Fragestellung können Gemeinden das auf ihre spezifischen Bedürfnisse am besten abgestimmte Angebot in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen zum Programm: www.be.ch/seinplus

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