Zur Übersicht Medienmitteilungen

Kantonales Integrationsprogramm – Programmperiode 2022 - 2023 Kantonales Integrationsprogramm wird verlängert

13. April 2021 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Der Regierungsrat hat das Umsetzungskonzept zum kantonalen Integrationsprogramm «KIP 2bis» für den Zeitraum 2022–2023 verabschiedet. Die Schwerpunkte im Bereich Bildung und Arbeit bleiben bestehen. Die Phase wird genutzt, um gewisse Bereiche zu evaluieren und zu optimieren.

Das kantonale Integrationsprogramm (KIP) umfasst die spezifische Integrationsförderung im Kanton Bern, also jenen Bereich, der durch die Regelstruktur nicht abgedeckt wird. Bund und Kantone haben sich darauf geeinigt, dass auf das KIP 2 (2018–2021) und die erste Phase der Integrationsagenda (IAS 2019–2021) ein verkürztes Programm folgen soll. Das Folgeprogramm (KIP 2bis) dauert nur zwei Jahre (2022–2023). Es handelt sich dabei um eine Aktualisierung und Zusammenführung des KIP 2 und der IAS. Im KIP 2bis bleiben die Schwerpunkte, welche der Kanton im Bereich Bildung und Arbeit gesetzt hat, bestehen. Diese Phase wird aber genutzt, um gewisse Bereiche zu evaluieren und zu optimieren. Die Auswirkungen und Veränderungen durch die Neustrukturierung des Asyl- und Flüchtlingsbereichs im Kanton Bern NA-BE werden beobachtet, allfällige Lücken identifiziert und die Ergebnisse daraus anschliessend ins KIP 3 (2024–2027) eingebunden.

Neue Wege in der Frühen Förderung

Im Bereich der Frühen Förderung wird mit einem Gutscheinsystem gearbeitet. Alle Kinder mit einem entsprechenden Sprachförderbedarf erhalten einen Betreuungsgutschein für Kindertagesstätten im Umfang von 40%. Ein strategisches Ziel im Bereich Frühe Förderung des KIP 2bis ist nämlich, dass sich Kinder bis zum Alter von fünf Jahren beim Start der obligatorischen Schulzeit in der am Wohnort gesprochenen Sprache verständigen können. Durch den Besuch der Kindertagesstätten lernen die Kinder während alltäglichen Interaktionen die Sprache. Damit dies gelingen kann, braucht es vertrauensvolle Beziehungen und einen ausreichenden Betreuungsumfang.

Das vom Kanton Bern und den Gemeinden gemeinsam finanzierte System ist erfolgreich gestartet: Bereits 301 Gemeinden (96%) geben Betreuungsgutscheine aus. Aktuell profitieren kantonsweit rund 330 Kinder spezifisch aufgrund des Sprachförderbedarfs von einer familienergänzenden Kinderbetreuung.

Damit auch der Zugang von Familien aus dem Asylbereich sichergestellt ist, wird den Gemeinden bei dieser Gruppe der Selbstbehalt erlassen. Die Kinder erhalten so Zugang zu einer kindesgerechten Sprachförderung im Rahmen der Regelstrukturen. Sie werden nicht mehr länger in einem spezifischen Setting isoliert, sondern zusammen mit anderen Kindern gefördert. Die Kinder interagieren nicht nur mit den Betreuungspersonen, sondern auch mit deutsch- bzw. französischsprachigen Gleichaltrigen, was wiederum dem Spracherwerb dient.

Erfahrungen aus der KIP-2-Phase

Während der KIP-2-Phase erfolgten wichtige Änderungen/Ergänzungen in den kantonalen Grundlagen zur Integration: Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) ist seit Juli 2020 verantwortlich für alle Belange der Asyl- und Flüchtlingssozialhilfe während der gesamten Dauer der Kantonszuständigkeit. Davor lagen die Bereiche Unterbringung und Sozialhilfe in der Verantwortung der Sicherheitsdirektion. Auf operativer Ebene wurden die Aufgaben der Unterbringung, Sozialhilfe und Integration von der GSI an vier regionale Partner1 delegiert, die eng mit den Regierungsstatthalterämtern zusammenarbeiten. Im Vergleich zum vorherigen System wurde damit die Anzahl der Vertragspartner und Schnittstellen wesentlich reduziert. Die neuen regionalen Partner haben ihre Arbeit Mitte 2020 aufgenommen. Sie verpflichten sich den Zielen der Integrationsagenda Schweiz und setzen auf eine früh beginnende und nachhaltige Integration der vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlinge. Der Kanton Bern gewährt ihnen für ihre Zielerreichung eine hohe unternehmerische Freiheit.

1 Region Bern – Stadt und Umgebung: Kompetenzzentrum Integration; Region Bern-Mittelland, Berner Jura und Seeland: Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Bern (SRK Kanton Bern); Region Emmental-Oberaargau: ORS Service AG; Region Berner Oberland: Asyl Berner Oberland, sowie die Zentrum Bäregg GmbH für unbegleitete Minderjährige, ganzes Kantonsgebiet.

Zum Umsetzungsbericht

Zur Übersicht Medienmitteilungen