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Zweckmässigkeitsbeurteilung ÖV-Erschliessung des Inselareals Doppelgelenkbusse für das Inselareal

1. April 2021 – Medienmitteilung; Bau- und Verkehrsdirektion

In Zukunft soll das Inselareal in Bern mit Doppelgelenkbussen erschlossen werden. Zudem soll die Buslinie 12 bis zum Europaplatz verlängert werden. Damit will der Kanton die sehr hohe Nachfrage im öffentlichen Verkehr kurz- bis mittelfristig abdecken und den Medizinalstandort Bern stärken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Zweckmässigkeitsbeurteilung des Kantons. Die Bevölkerung kann sich bis 19. Mai 2021 im Rahmen einer Mitwirkung dazu äussern.

Regierungsrat Christoph Neuhaus stellte am Donnerstag (1.4.2021) an einer Medienkonferenz in Bern die Ergebnisse der Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMB) zur besseren Erschliessung des Inselareals durch den öffentlichen Verkehr vor. Er betonte, dass die Nachfrage in den Hauptverkehrszeiten schon heute sehr hoch sei. Trotz dichtem Takt seien die Busse teils «sardinenmässig» gefüllt. Im Rahmen der vom Kanton angestrebten Stärkung des Medizinalstandorts Bern würde die Belastung des öffentlichen Verkehrs noch stärker zunehmen. Ohne Gegenmassnahmen würde es ab 2030 kritisch.

Breiter Fächer möglicher Lösungsvarianten

Rund 70 Prozent der Passagierinnen und Passagiere fahren heute mit dem Bus über die Laupenstrasse vom Bahnhof Bern zum Inselareal. Der Rest benutzt zur Hauptsache die Tramlinien im Süden des Areals. Im Rahmen der ZMB wurde ein breiter Fächer möglicher Lösungsvarianten untersucht. Lösungen mit Bus, Tram oder Bahn waren ebenso darunter wie auch unkonventionelle Varianten. Bei der Bahn wurden eine neue S-Bahn-Haltestelle auf der Höhe des Inselareals und die Verlängerung des RBS bis zum Inselareal geprüft. Beim Tram wurden sechs Varianten angeschaut und beim Bus vier Varianten. Auch eine Stärkung des Velo- und Fussverkehrs und Seilbahnvarianten wurden geprüft.

Doppelgelenkbusse: kurz- und mittelfristige Bestvariante

Als kurz- und mittelfristig beste Variante hat sich der Einsatz von Doppelgelenkbussen auf den Buslinien 12 und 101 mit einer Verlängerung der Linie 12 bis zum Europaplatz erwiesen. Die Kosten für die nötige Anpassung der Haltestellen werden auf rund 20 Millionen Franken geschätzt. Längerfristig werden die Kapazitäten jedoch nicht ausreichen. Im Vordergrund stehen als langfristig beste Lösungen eine neue Tramlinie auf der Murtenstrasse oder die Verlängerung des RBS ins Inselareal. Eine neue Tramlinie zum Güterbahnhof würde rund 60 Millionen Franken kosten, die Verlängerung des RBS mehr als 400 Millionen Franken. Die Kosten für die RBS-Lösung fallen deutlich geringer aus, wenn wegen längerfristigen Angebotsverdichtungen beim RBS sowieso eine neue Wendanlage im Westen des heutigen RBS-Bahnhofs gebaut werden muss.

Reaktionen der Stadt Bern, Insel Gruppe und Region zu den Ergebnissen

Die Berner Gemeinderätin Marieke Kruit begrüsste die Ergebnisse der ZMB. Sie betonte, dass mit der vorgesehenen Verlängerung der Buslinie 12 bis zum Europaplatz zwei städtische Entwicklungspunkte optimal miteinander verbunden werden können. Der Direktionspräsident der Insel Gruppe, Uwe E. Jocham, wies darauf hin, dass die Busvariante die Kapazitätsprobleme bei der Erschliessung des Inselspitals nur für eine Übergangszeit lösen könne. Langfristig könne nur ein S-Bahnanschluss eine qualitativ hochstehende Erschliessung des Inselareals sicherstellen. Thomas Iten, Präsident der Kommission Verkehr der Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM, verwies darauf, dass die Lösung der ZMB an die Netzstrategie 2040 der Regionalkonferenz anknüpft. Die vorgeschlagene Variante sei schlüssig und aufwärtskompatibel.

Hinweis

Mitwirkung bis 19. Mai 2021

Die Unterlagen zur Mitwirkung «ZMB Erschliessung Inselareal» können auf www.be.ch/zmbinsel eingesehen werden. Die Mitwirkung dauert bis 19. Mai 2021. Nach Abschluss der Mitwirkung und Auswertung der Eingaben wird die ZMB im Sommer 2021 abgeschlossen.

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